Henner:
[0:00] Hallo liebe Hörerinnen und Hörer und moin nochmal Christian.
Chris:
[0:03] Hallo Henner, da sind wir wieder.
Henner:
[0:06] Ja, wir sprechen weiter über den vielleicht schönsten Computer der 70er und 80er Jahre, den TI-994 und dessen Nachfolger 4A. Und im ersten Teil dieser kleinen Staffel haben wir schon über die Entstehung dieses Heimcomputers gesprochen und erklärt, was er eigentlich kann und was er nicht kann und sind am Schluss bei diesem spektakulären Sprachmodul geendet. Das war eine große Sache. Dieses Modul, das wurde auch zur Markteinführung in praktisch jedem Pressebericht hervorgehoben. Dieser Computer kann sprechen.
Henner:
[0:35] Und das ist auch unser Stichwort, die Markteinführung. Der TI-994 ist also fertig entwickelt. Nun muss er sich also auf dem Markt beweisen. Gegen die etablierte Konkurrenz von Tandy, wie den TRS-80, gegen Atari mit ihrem neuen 400-800 oder auch gegen Commodore. Und wie schwer das wird, insbesondere letzteres, kann noch niemand absehen. In der Presse genießt TI erstmal großen Vertrauensvorschuss. Der Erfolg scheint sicher, da sind sich alle einig. Denn der PC-Markt, der explodiert ja gerade und Texas Instruments ist kein Unbekannter, das ist ja ein Branchenschwergewicht, nicht so ein nassforsches Startup wie Apple oder so. Die kennen sich ganz offensichtlich aus mit Informationstechnik, die liefern die ganzen Bauteile und mit ihren Taschenrechnern oder mit ihrem Speak & Spell haben sie auch schon Erfahrung gesammelt auf dem Massenmarkt für Heimelektronik. Also die Fachpresse ist schon weitgehend überzeugt, dass das eine große Sache wird. Aber die Kundschaft, die muss erstmal noch überzeugt werden. Nicht nur, dass sie diesen TI kaufen sollen, sondern überhaupt, dass sie einen Heimcomputer brauchen. Das wissen die meisten nämlich noch gar nicht.
Chris:
[1:39] Ja und was macht man, um die Kunden zu überzeugen? Man macht Werbung, man macht Marketing. Das geht ja schon los bei der Packung, in der der Computer kommt und was da drauf steht. Wir haben das Gerät die ganze Zeit TE994 genannt, weil Texas Instruments es intern genauso nennt. Das ist auch der Modellname des Computers. Das steht aber so nicht auf der Verpackung. Da steht groß drauf, Texas Instruments Home Computer, also Heimcomputer. Ist übrigens eine sehr schicke Packung, finde ich, auch für die Zeit. Natürlich so ein länglicher Karton, in dem der Computer drin ist, aber da ist schön groß das Gehäuse dieses, wie du ja nicht müde wirst zu betonen, wunderhübschen Geräte ist drauf und das ist ganz stylisch in schwarz und oben drüber steht eben groß diese Schrift Home Computer.
Chris:
[2:24] Das klingt nicht so technisch wie dieses Kürzel, ist also eine ganz gute Entscheidung. Das ist auch eine Nomenklatur, die sich dann noch fortsetzen wird. Das ist ja nicht der letzte Computer, den Texas Instruments machen wird. Darüber sprechen wir gleich noch.
Chris:
[2:37] Ab 83 gibt es auch DOS-kompatible Rechner, der nennt sich dann Professional Computer. Aber wie du gerade schon gesagt hast, auch Homecomputer ist jetzt kein Begriff, wo jeder Amerikaner oder jede Amerikanerin damals sagt, ach ja klar, weiß ich, weiß ich sofort, was ich mir darunter vorstellen muss. Das muss auch erstmal erklärt werden. Das ist ja eine neue Kategorie von Gerät in diesen auslaufenden 70er Jahren und Beginn der 80er Jahre. Deswegen schaltet Texas Instruments dann Anzeigen dazu und die erklären ziemlich wortreich, wofür das Gerät dann eigentlich gebraucht wird. Das eröffnet mit einer Frage, die damals vermutlich auch die Gedanken der meisten Leserinnen und Leser aufgreifen, nämlich wozu brauche ich einen Heimcomputer? Und dann gibt Texas Instruments da Antworten drauf. Zum Lernen, für die Finanzverwaltung, für andere Büroarbeiten, zum Spielen, eigentlich für alles.
Chris:
[3:26] Alles, was man sich so vorstellen kann, außer vielleicht die Blumen zu gießen oder so. Vielen Dank. Das heißt aber auch, dass Texas Instruments sich da jetzt nicht auf eine klar umrissene Zielgruppe festlegt, die Spielenden oder die Büros, sondern jeder soll sich im Endeffekt dafür begeistern. Das ist möglicherweise auch ein Fehler in der Reihe von Fehlern, die Texas Instruments macht. Das ist jetzt ein bisschen weniger konkret so zu beziffern, aber der Zweck des Geräts ist damit natürlich auch nicht so richtig klar greifbar. Das bleibt ein bisschen nebulös.
Henner:
[3:59] Ja, man muss ja bedenken, das ist ein teures Gerät. Insbesondere, weil dieser Monitor beiliegt. Das ist also eine große Investition. Das ist mehr als ein typisches Monatseinkommen damals, dass man investiert für ein Gerät, dessen Zweck nicht so ganz klar ist. Wenn man einen Fernseher kauft, dann weiß man, was man damit tun kann. Bei dem Videorekorder auch oder bei dem Toaster. Das hat halt einen klar definierten Zweck und Mehrwert. Aber ein Computer, das erschließt sich nicht jedem. Was mache ich denn damit? Ein Computer, das ist doch so ein wissenschaftliches Experimentalgerät oder ein professionelles Bürogerät. Was soll ich denn damit zu Hause? Das wissen die Leute gar nicht. Und das ist gar nicht so leicht zu vermitteln. TI sind nicht die einzigen, die damit Probleme haben, das rüberzubringen. Da tun sich andere auch mit sehr schwer, Atari zum Beispiel.
Henner:
[4:42] Aber die Presse, die ist doch ganz angetan von dem Gerät und die ist davon überzeugt, dass der Einstieg in den Markt gelingen wird, auch weil das Gerät doch sehr leicht zu bedienen sei. Das ist ja eins der Entwicklungsziele gewesen. Man will den Leuten die Berührungsangst nehmen mit dieser neuen Gerätekategorie. Die sollen keine Angst davor haben, sondern ruhig beherzt die Geräte annehmen und benutzen. Und dafür hilft es, wenn sie leicht zu bedienen sind. Und das ist der TI-994. Wir haben das ja beschrieben, nach dem Einschalten gibt es dieses hübsche kleine Startmenü, in dem man einfach durch Drücken einer Taste auswählen kann, was man eigentlich will, welches Programm gestartet werden soll. Das ist also viel benutzerfreundlicher als später der C64 zum Beispiel.
Henner:
[5:25] Und die Presse würdigt diese Bemühungen auch. Die Creative Computing zum Beispiel, die schreibt über diesen Computer ausführlicher im März 1980 und schreibt, das sei eines der am einfachsten zu nutzenden Systeme, die wir je getestet haben. Der Rechner gehöre, Zitat, zur sehr exklusiven Klasse jener Computer, die wir sofort und ohne jeden Eingriff zum Laufen brachten. Das sagt viel aus über die Computer dieser Zeit in den auslaufenden 70ern. In der Tat. Das hat sonst nicht immer alles auf Anhieb funktioniert. Und so schreibt sie dann auch, für Neulinge sei das Gerät sehr gut geeignet. Aber, gibt auch eine Einschränkung, wenn sie schon eine Menge über Computer wissen, dann ist das nichts für sie. Und das liegt unter anderem daran, dass diese, naja, diese Chicken-Tastatur, diese schäbige kleine Taschenrechner-Tastatur sich relativ wenig eignet, um damit größere Codemengen zu schreiben oder Texte zu verfassen. Da fehlt dem Computer ja auch noch was Wesentliches, nämlich die Fähigkeit zwischen großen und kleinen Buchstaben zu unterscheiden. Also für Autoren ist das eher nichts. Und über die Tastatur klagen auch andere. Eine Zeitschrift namens Popular Science zum Beispiel im Mai 1980. Die meckert auch über diese Tastatur, aber ansonsten hat sie eigentlich nicht viel auszusetzen. Sie schreibt, mit seinen grafischen und musischen Fähigkeiten könne der Computer fast schon ein weiteres Familienmitglied werden.
Henner:
[6:52] Und natürlich mit seinem schönen Design. Das schmückt einfach jeden Raum und jede Vitrine. Das sag ich jetzt. Und die Redaktion ist besonders begeistert davon, was sie noch testen von einem Zubehörteil, nämlich vom Sprachmodul. Und sie schreiben dazu, die Verständlichkeit der Sprache war unglaublich. Sie haben nicht gelebt, bis sie gehört haben, wie ihr Computer Hallo sagt.
Chris:
[7:16] Das ist ja eine ganz schön bizarre Aussage. Das heißt also umgekehrt, wenn mein Computer Hallo zu mir sagt, kann ich mich zum Sterben hinlegen. Da habe ich alles erlebt.
Henner:
[7:27] Ja, es wird nicht mehr besser, Christian. Das war’s. Alles erreicht. So schön. Und ja, im Rückblick ein paar Jahre später mit etwas Abstand zu dieser Euphorie der ersten Tage kommt der Computer nicht mehr ganz so gut weg. Das wollen wir nicht verschweigen. Die Creative Computing, die wir ja gerade noch mit sehr positiven Worten zitiert haben, die schreibt im März 1984 im Rückblick, der TI-994 sei bei Erscheinen stark überteuert, vor allem angesichts seiner seltsamen Tastatur, seines nicht standardgemäßen Basics und Mangels an Software. Also das klingt schon deutlich kritischer. Was sie übrigens meinen mit nicht standardgemäßem Basic, das ist schon ein richtiges funktionierendes Basic. Was sie meinen ist, das stammt nicht von Microsoft, anders als die allermeisten Basic-Versionen, die damals üblich sind. Das ist eins, das Texas Instruments selbst entwickelt hat und das weicht hier und da ein bisschen vom Standard ab.
Henner:
[8:22] Zu dieser Zeit, 1984, da ist die Branche aber auch schon etwas klüger. Sie weiß mittlerweile, dass sie sich verschätzt hat, dass also dieser erste Heimcomputer von Texas Instruments nicht der große Erfolg ist, der von allen erwartet wurde, sondern ganz im Gegenteil ein Fehlschlag.
Chris:
[8:40] Nun gibt es für diesen ersten Aufschlag, also für den TI-994, wie er damals in seiner ersten Version auf den Markt kommt, keine offiziellen Verkaufszahlen, aber es kursieren einige Werte. Die Zeitung InfoWorld zum Beispiel schreibt im September 1981, Texas Instruments habe bis zum Sommer, also jetzt so grob gesagt in den ersten Monaten des Computers, wo er dann wirklich großflächig verfügbar war, weniger als 20.000 Exemplare verkauft. Und das Zitat dazu lautet, im Moment scheint Texas Instruments im Keller festzustecken, mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit bis Jahresende hinauszukommen. Zitat Ende. Und die New York Times nennt den Rechner im Juni 1983 rückblickend einen beschämenden Fehlschlag. Das sind schon starke Worte. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist, wir heute holen es nochmal, der hohe Preis. Ohne dass der Computer so ein richtig klares Nutzerprofil hat, lässt er sich einfach schwer rechtfertigen. Zumal Texas Instruments den Preis für dieses Paket aus Rechner und Monitor im Sommer 1980, also im ersten Jahr, sogar kurzzeitig nochmal erhöht hat. Auf 1400 Dollar. Also nochmal ein ordentlicher Preisaufschlag.
Chris:
[9:54] Es gibt aber auch noch einen anderen wichtigen Grund und der ist das schwache Softwareangebot. Dazu kommen wir dann noch im Laufe dieser Folge. Was auch immer den Ausschlag jetzt gibt, insgesamt werden von diesem Originalmodell deutlich unter 100.000 Stück verkauft.
Chris:
[10:09] Aber das ist, und deswegen betone ich hier auch dieses Wort Originalmodell, ja nur der erste Aufschlag. Texas Instruments glaubt an das Potenzial seiner Technik und deswegen wird schon im Herbst 1980 eine grundlegende Überarbeitung des TI-99-4 in Auftrag gegeben.
Henner:
[10:25] Es soll also weitergehen, das soll nicht der letzte Heimcomputer von TI bleiben, und nun soll er überarbeitet werden. Und es gibt dabei vor allem ein großes Ziel, er muss billiger werden. Wir haben es ja beschrieben, diese Architektur ist sehr aufwendig, der Prozessor war ja eigentlich nicht so geeignet für den Einsatz in dem billigen Heimcomputer. Und so entwickeln jetzt mehrere Gruppen von Ingenieuren unabhängig voneinander, wie üblich bei Texas Instruments, Vorschläge, wie man eine zweite Generation gestalten könnte. Wie man den billiger machen könnte als das Original. Und da gibt es zum Beispiel eine Gruppe von Ingenieuren, die im Jahr 1980 eine Variante dieses Rechners entwickelt, in der dieser unliebsame, teure 9900er Prozessor ersetzt wird durch einen viel billigeren Prozessor, den 8-Bit-Prozessor Z80 von Cylock. Das wurde ja von Anfang an schon mal von einigen Ingenieuren favorisiert, diese Lösung. Also einen externen Prozessor einzukaufen, der viel billiger und besser geeignet ist. Und das wird jetzt nochmal hervorgeholt, dieser Vorschlag. Wollen wir nicht jetzt vielleicht?
Henner:
[11:28] Können wir nicht doch umsteigen auf diesen anderen, viel besser geeigneten Prozessor? Dieses Projekt, was dort kurzzeitig entsteht, an dem gearbeitet wird, hat verschiedene Namen, je nachdem, welche Quelle man befragt. Der heißt mal TI-99-3B und mal heißt er 99-7 oder auch Ranger. Die Quellen gehen da weit auseinander. Wahrscheinlich sind es auch viele verschiedene unabhängige Projekte und deswegen auch so viele verschiedene Projektnamen. Das wird aber alles wieder verworfen. Diese Z80-Lösung setzt sich nicht durch, denn das Management verlangt natürlich wieder danach, es möge doch bitte ein eigenes Prozessordesign verwendet werden. Und zwar entscheidet sich dann das Management Ende 1980 dafür, wieder den gleichen Prozessor einzusetzen, also weiterhin den TMS9900, trotz aller Nachteile. Natürlich hat das auch einen Vorteil. So kann man die Software weiter benutzen. Es gibt keine Kompatibilitätsprobleme. Man hat ja gerade erst angefangen, eine Softwarebibliothek für das erste Modell aufzubauen. Also vielleicht doch keine ganz schlechte Entscheidung. Aber einen großen Umbruch gibt es deswegen nun nicht. Der Nachfolger kann nicht so viel günstiger werden als das Urmodell. Und so entsteht eine nur leicht überarbeitete und kostenoptimierte Weiterentwicklung des 99.4. Und der heißt am Ende TI-99-4A.
Henner:
[12:49] Der wird vorgestellt wieder mal auf der CES im Juni 1981 und kommt dann auch kurz darauf schon auf den Markt für jetzt nur noch 525 US-Dollar. Also weniger als die Hälfte des Urmodells. In Deutschland kostet er rund 1500 Mark. Ein großer Grund für die Kostenersparnis ist jetzt natürlich, dass kein Monitor mehr beiliegt. Es gab ja diese neuen Richtlinien der FCC, die etwas lockerer sind. Und so kann sich es TI leisten, den Monitor nicht mehr beizulegen. Stattdessen liegt jetzt ein HF-Modulator für den Anschluss eines Fernsehers bei. Das spart eine Menge Geld, aber das ist nicht der einzige Grund dafür, dass der neue Rechner günstiger ist als der alte. Es gibt noch ein paar weitere Änderungen und die gucken wir uns jetzt nochmal genauer an. Was ändert sich also beim TE99-4A gegenüber dem 99-4?
Chris:
[13:43] Ja, vielleicht das Wichtigste, was unverändert bleibt jetzt für dich, Henner, das Gehäuse.
Chris:
[13:47] Es ist immer noch die gleiche strahlende Schönheit der aufgeklebten Aluminiumplatten. Aber eine andere wesentliche Änderung springt einem gleich ins Gesicht, die Tastatur. Ja, die wurde ja von uns, von der Presse damals eigentlich von allen kritisiert. Und hier ist sie jetzt verändert. Keine Taschenrechner-Tasten mehr, sondern Schreibmaschinentasten. Wesentlich komfortabler, besserer Druckpunkt. Das Layout verändert sich bei der Gelegenheit auch ein bisschen. Also Funktionen wie Quit ziehen jetzt auf die Nummerntasten um, über eine neue Funktionstaste erreichbar. Aber was sich nicht ändert, ist das mit den Kleinbuchstaben. Echte Kleinbuchstaben kann der Rechner immer noch nicht, aber zumindest gibt es jetzt verkleinerte Großbuchstaben, also sogenannte Kapitälchen. Also doch eine Unterscheidung zwischen einer Art Groß- und Kleinschreibung. An anderer Stelle wird dafür gespart. Wir hatten ja erzählt, dass das Originalmodell zumindest in einer ersten Revision mit Lautsprechern kam und von Anfang an auch einen Kopfhöreranschluss hatte. Das entfällt jetzt beides. Dieser vorinstallierte Formelrechner auf dem ROM, der wird gestrichen, denn das ROM schrumpft insgesamt ein bisschen. Ich denke, das ist ein Verlust, den werden die meisten Nutzer easy verschmerzt haben.
Chris:
[14:55] Aber die wichtigste Änderung betrifft den Grafikchip, denn auch der wird ersetzt. Wir hatten ja da ursprünglich den TMS9918 drin. Und der weicht jetzt dem 9918a. Das ist übrigens auch der Grund, warum der Rechner so heißt. Also 994a, das kommt durch diesen neuen Grafikchip. Was ist da jetzt neu, Henna?
Henner:
[15:15] Der Grafikchip bringt jetzt einen weiteren Grafikmodus mit. Der erste Grafikmodus heißt jetzt Graphics 1 und nun gibt es einen Graphics 2, der wird allerdings meistens als Bitmap-Modus bezeichnet. Und der baut weiterhin das Bild auf aus einzelnen Blöcken, die 8×8 Pixel groß sind. Aber die dürfen jetzt völlig frei gestaltet sein, beliebig. Also verschiedene Pixelanordnungen enthalten. Und das wiederum bedeutet ja faktisch eine pixelgenaue Darstellung. Dafür ist auch in diesem Modus natürlich wieder die Farbauswahl ein bisschen eingeschränkt. Aber insgesamt ist das trotzdem ein großer Fortschritt gegenüber dem Urmodell. Und dieser neue Graphics 2 Modus wird auch von einigen Spielen gerne benutzt, weshalb dann einige von den neueren Spielen auch nicht mehr auf dem Urmodell laufen. Die Sprite Engine in diesem Grafikchip, die enthält auch ein Update, die kann nun Sprites auch hardwaregestützt skalieren, also vergrößern vor allem.
Henner:
[16:11] Aber TI beschränkt sich nicht nur darauf, den Rechner selbst zu verändern, sondern auch die Peripherie, das Zubehör wird ein bisschen überarbeitet. Es gibt weiterhin diese Boxen, diese Sidecar-Erweiterungen, die man rechts andocken kann an das Gerät für diese sehr große Karawane an Erweiterungen. Das geht nach wie vor, also alles bleibt kompatibel. Aber nicht nur das. Ab Frühjahr 82 kann man diese ganze Karawane auch ersetzen durch eine Erweiterungsbox, eine große Metallkiste, die so ein bisschen aussieht wie ein Ur-IBM-PC mit Steckplätzen für Karten. Also genauso wie man das vom Apple II kennt oder auch vom IBM-PC. Und das ist die Peripheral Expansion Box oder PEB.
Henner:
[16:55] Großer Kasten, deutlich größer als der Rechner selbst, aber dafür passen da eben auch acht Steckkarten rein und auch noch ein 5,25 Zoll Diskettenlaufwerk in voller Höhe oder zwei von den flacheren Modellen.
Henner:
[17:10] Das macht das System deutlich aufgeräumter. Es nimmt dadurch natürlich weniger Platz auf dem Schreibtisch ein. Das ist auch stabiler, weil so eine lange Kette von Erweiterungsgeräten auf dem Tisch natürlich auch anfällig ist, falls da die Kontakte mal nicht perfekt sitzen. Das ist also deutlich robuster und professioneller, aber natürlich auch viel teurer. Die Box selbst, ohne Zubehör, die kostet anfangs nur 250 Dollar, also ungefähr die Hälfte dessen, was der Computer kostet. Aber die Karten kommen ja noch hinzu. Die muss man auch separat kaufen. Und mit Vollausbau ist so eine Box am Ende also sehr viel teurer als der Computer selbst. Aber es ist klar, mit dieser PEB richtet sich TI jetzt doch etwas stärker an den professionellen Nutzer, also nicht so sehr an den Heimanwender.
Henner:
[17:59] Wie findet denn die Presse das jetzt, diesen zweiten Versuch von TI auf dem Heimcomputermarkt Erfolg zu haben?
Chris:
[18:06] Die ist recht angetan. Die Creative Computing schreibt im Mai 1983, dieser neue TI-994A löse endlich die Versprechen seines Herstellers ein und sei dank seiner technischen Verbesserungen eine Macht auf dem PC-Markt.
Chris:
[18:22] Nur leider nicht die einzige zu diesem Zeitpunkt. Diese ganze Modellpolitik erinnert mich ein bisschen an das, was dann Jahre später mit dem Amiga passiert. Der erste Amiga ist ja auch so eine technisch fortschrittliche Maschine der Amiga 1000, aber noch nicht der ganz große Markterfolg, unter anderem auch deswegen, weil er einfach sehr teuer ist. Dann kommt die überarbeitete und abgespeckte Version der Amiga 500 und damit kommt der große Erfolg. Und hier haben wir jetzt eigentlich eine ähnliche Ausgangslage. Der ursprüngliche TI-994 ist auch diese nominell, zumindest technisch fortschrittliche 16-Bit-Maschine, aber halt einfach viel zu teuer. Jetzt die Revision abgespeckt, ein bisschen überarbeitet.
Chris:
[18:57] Jetzt könnte ja der Markterfolg kommen. Und tatsächlich passiert das auch. Jetzt kommt auch der Markterfolg, aber nicht so, wie sich Texas Instruments das vorgestellt hat, glaube ich. Die werden nämlich jetzt Getriebene. Und der Ross-Treiber in diesem Fall ist eine Firma, die wir sehr gut kennen und für die wir schon gehört haben, Nämlich Commodore. Denn die treiben Texas Instruments jetzt in einen Preiskrieg. Commodores Maschine zu diesem Zeitpunkt auf dem Markt ist der VC20. Die Vorgeschichte dieses Preiskriegs, das reicht zurück bis in die 70er Jahre. Das hattest du in der letzten Folge auch schon mal kurz angeteasert. Denn da gibt es Commodore ja noch als Taschenrechnerfirma. Die sind da groß im Taschenrechnermarkt. Und dann, wir hatten es beschrieben, steigt Texas Instruments da ein als Preisbrecher, unterbietet alle Konkurrenten auch Commodore und drängt die aus diesem Markt raus.
Chris:
[19:43] Das hat Commodore nicht vergessen, dieses Erlebnis, dass jemand, der einen Markt aufrollt mit Kampfpreisen, dass der die Möglichkeit hat, zur Nummer 1 zu werden. Und jetzt passiert also im Endeffekt das Umgekehrte. Commodore ist ja in der Zwischenzeit dann auch zum Heimcomputerhersteller geworden. Die haben eine eigene Chipmanufaktur eingekauft, die haben MOS Technology gekauft, auch weil sie gelernt haben aus dem Erfolg von Texas Instruments. Das kam bei den Taschenrechnern ja daher, dass die vertikal integriert waren und sehr günstig ihre eigenen Chips herstellen konnten. Das kann Commodore jetzt also auch. Die haben den Hersteller des 6502 Prozessors im eigenen Haus. Und Commodore-Chef Jack Trammell, der greift jetzt 1981 den Heimcomputermarkt an mit dem unschlagbar billigen Commodore VC20 und übt damit in gewisser Weise auch Vergeltung.
Chris:
[20:36] Für das Rausdringen aus dem Taschenrechnergeschäft. Man könnte umgekehrt sagen, er hat halt einfach gelernt von dem, was da damals passiert ist. Und dieser VC20, der kostet zu seiner Markteinführung 300 Dollar. Und schon das ist ein Kampfpreis. Da sind wir ja mehr als 200 Dollar unter dem Preis, das schon deutlich günstigeren TE 994a. Aber das bleibt nicht bei den 300 Dollar, das ändert sich sehr schnell. Schon Anfang 82 senkt Tramiel den Preis dann auf 240 Dollar, zum Jahresende 82 sind es 200 Dollar, Anfang 83 kostet ein VC20 nur noch 130 Dollar, das ist immer noch nicht das Ende, zur Jahresmitte sind es nur noch 100 Dollar. Das ist auch das erste Mal dann, dass ein farbtauglicher Computer diese Schwelle erreicht, das hatten Gunnar und du alles ausführlich in der Folge über den VC20 besprochen, die ich an dieser Stelle nochmal empfehlen möchte.
Chris:
[21:26] Ja und wie reagiert jetzt Texas Instruments auf diesen Preiskampf?
Henner:
[21:31] Die lassen sich auf diesen Zweikampf ein, also sie steigen ein in den Preiskrieg. Noch im Laufe des Jahres 81, also zur Mitte des Jahres wurde der 99 4a ja erst eingeführt, drückt TI den Preis schon weiter auf 450 Dollar, dann 375 und dann sind es nur noch 300 Dollar. Das sind nicht nur reguläre Preissenkungen über die Preislisten, sondern es gibt auch Rabattaktionen, über die man dann 100 oder noch mehr Dollar einsparen kann. Und über solche Rabattaktionen sinkt der effektive Verkaufspreis im September 82 dann auf 200 Dollar. 83 sind dann 150 Dollar erreicht und schließlich zieht TI nach. Commodore hat gerade die 100-Dollar-Grenze erreicht, diese Schallmauer nach unten durchbrochen und TI zieht nach und senkt den Preis ebenfalls auf, nur noch 100 Dollar.
Henner:
[22:26] Das ist nicht ohne weiteres möglich. Die Technik ist ja durchaus teuer, wir haben es mehrfach beschrieben. Das Gerät ist nicht so billig herzustellen. Das geht also nur, weil TI konstant die Technik weiterentwickelt und überarbeitet und vereinfacht. Also die Ingenieure werden immer wieder angetrieben, die Platine weiter zu vereinfachen, Bauteile einzusparen und so wird dann auch im Laufe der Zeit die Zahl der Schaltkreise immer weiter verringert. Einen großen Schritt macht das System im Jahr 83. Da erscheint dann eine überarbeitete Platine. Die kriegt intern die Zusatzbezeichnung QI für Quality Improved. Das ist kein offizieller Namensbestandteil, das steht nur im Inneren auf der Platine, aber diese QI-Platine ist deutlich vereinfacht. Und im Juni 83 kommt dann auch noch eine beigefarbene Version dieses Rechners. Ohne diese wunderschöne Alu-Verkleidung sieht dann schon deutlich langweiliger aus, aber klar, ohne Alu ist das Ganze wiederum billiger herzustellen.
Henner:
[23:26] Und ja, diese Strategie ist schmerzhaft für TI, denn egal wie viel sie auch einsparen, der bleibt in der Fertigung teurer als der VC20 von Commodore. Das liegt auch daran, dass sie das alles immer noch in den USA fertigen, während Commodore mittlerweile ausgewichen ist auf Fertigungsstätten in Asien, in Taiwan zum Beispiel. Also die sind in der Produktion deutlich billiger und TI kann da eigentlich nicht mitziehen. Sie tun es aber trotzdem und naja, der Erfolg scheint ihnen ja auch recht zu geben, denn jetzt steigen die Verkaufszahlen.
Henner:
[24:01] Aber man mag sich wundern, warum gibt es überhaupt ein Duell zwischen dem TI-994A und dem VC20? Die sind ja auf dem Papier technisch weit auseinander. Der 4A ist dem VC20 eigentlich weit überlegen. Es ist ein 16-Bit-Prozessor, der da drin steckt. Der hat deutlich mehr Arbeitsspeicher als der VC20. Der hat dieses Sprite-Engine, die hat der VC20 auch nicht und so weiter. Also eigentlich ist er das viel bessere Gerät.
Henner:
[24:29] Aber das Problem für TI damals ist, so stellt es sich mir da zumindest, ist, dass die meisten Privatkunden sich gar nicht für Bit-Zahlen und solche technischen Details interessieren. Die wissen nicht mal, was das bedeutet. Was habe ich denn für einen Vorteil davon, wenn ich einen 16-Bit-Computer kaufe gegenüber einem 8-Bit-Computer? Den meisten Leuten ist, glaube ich, nur wichtig, was sie anfassen können und was sie sehen können, denn das verstehen sie. Und das hat Commodore erkannt mit dem VC20. Der hat eine anständige Schreibmaschinentastatur von Anfang an, keine billigen Chiclet-Tasten. Das wirkt hochwertig und professionell und das fühlt sich auch so an. Und er kann ein Farbbild ausgeben. Nicht viele Farben und auch nur sehr niedrig aufgelöst und ohne Sprites. Aber das ist alles schon wieder abstrakte Materien. Das ist egal, man sieht Farben auf dem Fernseher und das zählt. Das bietet er. Eine richtige Tastatur und richtige Farben. Und das für weniger Geld als die anderen. Da können die anderen noch so viele Bits und Sprites haben. Das ist völlig egal. 16 Farben sind viel wichtiger als 16 Bits. Und weil das so ist, fällt das TI sehr schwer, die Vorzüge des eigenen Rechners zu erklären. Warum brauchen die Leute 16 Bit? Das erschließt sich ihnen nicht. Auf den ersten Blick hat er einfach keine wesentlichen Vorteile. Trotzdem, durch diese massiven Preissenkungen auf mittlerweile eben nur noch 100 oder 99 US-Dollar, steigen jetzt auch die Absatzzahlen.
Chris:
[25:47] Interessanterweise legt sich Texas Instruments durch diesen Preiskampf ja jetzt doch fest, was für ein Rechner das sein soll. Nämlich ein Rechner für das Einsteigersegment zu Hause. Es gibt ja andere Konkurrenten im Markt, wie insbesondere den Apple II, die sich überhaupt nicht beteiligen an diesem Preiskampf und das auch nicht müssen, weil die eine viel stärkere Basis als professioneller Computer haben. Also hauptsächlich in Firmen eingesetzt werden und dann durchaus auch bei Leuten zu Hause stehen, aber dann halt trotzdem als ein ernsthafter Arbeitscomputer. Und das war ja am Anfang durchaus im Raum gestanden, dass der TE-994 sowas auch sein könnte. Da machen ja vielleicht zum Beispiel ein starker Prozessor auch noch mehr Sinn in der Argumentation. Aber so hintenrum quasi legt sich Texas Instruments jetzt doch fest, indem sie sich eben darauf einlassen, auf diese Konkurrenz mit Commodore, nein, wir zählen klipp und klar auf das Einsteigersegment zu Hause.
Chris:
[26:35] Der Preiskampf ist auch nicht das Einzige, was sie machen, um diesen Erfolg zu pushen. Da gibt es einen neuen Marketingverantwortlichen intern bei Texas Instruments. Bill Turner heißt der Mann, der lernt von der Konkurrenz. Die ernsthaften, in Anführungszeichen, Computer stehen ja damals in erster Linie in irgendwelchen Elektronikläden und in Ketten. Und der VC20 von Commodore hat den großen Vorteil, dass der zum Beispiel auch in Kaufhäusern zu haben ist oder in Spielzeugläden wie Toys R Us. Und da zieht Texas Instruments nach. Auch das machen sie mit. Also sie ändern die Vertriebskanäle so, dass ihr Computer auch für den Normalanwender sichtbar ist, an den Orten, wo die halt zu einkaufen gehen. Und natürlich schlägt sich das auch in der Werbung nieder, im Marketing. Da gibt es dann ab 1982 eine Werbekampagne mit einem Promi, der dort auftaucht. Und das ist Bill Cosby, damals ja ein bekannter Fernsehstar. Da wusste man noch nichts von seinen Sexualstraftaten, für die er dann später verurteilt wurde. Und der tritt dann für den TI-994A in Printerzeigen und auch in Fernsehspots auf. Dazu gibt es auch einen neuen Slogan, der sagt jetzt auch nichts Konkretes darüber, wozu man diesen Computer eigentlich brauchen soll, den man sich da jetzt für immer weniger Geld zu Hause auf den Schreibtisch stellt, sondern der nimmt einem die Entscheidung einfach ab.
Chris:
[27:52] Der Slogan heißt TI’s Home Computer, this is the one. Also das ist der Computer, das ist der einzige, den man braucht. Und die Spots konzentrieren sich darauf, das große Softwareangebot hervorzuheben, was ein klein bisschen ironisch ist, wenn wir dann nachher noch auf das Softwareangebot zu sprechen kommen.
Chris:
[28:07] Aber sie zeigen keines und nennen auch kein einziges im Detail. Hören wir mal rein in so einen Spot.
Einspieler:
[28:13] Ich will ein Computer mit viel Software. Ja, das ist der eine. Der TI Home Computer. Das gibt dir mehr dieser Software-Karträgern als jeder Computer im Weltall. Der ganze Welt. Der Home Computer von Texas Instruments. Das ist der eine. Vielen Dank.
Henner:
[28:30] Das ist übrigens nur ein kurzer Auszug aus dem vollständigen Spot, der 30 Sekunden lang ist. Und in diesen 30 Sekunden sagt Cosby viermal die Worte This is the one. Also die Botschaft wollen sie wirklich rüberbringen. Das ist der Computer, den ihr braucht. Ihr müsst nicht wissen wofür, aber das ist er.
Chris:
[28:46] Das scheint ja auch zu funktionieren, denn tatsächlich in der zweiten Jahreshälfte 82 explodiert der Absatz von TE99-4A. Das Originalmodell hat für seine 20.000 verkauften Einheiten oder beziehungsweise die 100.000 verkauften Einheiten am Ende dann noch etwa 18 Monate gebraucht. Der Nachfolger erreicht diesen ursprünglichen Wert, die 20.000, in vier Tagen. Und das bedeutet auch, dass die Produktion jetzt auf Hochtouren läuft bei Texas Instruments. Bis zu 5.000 Stück werden dort am Tag gefertigt. Und zum Jahreswechsel 1982 auf 83 gilt der TI-99-4A dann tatsächlich als der meistverkaufte Heimcomputer in den USA. Und selbst die deutsche Texas Instruments Niederlassung ist zufrieden, obwohl hierzulande der westdeutsche Markt ja fest in der Hand von Commodore ist. Mit diesem Erfolg entstehen dann sogar spezialisierte Computermagazine mit Fokus auf den TI-99, zum Beispiel das 99er Magazin in den USA oder TI Revue und TI-99 Journal in Deutschland.
Henner:
[29:53] Einige von diesen Magazinen sind erstaunlich langlebig. Ich fand eins, das hieß Micropendium aus den USA. Das erschien erstmals 1984, was, wie wir später erfahren werden, schon nach der eigentlichen Lebenszeit dieser Plattform ist. Und weißt du, wie lange das publiziert wurde, Christian?
Chris:
[30:10] Ich schätze mal, wenn du so fragst, bis in die 90er rein?
Henner:
[30:13] Bis Juni 99.
Chris:
[30:15] Aber da ging es dann nicht nur um den TI-994.
Henner:
[30:18] Oder? Doch, das ist ein reines 99er Magazin.
Chris:
[30:23] Okay, das muss ja eine sehr treue Abo-Basis gehabt haben.
Henner:
[30:28] Ich nehme an, sie haben auch nur deshalb so lange durchhalten wollen, weil sie irgendwie die Jahreszahl 99 erreichen wollen.
Chris:
[30:34] Oh, ja.
Henner:
[30:34] Um 499 auf den Titel schreiben zu können. Das haben sie auch geschafft dann im April. So gab es Juni noch durchgehalten.
Chris:
[30:40] Ah, okay.
Henner:
[30:42] Ja, also es sieht alles gut aus auf den ersten Blick, denn der Umsatz von Texas Instruments, insbesondere durch die Heimelektronik-Sparte, der steigt massiv. Aber Umsatz ist ja nicht alles, man muss ja irgendwie auch Gewinne erzielen, die Ausgaben dürfen nicht zu hoch sein. Leider bleibt aber dieser Heimcomputer, der 994a, ein Verlustgeschäft. Die Komponenten sind einfach zu teuer für diesen Preiskrieg mit Commodore. Allen Vergünstigungen zum Trotz, die Bauteile selbst, vor allem der Prozessor, ändern sich ja dabei nicht. Sie räumen die Platinen ein bisschen auf und lassen die Alu-Platten weg und solche Dinge, aber der Prozessor bleibt teuer, die Speicherbausteine bleiben teuer und so weiter. Das heißt, zum Preis von 100 Dollar und weniger macht TI mit den Geräten überhaupt keinen Gewinn mehr.
Henner:
[31:30] Da kommt noch ein weiteres teures technisches Problem hinzu. Leider, TI hat ja schon mal Pech gehabt mit der FCC. Wir erinnern uns, jetzt haben sie nochmal Pech, Anfang 83. Da stellen nämlich einige Ingenieure bei Texas Instruments eine Gefahr fest, eine potenzielle Gefahr zumindest für elektrische Schläge durch die Netzteile. Die haben einen Konstruktionsfehler und ja, mit sehr viel Pech könnte man also bei der Benutzung einen elektrischen Schlag bekommen. Davon sind fast alle ausgelieferten Exemplare betroffen, 400.000 Exemplare. Das macht sich nicht so gut in der öffentlichen Wahrnehmung, glaube ich, für ein Produkt, das ja als besonders familienfreundlich beworben wird, dass das nun ein todbringendes Netzteil enthält. Und Texas Instruments muss natürlich schnell handeln, auch um den Ruf zu retten. Sie setzen temporär den Vertrieb aus und bieten allen Käufern und Käuferinnen kostenlose Sicherheitsadapter an, die sie dann zwischen Netzteil und Steckdose platzieren und das Problem so umgehen. Das ist natürlich eine sehr teure Aktion und die erschwert es dem Unternehmen noch mehr, mit dem Heimcomputer irgendwie Geld zu verdienen. Es gibt damals einen kursierenden Witz, der wird auch in der Creative Computing im März 1984 wiedergegeben. In der Branche erzählt man sich, TI verliere zwar Geld mit jedem einzelnen verkauften Computer, mache dies aber durch Stückzahlen wett.
Henner:
[32:57] Und ja, sie verdienen einfach an diesen Geräten überhaupt kein Geld mehr.
Henner:
[33:01] Das ist ja in der Branche nicht allzu unüblich. Es gibt ja auch andere Hersteller, insbesondere bei den Konsolen, die ihre Geräte mit Verlusten verkaufen und versuchen, dieses Geld wieder reinzubekommen durch den Verkauf von Software und Zubehör. Und genau das versucht Texas Instruments hier auch. Das müssen sie auch, um dieses Geschäft irgendwie profitabel zu machen.
Chris:
[33:21] Ja, das setzt ja voraus, dass du dein eigenes Ökosystem unter scharfer Kontrolle hast. Wenn du über den Verkauf von Paripherie und Software dann Geld verdienen möchtest, dass du zum Beispiel in Lizenz produzierst. Und auch da hat der T994 ja erstmal gute Voraussetzungen, weil das ist ja im Endeffekt ein modulbasiertes System. Da sind wir gar nicht so weit weg von den Konsolen. Und diese Module produziert natürlich Texas Instruments, zumal da ja proprietäre Technologie drinsteckt, nämlich ihre eigenen ROM-Chips.
Chris:
[33:51] Aber die Voraussetzung dafür ist natürlich auch, dass dann Software entsteht für dieses Gerät. Das schafft ja Attraktivität und das letztendlich würde dann ja potenziell auch Margen schaffen. Nun hatten wir ja gerade schon gesagt, in der Werbung mit Bill Cosby, da wird auch das große Softwareangebot angepriesen, denn das scheint Texas Instruments verstanden zu haben, dass sich Hardware nur über Software verkauft. Aber dieser Schein, der trügt. Nun muss man nochmal einen Schritt zurückgehen und sagen, dass Texas Instruments, nicht erst mit dem TI-994 anfängt, in die Heimsoftware reinzugehen. Das haben sie schon vorher gemacht. Die haben schon vorher Heimsoftware hergestellt und vertrieben, und zwar für ihre programmierbaren Taschenrechner, wie zum Beispiel den TI-58. Für die gab es auch schon Module und auch schon Spielmodule, die extra dafür verkauft wurden. Dafür etabliert TI sogar ein eigenes Label namens Solid State Software. Das soll die Robustheit dieser ROM-Module hervorheben, der Name. Und daran knüpft der Hersteller dann mit dem TI-994 wieder an und verkauft dann auch Programmmodule als Solid-State-Software-Command-Modules. Was für ein staatstragender Name.
Chris:
[35:01] Hervorgehoben wird da auch in der Werbung dafür die Einsteigerfreundlichkeit. Das ist ja nun tatsächlich ein Pfund, mit dem der TI-994 wuchern kann. Das ist ja ganz easy, Modul einstecken, dann erscheint dieses Menü beim Einschalten, das du schon beschrieben hast und daraus kann man das einfach starten. Wer damals andere günstige Heimcomputer wie zum Beispiel den THS80 benutzt, der ist es gewohnt, dass man da erstmal ziemlich lange von Kassette ein Programm laden muss oder dass man sogar manuell ein Codelisting in Basic eintippen muss. Und im Vergleich dazu sind die Module wirklich ein Quantensprung. Die sind da wohltuend bequem und natürlich auch viel schneller ausgelesen als eine Kassette. In denen steckt in der Regel GPL-Code und billige GROM-Bausteine, also diese eigenentwickelten Technologien von Texas Instruments. Für besonders kritischen Code kommen auch mal die teureren ROM-Bausteine mit Maschinencode zum Einsatz. Da die GROMs auch nur von Texas Instruments bezogen werden können und nur von denen hergestellt werden, hat der Konzern faktisch eine Monopolstellung bei der Herstellung von den hauseigenen Steckmodulen. Und das gehört bewusst zur Strategie dazu. Dieses Ökosystem soll unter der Kontrolle von Texas Instruments bleiben. Wenn da also irgendjemand etwas dafür herstellen möchte, dann muss das über Texas Instruments gehen. Die wollen der alleinige Herausgeber für ihre Plattform sein.
Henner:
[36:21] Übrigens, wann besprichst du mit Gunnar mal Spiele für den TI-58, den programmierbaren Taschenrechner? Es wird Zeit, Christian.
Chris:
[36:28] Seit Jahren liege ich Gunnar da in den Ohren, aber er weigert sich standhaft. Ich verstehe es einfach nicht.
Henner:
[36:35] Texas Instruments will also das Software-Ökosystem für seine eigene Plattform kontrollieren und beherrschen. Die lernen dabei natürlich auch ein bisschen von Atari. Atari hat ja gerade damit zu kämpfen, mit den eigenen Konsolen, mit dem VCS oder dem Atari 2600, dass alle möglichen Dritthersteller ohne Lizenz, ohne irgendwelche Lizenzgebühren an Atari abzudrücken, ihre eigenen Spiele verkaufen und damit den Markt überschwemmen. Genau das soll hier nicht passieren mit den Texas Instruments Heimcomputern. Und das soll auch bei den Atari Heimcomputern nicht passieren. Atari versucht das zu verhindern bei ihren Heimcomputern, indem sie sich weigern, technische Spezifikationen zu veröffentlichen über ihr System. Oder Entwicklungswerkzeuge wie so ein Editor, so ein Assembler-Paket zur Verfügung zu stellen, mit dem man programmieren könnte. Und TI macht jetzt genau dasselbe. Auch die veröffentlichen keine technische Spezifikationen für den TE99-4 und ein Editor-Assembler-Paket für die Programmierung in Maschinensprache veröffentlichen sie auch nicht. Und das bedeutet in der Praxis, für den TE99-4 kann man nur sehr schlecht eigene Software für den Rechner schreiben und verkaufen. Es gibt natürlich BASIC, das ist ja integriert. Man kann problemlos ein BASIC-Programm schreiben und als Listing veröffentlichen oder auch verkaufen.
Henner:
[37:56] Aber ein schnelles und richtig professionelles Programm wird in der Regel eben nicht mit BASIC programmiert, sondern in der anderen Sprache, im Idealfall in Assembler, in Maschinencode.
Henner:
[38:06] Und dieses Basic von TI hat noch einen weiteren Nachteil in der eigenen Version von Texas Instruments. Das verzichtet nämlich auf einige der mächtigsten Befehle, die man auch vom C64 kennt. Zum Beispiel Peak und Poke, wo man direkt auf bestimmte Speichersegmente zugreifen kann. Die gibt es hier einfach gar nicht. Das heißt, man kann nicht besonders systemnah entwickeln. Das bemängelt auch die Presse, die Creative Computing, die schreibt 1980 darüber, TI hat dieses Basic offensichtlich so gestaltet, dass es Nutzer von systemnahen Funktionen fernhält und die Redaktion mutmaßt dann auch, das sei vielleicht ja die Absicht dahinter, den Absatz der Solid-State-Software-Module zu unterstützen. Und genau so ist es natürlich auch. Also wer damals effizient Software schreiben will für die 99.4, der braucht erstmal den Segen von Texas Instruments, der braucht Zugriff auf deren Module, die nur Texas Instruments selbst fertigen kann mit ihren G-ROM-Chips, und er braucht für die Entwicklung idealerweise auch eine passende Entwicklungsplattform, einen Minicomputer, zum Beispiel einen TI-990, den gibt es ja auch nur bei Texas Instruments. Das erinnert so ein bisschen an das erste Modell des Macintosh von Apple. Dafür konnte man anfangs ja auch nur programmieren, wenn man einen teureren Apple Leaser hatte. Das ist auch heute nicht so sehr viel anders, wenn man fürs iPhone Software veröffentlichen will. Dann muss man die zumindest teilweise mit einem Macintosh schreiben und veröffentlichen. Das geht auf anderen Plattformen gar nicht.
Henner:
[39:34] Ja und damit werden Drittentwickler damals praktisch vom System ausgeschlossen.
Henner:
[39:40] Ein Byte-Kolumnist hat 83 rückblickend darüber geschrieben, der TE-994 war nicht nur langsam, man kam auch nicht rein. Ja, und das ist problematisch.
Chris:
[39:52] Diese Abschottung ist schon sehr gründlich. Die Zeitschrift Microcomputing, die schreibt im August 1980, sie habe in der Vergangenheit hunderte von Programmen für den TRS-80 veröffentlicht, für den Computer von Tandy. Und nun habe man eigentlich vorgehabt, so viele wie möglich davon auch zu portieren auf den TI-99-4. Das erscheint ja auch sinnvoll. Aber, Zitat, uns sind die Schwierigkeiten des Systems bekannt. Und auch wie sehr Texas Instruments sich bemüht, solche Übersetzungen zu erschweren. Zitat Ende. Und die Redaktion schreibt dann ja fast schon flehentlich, sie kenne über tausend Entwickler, die in der Vergangenheit Programme geliefert hätten, aber von diesen sei niemand für diese Aufgabe, also für die Portierung auf den TI-994 verfügbar gewesen. Und wenn jemand das könne, dann soll er sich doch melden, bitte aus der Leserschaft.
Chris:
[40:42] Bitte rettet uns. Also das ist schon dramatisch. Und die Architektur des Systems mit dieser exotischen CPU erschwert die Entwicklung noch zusätzlich. Für die Atari Heimcomputer, die du ja gerade zum Vergleich herangezogen hast, da gibt es anfangs auch keine Dokumentation. Aber in dem Rechner steckt wenigstens eine bekannte CPU, nämlich der 6502 von MOS Technology. Dieser Prozessor ist für sich genommen gut dokumentiert und wohl bekannt. Das ist natürlich dann eine kleine Hürde. Anders beim TMS 9900, den kennt niemand. Keiner hat Ahnung, wie man dafür Software schreibt. Und die Folge beschreibt die Zeitschrift Fortune im Juni 1980, Zitat, TI hat es geschafft, sich selbst vom Büro- und Profimarkt auszuschließen, Zitat Ende. Ja, das ist natürlich auch ein Punkt. Wir reden ja hier nicht nur über Spiele oder Heimanwendungen. Wir reden schon auch über professionelle Software. Also sowas wie ein Microsoft Basic oder ein Visical oder ein WordStar. Das sind ja existierende Programme, die natürlich sich auch gut machen würden auf dem TI-994, wenn sie dort laufen könnten, wenn man sie darauf portieren könnte. Aber das passiert eben nicht.
Chris:
[41:51] Das heißt, der Einzige, der das lösen kann, ist Text das Instrument selbst. Das wollen sie ja auch. Die wollen ja der alleinige Software-Liferant für ihre Plattform sein. Aber die liefern nicht genug. Es kommt eine Textverarbeitung, TI Writer, aber erst 1982. Da ist das Gerät schon eineinhalb Jahre im Markt. Eine Tabellenkalkulation kommt, TI-Calc, erst 83. Zur Markteinführung des TI-99-4 Ende 79 sind nur 25 Programme erhältlich und 1980, im ganzen Jahr 1980, kommen nur 10 dazu von Texas Instruments.
Chris:
[42:24] Aber da sind wir ja noch in der Ära, wo das Ursprüngliche, das Originalmodell gescheitert ist, wo das im Markt gescheitert ist. Dann kommt eine Überarbeitung der Hardwarebasis und damit setzt auch ein Umdenken auf der Softwareseite ein, zumindest zeitweise.
Henner:
[42:39] Ja, so langsam öffnen sie sich, zumindest ein bisschen. Das gleiche passiert eine weitere Parallele zu Atari, auch bei der Konkurrenz bei Atari. Die hatten ja ihr System auch anfangs abgeschottet und die öffnen es jetzt langsam. 1981 fangen sie an, ein Entwicklerhandbuch zu veröffentlichen, Dere Atari. Das erscheint dann 1982 auch vollständig in Buchform. Vorher wurde das so schrittweise veröffentlicht. Und damit öffnen sie ihre Plattform für die Allgemeinheit. Jetzt kann jeder also für diesen Rechner programmieren und das Gleiche oder etwas Ähnliches macht jetzt auch Texas Instruments. 81 kündigen sie ein Programmiermodul ein, ein Editor-Assembler-Modul, das im März 82 dann auch ausgeliefert wird. Und damit kann man nun endlich Programme im Maschinencode schreiben. Also nicht mehr in Basic, sondern im richtigen systemnahen Maschinencode und so auf das System voll zugreifen.
Henner:
[43:33] Da ist auch Beispielcode enthalten bei diesem Modul, an dem man sich ein bisschen orientieren kann und das ist ungewöhnlich großzügig, denn das ist nicht unüblich, dass bei Programmierwerkzeugen kleiner Beispielcode beiliegt, aber hier ist es ein komplettes Spiel, ein Texas Instruments eigenes Spiel namens Tombstone City, das noch relativ neu ist, das ist erst kurz vorher erschienen, also ein kommerzielles Spiel wird komplett im Code mitgeliefert.
Henner:
[43:59] Und das ist bemerkenswert. 81 hat ja IBM auch den PC rausgebracht und dafür gibt es ein Basic. Und diesem Basic liegt ja auch ein Spiel als Code-Beispiel bei. Weißt du noch welches?
Chris:
[44:11] Ist das das mit den Eseln? Ist das unser geliebtes Donkey-Buzz?
Henner:
[44:15] Ja, ganz genau.
Chris:
[44:16] Natürlich ist es das.
Henner:
[44:18] Also eine kleine Spielerei und die legen hier einfach mal ein komplettes, durchaus aktuelles, kommerzielles Spiel bei und auch noch ein sehr gutes im Assembler-Code in der Maschinensprache. Natürlich liegt außerdem noch ein umfangreiches Handbuch bei mit einer vollständigen Systemdokumentation, also alles was man braucht. TI bemüht sich damals wirklich darum, so scheint es, den Leuten das zu geben, was sie sich wünschen in Sachen Software und ihr Softwareangebot zu vergrößern, weil sie feststellen, dass ihnen genau das gegenüber der Konkurrenz fehlt.
Henner:
[44:49] Im Spätsommer 81, da starten sie dann auch eine Umfrage unter Usern, die können über so Einsendekärtchen, wie bei euch damals bei der GameStar, schreiben, welche Software sie sich wünschen von Texas Instruments. Und diese Dokumente sind eingescannt und überliefert. Das ist ganz toll. Da kann man also lesen, was die Leute 81 von TI haben wollten. Und was sie da schreiben, das wiederholt sich. Ganz viele wünschen sich endlich eine gute Textverarbeitung. Mit kleinen Buchstaben, bitteschön. Sie wünschen sich eine Tabellenkalkulation. Sowas wie Visicalc schreiben sie. Und sie wünschen sich auch Spiele wie Space Invaders oder Star Raiders. Das ist ja die Killer-App auf den Atari-Computern.
Henner:
[45:26] Und auch vieles andere, was technisch fortschrittlicher ist, als das, was man bekommt. Also man merkt, es fehlt hier an allem, an Spielen und an professioneller Bürosoftware. Sind dann auch ein paar kuriosere, ein paar speziellere Wünsche dabei. Ein Herr namens Danny, der schreibt da in das Feld für sein Wunschprogramm, How do you fill the screen with hexagons? Also wie kann ich den Bildschirm mit sechs Ecken füllen? Der wünscht sich eine spezielle Sechsecksoftware, interessant. Und ein Herr namens James, der schreibt, er hätte gern something to get the wife involved. Also etwas, was er am Computer mit seiner Frau gemeinsam machen kann. Den Wunsch können bestimmt viele nachempfinden. Nun, Klammer zu, also TI bemüht sich darum, die Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer zu erfüllen. Aber so eine richtig konsequente Öffnung des Softwaremarktes, wie es sie bei Apple gibt und bei Commodore, die gibt es hier nicht. Denn nach wie vor hält TI ja das Monopol auf die eigenen Module, auf die G-ROM-Chips in den Modulen. Das heißt, wer ein eigenes Modul mit Software veröffentlichen will, der muss diese Technik bei TI einkaufen und Lizenzgebühren bezahlen.
Henner:
[46:32] Es gibt bald auch ein paar unlizenzierte Modulnachbauten, ohne den Segen von TI, vor allem die von Atari Soft, zu denen kommen wir noch. Und die setzen keine G-ROM-Chips ein, die kann man ja nur bei TI kaufen, sondern normale, reguläre ROM-Chips. Aber die sind natürlich viel teurer und der Aufwand ist groß, den kann sich nicht jeder leisten, nur solche Schwergewichte wie Atari Soft. Und das führt noch zu ganz eigenen Problemen, dazu kommen wir später noch.
Chris:
[47:00] Aber jetzt könnte man ja sagen, ja, aber das ist ja nicht die einzige Möglichkeit, Programme auf den 99.4 zu laden. Wir haben ja gesagt, man kann ja auch einfach ein Kassettenlaufwerk anschließen oder es gibt ja Diskettenlaufwerke, die man dafür kaufen kann als Erweiterung. Warum nicht einfach dafür dann Spiele- oder Programmeveröffentlichungen? Aber das ist leider auch kein gangbarer Weg, weil diese Beschränkung, die TI da eingebaut hat, lässt sich damit nur schwer umgehen. Das eingebaute Betriebssystem mit dem integrierten BASIC hat nämlich keine Möglichkeit, Maschinencode-Programme von diesen externen Laufwerken zu laden. Dafür braucht man wiederum Zusatzdinger. Man braucht entweder das Extended Basic Modul, da sind dann nämlich erweiterte Befehle drauf, die das können, oder man braucht ein Programmierwerkzeug wie eben dieses Editor Assembly Modul, das dann ebenfalls diese Befehle nachrüstet. Das ist noch nicht alles. Wenn ich jetzt zum Beispiel das Infocom Adventure Planetfall spielen möchte auf dem TE-994, das erscheint für diesen Rechner auf Diskette, dann brauche ich erstmal das Diskettenlaufwerk, den dazugehörigen Laufwerkscontroller und ich brauche auch noch eines dieser Module, das wir gerade beschrieben haben, und die Speichererweiterung, die 32-Kilobit-Speichererweiterung, weil die ist zwingend notwendig, damit die Maschinen-Code-Programme darauf abgelegt werden können. Also du brauchst, lass mich nochmal nachzählen, 1, 2, 3, 4, 5 zusätzliche Module, die du an dein Basisgerät anstecken musst, um dieses eine Disketten-Spiel laden zu können. Das ist natürlich eine enorme Hürde.
Henner:
[48:27] Ja, das macht doch niemand. Und es bleibt nicht dabei. Also Texas Instruments zieht da die Daumenschrauben an und versucht diesem Graumarkt, diesem Markt nicht lizenzierter Software, einen Riegel vorzuschieben. Das müssen sie auch, zumindest denken sie, dass sie das müssen, um irgendwie diesen Preiskrieg mit Commodore zu überstehen. Sie sind ja nun mal angewiesen auf die Einnahmen aus dem Softwaregeschäft. Das geht gar nicht anders. Mit der Hardware verdienen sie kein Geld mehr. Sie müssen also Ihr Softwaregeschäft selbst in der Hand behalten. Und so machen Sie etwas sehr Unbeliebtes. Auf der CES im Juni 83 kündigen Sie eine neue Hardware-Revision an. Das ist dieses Modell, was inoffiziell als QI bezeichnet wird und deutlich kostenreduziert ist. Und dieses Modell bringt eine wesentliche Änderung mit. Das akzeptiert nur noch Module mit GROM-Chips. Alle anderen Module, die nur ROM-Chips enthalten und keine TI-GROM-Chips, die werden einfach nicht mehr aufgerufen. Im Programmstartmenü werden die nicht mehr angezeigt und damit kann man sie nicht mehr starten. Die werden de facto ausgesperrt.
Henner:
[49:31] Das ist hart für Anbieter wie Atari Soft, die genau diese Module bislang verkauft haben. Das ist eigentlich nicht ganz neu, denn schon das Urmodell der TE99-4, der allererste von Ende 79, der hatte genau die gleiche Einschränkung. Der konnte auch nur G-ROM-Chip-basierte Module starten. Aber diese Einschränkung wurde aus völlig unklaren Gründen entfernt mit dem TE99-4A, also mit der zweiten Auflage des Rechners. Der war plötzlich offen. Mit dem ließen sich jetzt auch reine ROM-Module starten. Und das hat Anbietern wie Atari eben den Weg auf die Plattform geöffnet. Jetzt konnten die ihre eigenen ROM-basierten Module veröffentlichen. Warum TI das damals gemacht hat mit dem VR, das weiß niemand so ganz genau. Ich habe mit einem Spieleentwickler gesprochen, mit dem Urbanus. Und der sagte dazu, die Softwareperson, die diese Änderung vorgenommen hat, wodurch die Konsole ja freigeschaltet wurde, damit meint er den Computer, hat wahrscheinlich viel Kritik vom oberen Management bekommen.
Chris:
[50:32] Und viel Geld von Atari, das war bestimmt ein Maulwurf. Die Eingeschleuchte.
Henner:
[50:39] Weil doch vielleicht wusste das Management gar nichts von dieser Öffnung. Vielleicht war das auch ein Versehen.
Chris:
[50:44] Ja, das glaube ich sofort. Was wir bisher über Texas Instruments gelernt haben, halte ich das für absolut möglich.
Henner:
[50:49] Also auch nun absichtlich oder nicht, der TE994A war deutlich offener gegenüber Drittherstelleranbietern. Aber das ändert sich jetzt wieder. Diese Öffnung wird also rückgängig gemacht mit dem QI-Modell. Und fortan, also ab Mitte 83, sind wieder nur die G-ROM-basierten Module mit TI-Lizenz zu starten. Alle anderen können nicht mehr gestartet werden. Und das betrifft, wie gesagt, vor allem Atari Soft, die aber sehr populäre Spiele beigesteuert haben. Sowas wie Pac-Man und Donkey Kong. Und die gehören auch zu den besten und beliebtesten Spielen auf der ganzen Plattform. Die werden jetzt einfach mal alle ausgesperrt. Das ist jetzt kein gutes Kaufargument, würde ich sagen. Die populären Atari-Spiele, die ganzen Spielhallen-Klassiker, laufen jetzt alle nicht mehr, alle nicht mehr kompatibel. Dieser Byte-Kolumnist, den wir vorhin schon mal zitiert haben, der im Juli 83 sich dazu geäußert hat, der schreibt in diesem Artikel auch, TI sagt den Hobby-Entwicklern wieder einmal, sie mögen doch tot umfallen. Aber eigentlich ist die Plattform auf solche externen Drittentwickler angewiesen. Die brauchen das zwingend, denn das Softwareangebot ist weiterhin viel zu klein.
Chris:
[51:57] Am Anfang des TI-994 sind Spiele noch gar nicht im Fokus. Der Paul Urbanus, mit dem du gesprochen hast, der hat ja erzählt, dass der ursprüngliche Fokus von Texas Instruments auf Bildungs- und Produktivitätssoftware lag. Also die wollten ihren Heimcomputer zu dem Zeitpunkt noch eher in diese Richtung positionieren, dass man ihn zu Hause also produktiv nutzt. Und erst als man dann gesehen hat, dass Spiele aber auf den Wettbewerberplattformen, also bei Commodore und Atari, super wichtig sind und auch ein Verkaufsargument sind, hat sich Texas Instruments dann stärker dem Gaming zugewandt. Das mag so sein, aber man kann auch festhalten, es erscheinen von Anfang an Spiele für den TE-994. Also noch im Startjahr 79 gibt es ungefähr ein Dutzend Stück davon. Darunter sind ein paar Module von einem frühen Lizenznehmer, nämlich von Milton Bradley von MB. Das sind dann so aufregende Titel wie Galgenmännchen oder 4 gewinnt.
Henner:
[52:50] Wow, braucht keine eigene Folge, denke ich.
Chris:
[52:53] Nee, denke ich auch. Und es gibt auch ein paar unlizenzierte Titel auf anderen Datenträgern.
Chris:
[52:57] Aber Texas Instruments selbst veröffentlicht auch eigene Spieler auf seinen Modulen. Das sind Lernprogramme darunter. Wir hatten in der ersten Folge kurz Number Magic erwähnt. Das sollte ursprünglich mal im ROM integriert sein, wurde es dann nicht. Stattdessen erscheint es eben als eigenes Modul. Und zwei Spiele sind auch von Anfang an am Start. nämlich Videochess und Football. Das sind jetzt auch nicht die ganz großen Innovationen, sondern eher generische Produktionen. Also was wir hier jetzt noch nicht haben, sind irgendwelche Lizenztitel aus den Spielhallen zum Beispiel.
Henner:
[53:28] Aber das ändert sich. Ich muss aber noch mal ganz kurz auf Video Chess eingehen.
Chris:
[53:31] Natürlich musst du das.
Henner:
[53:32] Natürlich teste ich ja auch immer ein Schachprogramm. Ich kann hierüber allerdings nicht allzu viel Interessantes sagen. Es ist minimalistisches Schach, ohne irgendwelche Extras. Die Grafik ist simpel und sehr klein. Das Schachbrett nimmt nur ungefähr ein Viertel der Bildfläche ein. Die Entscheidung verstehe ich überhaupt nicht. Das Schachbrett ist doch wohl das Wichtigste. Auf den ganzen Rahmen drumherum kann ich verzichten. Es gibt auch keine Joystick-Steuerung. Es gibt nur Tastatureingaben, also sehr umständlich, sieht auch nicht schön aus. Die weißen Figuren sind nicht weiß, sondern sie sind durchscheinend, das heißt auf den hellen Feldern sind sie weiß, aber auf den dunklen, den blauen Feldern sind sie blau. Das ist also nicht sehr ansehnlich, aber es hat Sounds immerhin. Das braucht man ja bei einem Schachprogramm. Wenn man eine Figur zieht, dann macht sie so ein Quietschgeräusch. Ist toll. Gut, aber viel mehr kann ich zu dem Video Chess auch nicht sagen.
Henner:
[54:25] Du hast gerade gesagt, dass sie von Anfang an sich sehr zurückhalten mit eigenen Spielen. Sie portieren also nicht etwa die großen Arcade-Titel von anderen Entwicklern, wie andere das machen. Sie portieren sie nicht, sie kopieren sie lieber. Es gibt relativ früh von T.I. Ein Spiel namens Munch Man und du darfst dreimal raten, wovon das wohl inspiriert wurde.
Chris:
[54:47] Muss ich jetzt? Also ich glaube, ich brauche keine dreimal. Ich würde Pac-Man in den Raum werfen.
Henner:
[54:51] Ja, ist richtig. Hervoran.
Chris:
[54:54] Das hätte auch kolossal schief gehen können.
Henner:
[54:56] Ja, es wird jetzt aber noch ein bisschen schwieriger. Wodurch inspiriert wurde wohl T.I. Invaders?
Chris:
[55:00] Oh, Space Invaders?
Henner:
[55:02] Ja, auch richtig.
Chris:
[55:02] Ich habe einen Lauf gerade hinter.
Henner:
[55:05] Ja, also fürs nächste Quiz bist du gut gerüstet. Das ändert sich dann etwas später. So ab 83 hat TI dann ein Einsehen und portiert und publiziert dann doch einige Originale, einige Spiele großer, anderer Studios. Kongo Bongo von Sega zum Beispiel oder BurgerTime von Data East.
Henner:
[55:25] Und rund um dieses Jahr 83 wächst dann auch das Angebot an Spielen für die Plattform deutlich. Das liegt natürlich vor allem an dem Erfolg des Nachfolgesystems des TI-994a und dessen Öffnung, zumindest temporärer Öffnung für ROM-Module, auch ohne Lizenz. Und das zeigt sich dann auch darin, dass viele größere Publisher jetzt auf diese Plattform aufspringen. Ab 83, da kommen dann Publisher dazu wie Parker zum Beispiel, die veröffentlichen Popeye von Nintendo oder Frogger, das ja von Konami stand. IMagic kommt auf den TI-Rechner mit Microsurgeon, so eine frühe Chirurgensimulation, ganz eigenwilliges Spiel. Kennst du das?
Chris:
[56:05] Ich kenne es dem Namen nach, ja.
Henner:
[56:07] Infocom kommt drauf mit Deadline unter anderem. Dazu hattet ihr, glaube ich, auch schon mal eine Folge, ne?
Chris:
[56:12] Nicht in dem offenen Feed, aber wir hatten eine Stay Forever Spiels Staffel dazu.
Henner:
[56:17] Ah ja, aber das habt ihr nicht auf dem T994A gespielt, glaube ich.
Chris:
[56:20] Nee, aber vielleicht sollten wir das nochmal nachholen. Brauche ich aber noch ein bisschen Ausrüstung dafür, bevor das klappt. Wobei, das kam auf Modul, oder? Oder kam das auf Diskette?
Henner:
[56:30] Das kam auf Diskette. Und Sierra kommt auf die Plattform. Allerdings nicht mit den Adventures, sondern mit einem Spiel namens Cannonball Blitz, das mir gar nichts sagt.
Chris:
[56:38] Sagt mir auch nichts.
Henner:
[56:39] Aber die meisten großen Arcade-Umsetzungen, die kommen nicht von TI selbst, sondern die kommen ohne Segen und ohne Wissen und Lizenz und Wohlwollen von TI über Atari und deren Publishing-Arm Atari Soft. Und die liefern zum Beispiel die ganzen Quintessentials, alles was man braucht, Donkey Kong, Centipede, Pole Position, Dick Duck, Pac-Man, Moon Patrol, Defender, das ist alles jetzt auch für den T-99-4a zu haben. Und dank dieser Bemühungen auch der anderen Hersteller wächst nun die Zahl der insgesamt veröffentlichten Spiele immer weiter. Der Höhepunkt ist 1983 erreicht, da erscheinen ungefähr 75 Spiele, danach geht die Zahl dann stark zurück.
Henner:
[57:21] Insgesamt erscheinen, also wenn man der Spiele-Datenbank Mobigames glaubt, ungefähr 200 Spiele für die Plattform. Deutlich weniger als etwa für den C64 natürlich, aber immerhin. Und da sind Lernprogramme nicht inbegriffen in dieser Zahl. Die habe ich da mal grob rausgerechnet. Wie gesagt, viele von diesen neueren Titeln, die so ab 82, 83 erscheinen, die laufen auch nur auf dem 4a, auf dem erweiterten Nachfolgesystem. Und viele von denen auch nur mit Speichererweiterung oder mit weiterer Zusatzhardware, wie du es gerade beschrieben hast. Die allerletzten Spiele erscheinen bei TI selbst 1984. Die letzten relevanten Spiele für die Plattform kommen extern von Infocom, 1989 noch. Da erscheint unter anderem Leather Goddesses of Phobos für den T99-4A-Spiel. Und das war’s dann aber auch.
Chris:
[58:15] Dann schauen wir noch mal ein bisschen genauer auf einige von den Spielen. Also insgesamt muss man festhalten, das Qualitätsniveau von den modulbasierten Spielen auf dem TI-994 ist erstaunlich hoch. Die Ludothek von dem TI-Computer erhält wesentlich weniger Ramsch als zum Beispiel der Atari 2600. Ist ja auch berühmt geworden, das war eine große Menge an Quark. Da ist es also sehr viel aufgeräumter und besser kuratiert. Sowas wie 150 verschiedene Pong-Derivate zum Beispiel findet man nicht auf dem TE-994. Es gibt natürlich auch minder komplexe Spiele, wie das schon erwähnte Hangman. Aber insgesamt ist das schon ganz ordentlich. Zu den populärsten Spielen gehören zum Beispiel die Arcade-Klone, die du schon erwähnt hast, die ja von TE selbst stammen. Also Munchman von 81 und TI-Invaders von 82. Die fügen den Vorbildern, also Pac-Man und Space Invaders, jetzt nicht groß was hinzu, aber die sind gut spielbar. Und das kann man bei weitem nicht von allen Portierungen dieser Ära auf Heimcomputers sagen, manchmal ist es zwar nicht schön, aber es läuft erheblich schneller als die offizielle Pac-Man Variante, die es ja auch gibt für den TE-994, die kommt über Atari Soft.
Chris:
[59:25] Und TI Invaders hat jetzt auch keinen echten Mehrwert gegenüber dem Original, aber es gibt manche Fans, die halten das für den besten Space Invaders Klon auf Heimcomputern. Aber interessanter als diese Klone sind zwei originäre und auch exklusive TI-994 Titel, die auch dann als die besten dieser Plattform gelten, die beide im Jahr 82 erscheinen und beide intern bei Texas Instruments selbst entwickelt wurden.
Henner:
[59:54] Das erste von denen haben wir schon ein paar Mal gehört. Das ist Parsec. Das ist so ein horizontales Shoot-em-Up. Das sieht aus wie Defender und spielt sich auch sehr ähnlich. Also man fliegt mit dem Raumschiff von links nach rechts und ballert. Das ist vor allem technisch beeindruckend. Das gilt als Vorzeigetitel und das nutzt auch als eines der ersten Spiele diesen neuen Bitmap-Modus, den Graphics-2-Modus des erweiterten Grafikchips, also des 9918a. Und das zeigt weiches Scrolling, was auf dieser Plattform ja nicht so einfach ist, Denn das kann der Grafikchip nach wie vor nicht. Und sehr viele, sehr schnell animierte Gegner-Sprites. Und es hat auch Sprachausgabe über das Sprachmodul. Aber noch eine Besonderheit, keine synthetische Sprachausgabe, für die dieses Modul ja eigentlich gedacht ist, sondern stattdessen Samples. Die haben da die Stimme einer Dame digitalisiert, also man hört eine reale Frauenstimme, und man braucht aber trotzdem das Sprachmodul dazu, denn solche Samples wiederzugeben, das kann der Computer selbst gar nicht mit seinem Soundchip. Der kann ja nur diese Rechteckwellen ausgeben und die beherrschen einfach nur Piepstöne, aber ein Sample wiederzugeben ist damit nicht möglich. Aber der Sprachsynthesizer mit seinen erweiterten Fähigkeiten, der kann es. Also wenn der angeschlossen ist, dann hört man auch diese Samples und wir hören mal rein. Enemy, destroyed.
Einspieler:
[1:01:14] Warning. Time to wait to.
Chris:
[1:01:24] Schon schick.
Henner:
[1:01:25] Ja, Parsec ist, wir haben es auch schon erwähnt, ja entwickelt worden von Paul Urbanus, mit dem ich ja auch sprechen konnte. Der hat das nicht alleine entwickelt, sondern gemeinsam mit einem Kollegen, mit Jim Dramis. Das ist der Erfinder von Munchman. Die haben das beide entwickelt ohne einen Minicomputer, sondern sie haben alles erledigt mit diesem Editor-Assembler-Modul auf einem TI-994A selbst. Das zeigt also, dass dieser Rechner, mit diesem Modul ein vollwertiges Entwicklerwerkzeug geworden ist. Und sie hatten bei der Entwicklung bei TI selbst, dort waren sie ja eingestellt, überhaupt keine Einschränkungen, hat er mir gesagt.
Henner:
[1:02:02] Zitat, uns wurde einfach nur gesagt, wir möchten, dass ihr gemeinsam an einem Spiel arbeitet. Und das sollte bitte ein Weltraumthema haben. Und das war es. Es gab keine weiteren Vorgaben, keine Storyboards, keine regelmäßige Prüfung, was sie da überhaupt machen oder irgendwelche Einschränkungen. Die konnten machen, was sie wollten. Und das geht anderen Entwicklern bei TI selbst ebenso. Ganz erstaunlich und diese Arbeitsatmosphäre, diese große kreative Freiheit, die die Entwicklerinnen und Entwickler bei TI selbst genießen, sofern sie bei TI selbst arbeiten, externe Entwickler sind ja nicht so gern gesehen, das beflügelt natürlich auch die Kreativität. Und das trägt dazu bei, dass dieses Spieleangebot für den TI-994 und den 4A so vielfältig und durchaus hochwertig ist. Also auch, dass TI selbst den Daumen drauf hält und genau kontrolliert, welche Spiele überhaupt veröffentlicht werden, so wie später Nintendo das macht, ist also das Qualitätsniveau durch die Bank erstaunlich hoch.
Henner:
[1:03:00] Es gibt noch einen zweiten Titel, der oft genannt wird als bestes Spiel für diese Plattform. Das hast du ja gerade genannt, Tunnels of Doom. Auch ein internes Werk, auch von einem TI-eigenen Entwickler und das hier ist anders als Parasek kein Action-Spiel, sondern ein Rollenspiel, das wie alle Rollenspiele damals so ein bisschen Dungeons & Dragons inspiriert ist.
Henner:
[1:03:20] Und da kann man mit bis zu vier Partymitgliedern Katakomben erkunden und Monster abschlachten, wie es sich gehört. Das ist auch technisch ganz erstaunlich, denn das hat so eine 3D-Ansicht, eine First-Person-Perspektive, während man diese Dungeons erkundet. Das sieht natürlich jetzt nicht so aus wie Ultima Underworld oder so, das ist schon ein bisschen schlichter, aber zumindest ist es dreidimensional und diese Dungeons sind auch noch zufallsgeneriert.
Henner:
[1:03:48] Wenn man dann dabei in die Kämpfe gerät, die rundenbasiert ablaufen, dann ändert sich die Perspektive und weicht einer taktischen Draufsicht. Das ist also sehr fortschrittlich für das Jahr 82. 3D-Perspektive, Perspektivwechsel, zufallsgenerierte Dungeons und dann gibt es auch noch sowas wie, man kann mit den Monstern im Kampf verhandeln. Ich kenne mich mit Rollenspielen nicht aus, Christian, ist das üblich, dass man mit denen reden kann?
Chris:
[1:04:15] Nee, das ist schon ungewöhnlich. Diese Perspektivwechsel, das ist ja schon durch Ultima etabliert. Wir haben ja Visitor in Ultipla schon im Markt zu dem Zeitpunkt. Und das sind ja First-Person-Dungeon-Crawler, wenn auch nicht zufallsgeneriert. Das ist schon was Neues hier in Tunnels of Doom. Und dass man auch eine 2D-Perspektive hat auf der Weltkarte, das haben wir in Ultima auch schon. Hier ist es halt jetzt in den rundenbasierten Kämpfen drin. Also das ist schon insgesamt ein tolles Ding. Aber es lehnt sich technologisch an an das, was andere Spiele vorher schon gemacht haben.
Henner:
[1:04:41] Und nicht zu vergessen, es hat einen Multiplayer-Modus. Man kann das auch zu viert spielen.
Chris:
[1:04:45] Das ist sehr cool.
Henner:
[1:04:46] Das ist wirklich cool. Es gibt noch ein paar weitere erwähnenswerte Exklusivtitel. Oft genannt als eines der besten Spiele wird Alpina zum Beispiel von 81. Das ist so ein Bergsteigerspiel. Aus einer Seitenansicht klettert man einen Berg hoch. Das ist eher eine Art Puzzle. Aber das hat auch sehr schöne Sprachausgabe. Ist also technisch ebenfalls sehr beeindruckend. Return to Pirates Isle ist eines der schönsten Spiele. Das ist ein Grafikadventure von Scott Adams. Und Tombstone City, das haben wir auch schon erwähnt von 1981, das ist so ein Top-Down-Ballerspiel und das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es ja diesem Assembler-Modul als vollständiger Code beiliegt.
Henner:
[1:05:28] Es gibt aber noch einen Geheimtipp. Christian, den habe ich auf keiner besten Liste gefunden. Der wird überhaupt nirgendwo erwähnt. Also ganz obskur. Das Spiel heißt Slimoids. Das ist vielleicht auch nicht der schönste Titel.
Henner:
[1:05:42] Da spielt man eine Spielfigur, die zusammengesetzt ist aus mehreren Sprites und die läuft von links nach rechts vor scrollenden Hintergründen durch die Levels und schießt dabei auf unförmige Monster, die aus allen Richtungen kommen. Vorne, hinten und von oben und auch aus der Tiefe des Raumes. Und das ist bemerkenswert, weil das ein Run and Gun ist. Run and Gun ist natürlich in den 80ern üblich. Das hat jeder schon gespielt. Aber die großen Vertreter dieses Genres, die das ja prägen und populär machen, sowas wie Ghosts and Goblins, die erscheinen erst später. Ghosts and Goblins 85 und Contra, der vielleicht bekannteste Vertreter, kommt erst 87. Aber Slimeoids kommt 1984 raus, Christian. Ich bin jetzt nicht so ganz tief eingestiegen in die Recherche zu diesem Spiel. Aber es könnte das erste Run and Gun sein.
Chris:
[1:06:28] Das machen wir dann in der zugehörigen Stay-Fifer-Folge. Da recherchieren wir das aus.
Henner:
[1:06:33] Ja, steht hiermit fest. Sie wird kommen.
Chris:
[1:06:35] Aber erst nachdem wir über Hangman gesprochen haben.
Henner:
[1:06:39] Und vergiss die TI-58-Spiele nicht bitte für die Taschenrechner.
Chris:
[1:06:42] Ja genau, die kommen vorher.
Chris:
[1:06:45] Also doch eine erstaunliche Qualität in den Spielen schon drin und da gibt es noch eine zweite wichtige Quelle neben Texas Instruments selbst und zumindest zeitweilig auch Atari Soft, die ja, wenn auch inoffiziell, eine Reihe sehr guter Spieler auf den TI gebracht haben. An diese zweite Quelle ist wieder Milton Bradley, also MB, dieser Spielzeugkonzern, der ja von Anfang an mit Spielen dabei war. Die Starttitel war noch eher banal, wie wir gerade gesagt haben, aber ab 83 gibt es eine ganze Reihe von auffallend guten Spielen von MB, und die sind für ein ganz spezifisches Zubehörteil gedacht, das Milton Bradley auch selbst herstellt für den TI-99-4A.
Chris:
[1:07:22] Nämlich das Expansion System, kurz MBX genannt. Und das ist ein echt interessantes und fast ein bisschen avantgardistisches Stück Technik, das nur leider zur falschen Zeit erscheint. Und das hat auch eine Vorgeschichte, denn eigentlich beginnt MB im Jahr 82 damit eine eigene Konsole zu entwickeln. Die soll den damaligen Marktführer Atari 2600 und auch das Intellivision überflügeln mit fortschrittlicher Technik wie zum Beispiel Sprachsteuerung.
Chris:
[1:07:49] Aber als dann Coleco die ColecoVision veröffentlicht, fürchtet MBs Management, dass noch eine weitere, eine vierte Konsole im Markt vielleicht ein bisschen zu viel sein könnte, dass sie also da einfach zu spät dran sind. Und deswegen wird dieses zu dem Zeitpunkt schon fertige System, das anfangs unter dem Namen die Expander bekannt ist, dann umgewidmet in ein Zubehörteil für den TI-99-4A. Wahrscheinlich deswegen, weil MB eben eh schon verbandelt ist mit Texas Instruments. Weil sie dafür schon Spiele entwickeln. Und so kommt dann im Herbst 1983 dieses Zubehörteil, das MBX, auf den Markt. Das kostet wahrscheinlich 130 Dollar. Wahrscheinlich deswegen, weil nicht genau zu recherchieren ist, was das eigentlich als Einführungspreis hatte. Und technisch gesehen ist das ein eigenständiger Computer. Das steckt man in den Expansion-Slot, aber drin steckt wegen seiner Genese eine eigene CPU. Das ist der 6809, ein Prozessor von Motorola, ein 8-Bit-Teil. Der ist zum Beispiel auch im TRS-80-Color-Computer von Tandy drin oder in der Vectrex-Konsole und eigene RAM und ROM-Chips sind da auch drin. Aber besonders spektakulär sind die Steuerelemente von diesem MBX.
Henner:
[1:09:01] Ja, denn auf diesem Kasten selbst ist ein Tastenfeld, also eine eigene Tastatur mit 64 Folientasten. Und da kann man wieder Overlays drauflegen, also Pappschablonen, die einigen Spielen beilegen und die einzelnen Tastenfunktionen erklären. Und es liegt ein Joystick bei, der also an dieses externe Gerät angedockt wird und nicht an den Computer selbst. Ein Viertasten-Joystick in der Pistolengriff-Form, der wiederum obendrauf einen Stick hat, der frei drehbar ist um 360 Grad und das liefert dann ein zusätzliches Analogsignal. Aber das Spektakulärste ist, da liegt auch noch ein Headset bei und darüber lassen sich, du hast es ja schon angedeutet, Sprachbefehle geben. Das heißt, in einem Spiel wie Baseball kann man dann Kommandos geben wie Second oder Pitcher. Ich habe keine Ahnung von Baseball, aber irgendwas wird das bedeuten. Und die Spielfiguren im Spiel machen dann auch irgendwas, wenn sie das richtig verstehen. Das kann auch Sprache ausgeben, also wie dieses Sprachmodul von TI selbst, aber das geht darüber hinaus. Also die Sprachsynthese-Fähigkeiten sind noch etwas weiterentwickelt. Aber all diese Fähigkeiten werden nur genutzt durch die MBX-kompatiblen Spiele, also eine kleine Serie von 15 Spielen, die MB veröffentlicht für dieses Zubehörteil. Man kann einige von denen auch ohne das MBX-System spielen, aber dann nur eingeschränkt. Sowas wie die Sprachsteuerung ist dann nicht möglich.
Henner:
[1:10:21] Ja, das MBX, du hast es schon gesagt, das kommt leider ein bisschen spät und deswegen gibt es nur sehr, sehr wenige davon. Das ist ein begehrtes Sammelobjekt. Ich hätte auch gern eins für eine Folge Technik Bits eines Tages, aber ich habe bislang keines gefunden. Ganz traurig, weil das wirklich ein spektakuläres Stück Technologie ist. Ja, das wird kurz nach der Markteinführung 83 wieder eingestellt. Woran liegt das?
Chris:
[1:10:45] Naja, die Zeit steht nicht still. Im Heimcomputer-Segment greifen weitere Leute ein, neue Geräte erscheinen. Commodore zum Beispiel bringt 1982 den C64 auf den Markt als Nachfolger des VC20 und greift damit zugleich erneut in den Preiskrieg ein. Auch der C64 wird zum Kampfpreis rausgestellt. Aus England kommt von der Firma Sinclair der ZX Spectrum. Auch das ein Preisbrecher, sehr billiges Gerät. Atari frischt das Portfolio 1983, aufbringt jetzt die XL-Reihe. Und das alles bringt Texas Instruments zusätzlich in Bedrängnis, gerade eben auch in diesem niedrigen Preissegment. Wegen der großen Erfolge im Weihnachtsgeschäft 82 läuft die Produktion des TI-994A in den Fabriken von Texas Instruments aber 83 noch auf Hochtouren weiter. Und spätestens im zweiten Quartal 83 zeigt sich dann aber, dass die Absatzzahlen, die Texas Instruments prognostiziert hat, illusorisch sind. Jetzt bleiben die Geräte auf einmal in den Regalen liegen. Schließlich werden die von den Händlern dann sogar zurückgeschickt an den Hersteller, weil sie sich als unverkäuflich erweisen. Texas Instruments ändert dann die Marketingstrategie. Die Cosby-Kampagne wird beendet. Es gibt eine neue Kampagne, die hat jetzt einen Fokus auf Lernprogramme und auf die Stärke des Texas Instruments Computer. Auch da können wir mal kurz reinhören.
Einspieler:
[1:12:04] Er ist nur drei, und bereits ist erneut, seeking und schaut euch an, um die Weg zu bringen. Jetzt ist es, wenn ein Texas Instruments‘ home computer kann ihm ein echtes Start-up geben. Mit mehr Bildungsartikeln als auch andere Computer. Ja.
Henner:
[1:12:21] Ja, nichts schreit so sehr, wir sind verzweifelt, wie den Leuten einzureden, sie müssten bitte ihren Dreijährigen schon einen Computer kaufen.
Chris:
[1:12:30] Ja, das ist theoretisch ja möglich, weil der kostet ja auch nichts mehr zu diesem Zeitpunkt. Das ist tatsächlich sogar ein Makel, weil das sind ja inzwischen Schleuderpreise. Also der DE-994A wird dann für 99 Dollar vertickt und die New York Times, die zitiert im Juni 1983 einen Distributor mit den Worten, also als sie auf 99 Dollar gingen, begannen die Leute zu fragen, was stimmt denn nicht mit dem Gerät? Also da stellt sich auf einmal Skepsis ein angesichts dieses sehr niedrigen Preises. Aber mit dem Rechner ist alles okay. Der funktioniert trotzdem nach wie vor. Wo nicht mehr alles okay ist, ist beim Hersteller, bei Texas Instruments.
Henner:
[1:13:07] TI gibt es ja mittlerweile seit über 30 Jahren. Das ist eine große und ruhmreiche Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt. Die haben noch nie einen Quartalsverlust verzeichnen müssen. Das ändert sich jetzt im Juni 83. Müssen sie gestehen, dass sie im letzten abgelaufenen Geschäftsquartal 100 Millionen Dollar Minus gemacht haben. Und das liegt nicht an der Bauteilsparte, sondern das liegt alleine an der Heimelektronik-Sparte mit ihren ungeliebten Computern. Die alleine häuft geschätzt 200 bis 250 Millionen Dollar Verlust an, die anderen Sparten können das eben nur zum Teil ausgleichen. Als das bekannt wird, sackt die Aktie des Unternehmens gleich mal in wenigen Tagen um ein Drittel ab, um 32 Prozent.
Henner:
[1:13:50] Das ist ein riesiger Verlust und die Times schreibt dann auch, das werfe die Frage auf, ob das Unternehmen dieses Geschäft vielleicht nicht besser aufgeben sollte. Woran liegt das? Warum macht TI diese Verluste? Der Artikel erklärt das mit übermäßig aggressiven Preissenkungen und Rabatten kombiniert mit übermäßiger Produktion. Zudem habe TI nicht genug in Software investiert und keine populären Spiele-Lizenzen eingekauft, wie zum Beispiel Saxon, was damals ein großer Spielhallen-Hit ist, obwohl erwiesenermaßen solche Spiele die bestverkauften Programme für Heimcomputer seien. Es gibt ja ein paar Umsetzungen von TI selbst, aber das ist homöopathisch, viel zu wenige. Und so schreibt dieser Artikel am Ende, ja für die Zukunft bleiben nur ganz wenige Optionen. Das Unternehmen verkündete zwar, es plane im Geschäft zu bleiben, aber es braucht dafür neue Produkte. Ein neuer Heimcomputer muss her wieder mal. Eine neue Version. Kommt da denn was?
Chris:
[1:14:51] Ja, da kommt tatsächlich was nach den Plänen von Texas Instruments zumindest. Also es wird an gleich mehreren weiteren Heimcomputermodellen gearbeitet, um den TI-99-4 zu ersetzen oder zumindest zu ergänzen. Im Januar 83 zum Beispiel, da kündigt Texas Instruments wieder auf der CS, auf der großen Messe, ein neues Low-End-Modell an. Also noch günstiger. TI-99-2 soll der heißen. Ein winziges Gerät mit 4 Kilobyte RAM nur noch, kann weder Farbe noch Klang ausgeben, ist konzipiert als Gegner für den Sinclair ZX81, diesen super spartanischen Einsteiger-Computer. Den gibt es auch in den USA, der wird da von Timex verkauft für unter 100 Dollar. Und obwohl das sehr minimalistisch ist, dieses Gerät soll das erstaunlich viel leisten. Auch da steckt immer noch ein eigener Prozessor drin, der TMS9995. Das ist jetzt eine deutlich verbesserte Weiterentwicklung des ja nie rausgekommenen Prozessors 9985. Das hatten wir in der ersten Folge erzählt. Da wurde Karl Guttek nochmal dran gesetzt. Der hat eben auf dieser Basis den 9995 entwickelt. Und diese Weiterentwicklung sollte laut Gutek, mit dem hattest du ja gesprochen, vier bis sechs Mal schneller sein, als der 9900 M4A steckt.
Chris:
[1:16:10] Das ist natürlich schön, aber der große Makel von dem Ganzen wäre dann gewesen, dass die Software, das 4A, nicht laufen würde auf dem kleinen 99.2. Der sollte dann Kindern als Basic-Computer verkauft werden, um denen das Programmieren beizubringen. Diese ganze Idee von diesem kleinen Modell entsteht aber noch in einer Zeit, wo der 994A noch nicht bei 100 Dollar angekommen ist, sondern wo er noch teurer ist. Und als dann diese Schwelle erreicht ist, also als das Hauptgerät schon auf die 100 Dollar sinkt, da gibt es dann keinen Platz mehr für dieses angedachte, verkleinerte Modell. Da werden zwar noch Prototypen gebaut von TI, die nehmen die sogar zu dieser Messe mit im Juni 1983, aber öffentlich gezeigt werden die dann nicht, sondern nur hinter verschlossener Tür und kurz darauf wird dieses Projekt dann auch eingestellt. Ist aber nicht das Einzige.
Henner:
[1:16:56] Es ist völlig richtig, den einzustellen. Es war völlig illusorisch und fehlgeleitet, den überhaupt anzukündigen. Ist ja eine irrwitzige Idee für das Jahr 83. Das ist ein halbes Jahrzehnt zu spät. Der Heimcomputermarkt hat sich längst weiterentwickelt. Da will eigentlich niemand mehr selbst Software schreiben müssen, sondern man will fertige Software bitte kaufen und einfach einlegen und starten und bitte das auch mit Sound und mit Grafik. Das erwarten die Leute mittlerweile spätestens seit dem VC20. Aber 83 jetzt noch so eine Basic-Lernmaschine zu planen, ist völliger Quatsch. Also folgerichtig, dass sie den einstellen. Aber da gibt es ja noch ein zweites Modell, das sie auch auf dieser CES dabei haben, aber ebenfalls nicht öffentlich zeigen. Und das ist ein Top-Modell, also über dem 994A positioniert, ein leistungsstärkeres Gerät auf Basis des gleichen Prozessors, also des 9995. Dieses Modell soll TI-998 heißen. Der soll 64 Kilobyte RAM bekommen, also das Vierfache und eine Sprachsynthese mitbringen, gleich integriert, also ohne separates Modul. Das ist mal cool, den hätte ich gerne bekommen, diesen Rechner.
Henner:
[1:18:05] Aber der kommt nicht, denn TI ist unsicher, das Computergeschäft strauchelt ja gerade, der Erfolg ist teuer erkauft durch die Preissenkungen und jetzt drohen auch noch weitere Hersteller in diesen Markt reinzukommen, allen voran IBM. Die planen ja einen eigenen Low-End-Time-Computer, den PC Junior. Der ist noch nicht da, deswegen weiß niemand, dass das ein Fehlschlag sein würde, aber alle haben Angst vor dem. Und dann kommen noch technische Probleme dazu. Das hat mir Guterck berichtet. Der wurde nämlich wieder mal von TI daran gesetzt, dieses Rechner-Design zu prüfen. Also der ist gerade in der Entwicklung, hat aber Probleme und Guterck wird wieder mal herbeizitiert und soll sich diese Entwicklung mal kritisch ansehen und die Probleme dabei lösen bei der Entwicklung dieses 99.8.
Henner:
[1:18:51] Aber er schreibt dann, wie er mir sagt, einen vernichtenden Bericht. Dieses System, seine Architektur sei massive Geldverschwendung. Eine viel zu teure, ineffiziente Architektur, die auf sehr viel teures SRAM setzt. Das ist ja der einzige Speichertyp, mit dem der Prozessor nativ umgehen kann. Und so wird auch dieses System, nachdem es dann nie öffentlich gezeigt wurde, sang- und klanglos wieder eingestellt. Das heißt, eigentlich sollte diese Sommer-CES einen Neustart einleiten, ein neues Billigmodell und ein neues Topmodell einführen. Ein weiter so, wir bleiben dran, aber stattdessen passiert das Gegenteil. Diese CES markiert den Anfang vom Ende. Das schreibt damals auch die Presse. Der Boston Phoenix schreibt nach dieser Messe ganz ernüchtert, TI hatte auf der CES nichts zu verkünden, außer seiner unpopulären Entscheidung, unabhängigen Softwareanbietern den Verkauf von Programmen für den 99.4a zu untersagen.
Chris:
[1:19:50] So sieht gute Presse aus. Hat sich die BA-Abteilung gefreut bei Texas Instruments, als sie das gelesen haben.
Henner:
[1:19:56] Oh ja. Ja und dabei bleibt es auch, TI wird also keine neuen Heimcomputer mehr auf den Markt bringen. Der Zweier kommt nicht, der Achter kommt auch nicht. Es werden im Laufe der Jahre noch viele weitere Modelle erwogen. Da kursieren Informationen und Spezifikationen von weiteren Modellen, etwa ein 99.3 oder ein 99.4b, ein 99.5. Mal funktionsreduzierte Geräte, mal direkte Nachfolger für die 99.4a, aber keiner von denen kommt jemals auf den Markt. Die werden alle eingestellt
Henner:
[1:20:26] und dann verliert TI auch die Geduld und verlässt diesen Markt komplett.
Chris:
[1:20:31] Tja, und das geht dann doch relativ schnell. Im Juni 1983 war ja diese Verkündung des Quartalsverlustes und der Einbruch des Börsenkurses und die Times spekuliert, ob Texas Instruments aussteigt aus diesem Markt. Und ein paar Monate später, am 28. Oktober 1983, ist es dann auch soweit. Die Konzernführung von Texas Instruments kündigt an, dass sie sich aus dem Heimcomputermarkt zurückziehen wird. Commodore hat gewonnen, wenn man das so sagen darf. Sie haben sich erfolgreich gerecht. Die Begründung ist, dass man dem Ganzen noch das dritte Quartal gegeben hätte, sozusagen, um nochmal den Markt zu beobachten und dann festgestellt hätte, nein, die Nachfrage ist zu schwach. Eine Besserung für das vierte Quartal sei nicht in Sicht.
Chris:
[1:21:12] Gleichzeitig seien die Lagerbestände zu hoch und deswegen wird die Herstellung der Computer aufgegeben. Ein Kundenservice und neue Software soll es aber auch weiterhin noch geben. Also das Produkt an sich wird weiterhin betreut, aber die Produktion von neuen Geräten werde man im November 83 einstellen. Und das ist für die Börse zumindest eine sehr gute Nachricht. Der Wert der Aktie erholt sich zumindest fast vollständig. Um 26 Prozent geht es dann wieder in die Höhe. Im März 1984 stellt Texas Instruments den gesamten Vertrieb ein. Zuvor werden die Restbestände, die sie noch haben vom TE99-4A, zu Schleuderpreisen verramscht. Jetzt kostet das Gerät 50 Dollar, teilweise sogar noch weniger. Und das ist so ein Schnäppchen, dass da offensichtlich so viele Leute tatsächlich nochmal zuschlagen. Denn laut einem Bericht der Zeitschrift Infoworld ist schon im Januar 1984 kein Exemplar mehr zu ergattern, das TE99-4A.
Chris:
[1:22:09] So, und was bleibt da unterm Strich? Weltweit haben sich insgesamt 2,8 Millionen Exemplare verkauft des Computers. Und damit muss man festhalten, zumindest für kurze Zeit ist der TE-994A wahrscheinlich der meistverbreitete PC oder Heimcomputer der Welt. Weder ein Apple II noch der VC20 oder die Atari-Geräte kommen zum Jahresende 83 auf solche Zahlen. Der C64 und der IBM PC, die erreichen diese Zahlen zwar, aber erst im Laufe des Jahres 84. Und die beiden rollen dann ja ihrerseits wieder den Markt auf und denen fallen dann noch weitere Computer- und Hersteller zum Opfer. Also Texas Instruments sind nicht die einzigen, die sich zurückziehen. Der Coleco Addon zum Beispiel scheitert genauso oder der Aquarius von Mattel, der Tymac Sinclair 1000 oder ja auch der PC Junior, den du schon erwähnt hast von IBM, der erweist sich ja dann auch als Flop.
Henner:
[1:23:02] Ja, dieser Schleuderpreis, dieser Abverkaufspreis von 50 Dollar oder noch weniger, der ist aber für viele dann der Einstiegspunkt in dieses Computergeschäft. Also man liest immer wieder in den Kommentarspalten oder unter YouTube-Videos, ja, das war mein erster Heimcomputer, wir haben den damals gekauft, weil er so billig war. Wir wussten gar nicht, wozu und was man damit macht. Meine Eltern haben den einfach mitgenommen, weil er 49 Dollar kostete und cool aussah. Und das ist ja auch schön, so hat das vielen ein schönes Hobby beschert, vielleicht sogar eine ganze Karriere und es gab ja dann immerhin im Jahr 84 sogar noch ein paar TI-Spiele, also man saß nicht ganz auf dem Trockenen.
Henner:
[1:23:38] Gut, aber dann ist es also vorbei. TI hat sich zurückgezogen.
Henner:
[1:23:43] Jetzt müssen wir nochmal erörtern, woran lag es eigentlich? Das hat ganz viele verschiedene Gründe und die meisten davon haben wir schon mal genannt. Wir fassen das nochmal zusammen. Ein Grund ist natürlich, dass von Anfang an nicht so ganz klar war, wer braucht überhaupt einen Heimcomputer? Was ist überhaupt ein Heimcomputer? Was macht man damit? Der Zweck ist einfach noch zu nebulös. Das weiß niemand so genau. Das hat auch der damalige Vorstandsvorsitzende von TI zugegeben, Mark Shepard, 86, in einem Interview mit einem Magazin aus Dallas. Der hat damals geschrieben, das gab einfach überhaupt keinen Markt für diese Art von Geräten, denn, Zitat, Heimcomputer sind gar nicht so einfach zu benutzen. Viele Leute, uns eingeschlossen, haben die Beliebtheit von Videospielen mit der von Heimcomputern verwechselt. Zitat Ende. Man dachte also, wenn wir ein Gerät auf den Markt werfen, das so ähnlich aussieht und funktioniert wie eine Konsole, dann werden die Leute das schon kaufen. Aber das wollte eigentlich niemand.
Henner:
[1:24:37] Und so ist TI ja auch nicht der einzige Hersteller, der auf diesem frühen Heimcomputermarkt scheitert. Du hast es ja gerade schon beschrieben. Viele andere sind auch gescheitert. Das ist also nicht nur das Versagen von Texas Instruments, es ist einfach generell schwierig auf diesem Markt Erfolg zu haben und nur wenige schaffen das. Commodore zum Beispiel, die schaffen es ja zumindest in den 80er Jahren zeitweise durchaus Erfolg zu haben mit diesem Geschäftsmodell, mit dem Verkauf von Heimcomputern. Somit stellt sich die Frage, warum gelang das nicht auch TI mit dem 99.4?
Henner:
[1:25:10] Ein Problem ist die Unternehmensstruktur, diese Antisynergie zwischen den Divisionen, die sich bekämpfen. Das begünstigt nämlich Fehlentscheidungen und davon gibt es vor allem drei, die das Schicksal des Heimcomputers besiegeln. Welche drei Fehler sind das?
Chris:
[1:25:24] Ja, da wäre zum einen natürlich die Fehler im Produkt selbst, in der Technologie, die vielfältigen technischen Schwächen, das TE99-4 und allen voran ist das der Prozessor, der TMS 9900. Der ist überteuert, der ist unausgegoren, der ist eigentlich ungeeignet für diese Art von Maschine und war ja auch nur eine Notlösung. Aber das ist noch nicht das einzige Problem des Computers auch. Das Speichersystem ist ineffizient, der Arbeitsspeicher ist zu langsam angebunden und so kann der TI-994 die Vorteile seiner ja eigentlich sehr fortschrittlichen 16-Bit-Architektur gegenüber seinen 8-Bit-Konkurrenten nie ausspielen.
Henner:
[1:26:04] Ja, und weil es keine wesentlichen Vorteile gegenüber den 8-Bit-Konkurrenten gibt, lässt sich TI dann ja auch, und das ist der zweite große Fehler, ein auf diesen ruinösen Preiskrieg mit diesen technisch eigentlich minderwertigen Geräten. Und in diesem Preiskrieg haben sie gegen die billigeren Geräte, insbesondere den VC20 und den C64 von Commodore, überhaupt keine Chance. Natürlich müssen sie die Preise senken, da führt kein Weg dran vorbei, so ist das nun mal auf dem Computermarkt. Aber jeden einzelnen Preissenkungsschritt des VC20 mitzugehen oder sogar unterbieten zu wollen, das ist einfach aussichtslos. Das kann nicht gelingen und ja, das begünstigt dann auch das dritte große Problem, weil sie mit dem Computer kein Geld mehr verdienen können, müssen sie mit der Software Geld verdienen. Und wie tun sie das? Durch ihre restriktive Politik, durch ihre Abschottung.
Chris:
[1:26:58] Genau, und das ist der dritte Fehler. Auch den macht TI nicht allein. Wir hatten das gesagt, bei Atari ist es anfangs genau der gleiche Fehler. Beide Firmen lernen dann daraus, aber TI lernt nicht konsequent genug. Sie schotten ihre Plattform noch weiter ab, um das Geschäft mit der Software und der Peripherie zu kontrollieren. Das hat auch seine Vorteile. Das sehen wir ja bei den Konsolenherstellern. Das setzt aber dann voraus, dass man das auch ernst nimmt als Hersteller, dass man selbst All-In geht, investiert in die Software, in die Qualitätskontrolle und dass man das Softwaregeschäft aktiv vorantreibt. Und das macht TI zu wenig. Zu wenig eigene Software, zu wenig aktives Zugehen auf andere Hersteller, um die zu unterstützen bei der Portierung, vor allen Dingen auch von Anwendungssoftware. Und so entsteht um den TI-994 dann am Ende kein prosperierender Softwaremarkt, zumindest nicht in der Größe, der notwendig gewesen wäre, dass der Computer sich dauerhaft etabliert und damit auch die Chancen steigen, dass der TI-994 auch in Unternehmen zum Einsatz kommt oder dass er sein ganzes Potenzial zu Hause als Spiel- und Lerngerät entfesselt hätte können. Das wäre nämlich theoretisch schon da gewesen, aber durch die sehr restriktive Softwarepolitik wurde das letztendlich erdrosselt.
Henner:
[1:28:10] Damit bleibt noch eine Frage, die wir uns am Ende immer stellen. Was bleibt? Was ist das Vermächtnis? Außer dem vielleicht schönsten Computer in meiner Heimcomputersammlung. Was bleibt uns bis heute vom TI-99-4?
Chris:
[1:28:22] Wie nörst du den eigentlich auch regelmäßig? Machst du da die Vitrine auf und gehst da mit dem sanften Tuch drüber?
Henner:
[1:28:27] Das ist gar nicht nötig, weil der natürlich eingeschweißt ist. Da kann gar kein Staub sich drauf absetzen.
Chris:
[1:28:32] Natürlich.
Henner:
[1:28:33] Ja, was bleibt? Also es gibt keine direkten Nachfolger. TI schwenkt dann ja um auf andere Computermodelle, auf DOS-kompatible PCs. Und einen offiziellen Nachfolger gibt es nicht. Es gibt auch keine moderne Neuauflage, sowas wie ein TI-994 Mini. Darauf warten wir immer noch vergeblich.
Henner:
[1:28:50] Aber es gibt sehr früh, schon in den 80er Jahren, zumindest zwei inoffizielle Nachfolger. 82, der erscheint bei einer anderen Firma, bei einem Spielzeughersteller namens Tomy, der Tomy Tutor. Und der erscheint zuerst in Japan, da heißt er Pyuta und später im Vereinigten Königreich, da heißt er Grandstand Tutor. Also es hat verschiedene Namen, aber es ist immer das gleiche Gerät. Das ist ein Lerncomputer für Kinder. Es sieht aus und wird beworben als eine Art Spielzeug, aber technisch gesehen ist das ein vollwertiger Heimcomputer auf Basis des 99 4a.
Henner:
[1:29:22] Das ist weitgehend die gleiche Technologie, da sitzt der 9918 Videochip drin zum Beispiel, der hat den fortschrittlicheren Prozessor, diesen 9995, der ja eigentlich in den Nachfolgesystemen zum Einsatz kommen sollte, der kommt jetzt hier zumindest im TORMI Tutor zum Einsatz, der ist aber nicht vollständig kompatibel. Das heißt, er kann keine TI-994A Software abspielen, der bekommt seine eigene Softwarebibliothek, die ja auch für diesen Lernzweck abgestimmt ist.
Henner:
[1:29:49] Damit kann er sein Potenzial nie vollständig entfalten. Es ist eigentlich sehr potente Hardware für das Jahr 82, aber er geht ein bisschen unter, weil es eben ein reines Lernprodukt ist. Und da gibt es noch einen zweiten inoffiziellen Nachfolger. Nach vielen Verzögerungen und Ankündigungen bringt ein US-Hersteller namens MyArk, die sind spezialisiert auf Zubehör bis dahin, 1987 ein Steckkartengerät, ein Computer auf einer Steckkarte als Upgrade für die Erweiterungsbox, also dieses PEB von dem T99-4A. Und auf dieser Steckkarte sitzt ein vollständiger Computer. Sie wollten ursprünglich auch zusätzlich einen eigenständigen Computer mit dieser Technik rausbringen, erscheint aber nie. Es bleibt bei dieser Steckkarte und die heißt Geneve 9640. Das ist architektonisch sehr nah dran an dem TI-998, der mal geplant war. Der hat ebenfalls diese verbesserte CPU, den 9995 und auch den Nachfolger des 9918 Videochips, einen Prozessor namens 9938. Also das ist in vielerlei Hinsicht ein echter Nachfolger und der kann, obwohl er ein proprietäres eigenes Betriebssystem hat, dank Emulation auch TI-994A Software abspielen.
Henner:
[1:31:07] Aber weil das eben nicht bei TI selbst entsteht, sondern bei diesem kleinen Hersteller MyArk, bleibt das eine Nische.
Henner:
[1:31:13] Was allerdings überlebt, und das viele, viele Jahre lang, sind die Komponenten. Die einzelnen Chips des Computers, die gibt es in der einen oder anderen Form noch viele, viele Jahre lang.
Chris:
[1:31:24] Zum Beispiel den Grafikchip, den TMS 9918. Dem verdanken wir ja nicht nur den Begriff Sprite, also allein das schon natürlich, eine historisch erhängende Sache, sondern der wird dann auch zum zentralen Bestandteil des MSX-Computerstandards. Der ist ja herstellerübergreifend, insbesondere in Japan eine Zeit lang sehr populär und dessen Grafik basiert eben auf dem TMS 9918. Auch in Konsolen wie der Colloquial Vision oder dem Sega SG1000, also dem Vorgänger des Master Systems, kommt der zum Einsatz. Und die Speicherarchitektur des 9918 macht dezidiertes Videoram praktikabel, indem sie Bilddaten in einem vom CPU-Adressraum getrennten, selbstverwalteten DREM-Speicher ablegt. Also Grafikspeicher sozusagen, haben wir zum ersten Mal mit diesem Chip.
Henner:
[1:32:11] Und da gibt es ja noch einen wesentlichen Chip, den Soundchip, den SN76489. Sehr handlicher Name, der macht ebenfalls Karriere, der kommt auch noch in weiteren Geräten zum Einsatz. Er selbst oder Chips, die auf ihm basieren oder Klone dieses Chips werden eingesetzt, Zum Beispiel im BBC Micro, dem britischen Heimcomputer, im PC Junior und dessen Klon, dem Tandy 1000, im Master System steckt er, im Neo Geo Pocket und wiederum in der ColecoVision. Es gibt auch viele Arcade-Automaten, die diesen Chip einsetzen, Saxon zum Beispiel von Sega oder Roadfighter von Konami.
Henner:
[1:32:46] Ja, die Chips sind es also, die übrig geblieben sind von diesem gescheiterten Heimcomputerexperiment von Texas Instruments. Und so hat diese ganze Geschichte ja auch begonnen mit kleinen Chips.
Chris:
[1:32:58] Und Texas Instruments überlebt diese ganze Geschichte natürlich, bleibt nach wie vor ein großer Player im Halbleitermarkt und existiert bis heute.
Henner:
[1:33:08] So ist es und damit sind wir am Ende dieser Geschichte. Es gibt keine Fortsetzung, es gibt keinen weiteren TI-Computer, über den wir sprechen müssten. Oder wollen wir eines Tages eine Folge zum TI-990 machen? Ich glaube nicht.
Chris:
[1:33:20] Hat der als Spielemaschine richtig reüssiert?
Henner:
[1:33:24] Der 990er?
Chris:
[1:33:25] Vermutlich eher nicht, ne?
Henner:
[1:33:27] Wahrscheinlich nicht, ne?
Chris:
[1:33:28] Dann wird das ein bisschen schwierig, den hier unterzubringen. Dann auch eher den Taschenreiner.
Henner:
[1:33:32] Ja, genau. Bleibt uns also nur auf eure Besprechungen der TI-994 Spiele zu warten. Auf Slimeoids vor allem warte ich. Und natürlich auf die Technik-Bits-Folge zum MBX, wenn ich es irgendwann mal kriege. das ist so gut.
Chris:
[1:33:46] Dann drücken wir die Daumen.
Henner:
[1:33:47] Ja, ich auch. Gut, ich werde noch ein bisschen das Alu polieren auf meinem 994A.
Chris:
[1:33:54] Mach das.
Henner:
[1:33:55] Und bedanke mich fürs Gespräch.
Chris:
[1:33:57] Ich bedanke mich, Renner, bei dir wie immer fürs Gespräch und für die Recherche. Es war eine große Freude und bis zur nächsten Stay Forever Technik Staffel.
Henner:
[1:34:04] Bis dahin. Tschüss.
Chris:
[1:34:05] Tschüss.
Sehr gut! Jetzt kann ich bewegungslos mit geschlossenen Augen im Luftstrom des Ventilators liegen und dieser Folge lauschen!
Ja, Mann! Texas Instruments! Auf die Folge freue ich mich schon seit… In welcher Folge hat Henner noch mal den Computer erwähnt?
Hmm, vermutlich in mehreren - bestimmt kam er in den Commodore-Folgen vor, als es um den Preiskrieg ging, oder ich erwähnte ihn im Zusammenhang mit dem Atari 400/800, der praktisch gleichzeitig erschien.
Hoffe, es gibt einen Donkey.bas Port für das Gerät.
Was haben der Ti99/4 und der aktuelle Bundeskanzler gemeinsam?