Boris:
[0:03] Ja, es hat wirklich ganz fantastisch, der Film. Diese ganzen Computergrafikeffekte, das ist total irre. Aber Ocean macht das offizielle Spiel zu Terminator 2?
Heinrich:
[0:13] Ja, da ist die Spielbarkeitskatastrophe wohl vorprogrammiert. Du, ob es in der Zukunft wohl jemals eine vernünftige Filmumsetzung geben wird?
Boris:
[0:27] Herr Sapperlot, wer ist denn dieser unbekleidete Herr mittleren Alters?
Christian:
[0:31] Boris, Heinrich, ich bin aus der Zukunft gekommen, weil ich euch etwas Wichtiges mitteilen muss.
Heinrich:
[0:38] Welche Aktien wir kaufen sollen?
Christian:
[0:40] Nein.
Boris:
[0:41] Wo man das Benzin für die Kettensäge findet?
Christian:
[0:43] Nein.
Heinrich:
[0:45] Welcher MS-DOS-Speichermanager sich durchsetzen wird?
Christian:
[0:48] Ach Quatsch, jetzt hört mir doch mal zu. Ich will euch Hoffnung machen. Im Jahr 2025 wird ein neues, offizielles Spiel zu Terminator 2 erscheinen. Es wird die 16 Betugenden des Jahres 1991 ehren und sogar Spaß machen. Ich wollte euch auch einen Datenträger mitbringen, aber…
Boris:
[1:05] So ein Sportalmanach, der wäre auch nicht schlecht gewesen.
Christian:
[1:08] Ja, ich muss leider jetzt auch schon wieder los. Und Heinrich, du musst mit. In 5 Minuten fängt die Aufnahme für unsere neue Pixel-Kino-Folge an.
Heinrich:
[1:16] Pixel was?
Boris:
[1:17] Halt mal, ist es bei Zeitreisen nicht völlig egal, wann man losreist?
Christian:
[1:22] Ja, ja, die Debatte können wir dann in Zukunft führen. Wir müssen jetzt los. Hasta la vista, Boris.
Boris:
[1:29] Ja, hätte schlimmer kommen können. Wenigstens wollte er nicht meine Klamotten.
Christian:
[1:42] Hallo und herzlich willkommen im Pixel-Kino. Lieber Heinrich, wir reden heute über einen Film aus dem Jahr 1991, in dem Blechbüchsen mit künstlicher Intelligenz in die Vergangenheit reisen, um bei der Familientherapie zu helfen.
Heinrich:
[1:55] Und Christian, wir reden auch über ein Spiel von 2025, das in die 16-Bit-Vergangenheit reist, um 2D-Action mit Pixel-Grafik zu huldigen.
Christian:
[2:07] Ja, das sind gleich mehrere Zeitreisen auf einmal, die wir da bewältigen. Unter anderem zurück in die Zeit, als James Cameron zum allerersten Mal den teuersten Film aller Zeiten inszeniert hat.
Heinrich:
[2:17] Es ist ja zu einer lieben Gewohnheit bei ihm geworden. Aber es ist natürlich eine ganz besondere Sache diesmal, der wir uns annehmen. Weil der Pixel-Kino-Podcast, der widmet sich ja Spielumsetzungen von Filmen. Wir berichten über beide Medien und diskutieren dann, wie gut diese Umsetzung in interaktiver Form gelungen ist. Und das sind ja in der Regel ältere Sachen, also klassische Filme. Und die Spiele wurden ja oft zeitnah entwickelt. Was es aber selten gibt, ist, dass wir einen Film haben, bei dem Jahrzehnte später eine neue Adaption programmiert wird. Und die orientiert sich jeweils an den Spielen, die State of the Art waren, als der Film rauskam. Mein Gehirn droht zu explodieren.
Christian:
[3:09] Ja, das ist ja auch der Aufhänger eigentlich von Terminator 2, No Fate, dass es sozusagen das Spiel ist, was wir damals hätten spielen wollen, wenn es denn dieses Spiel gegeben hätte und nicht stattdessen Ocean einen Softwareunfall dazu produziert hätte.
Heinrich:
[3:24] Deswegen reden wir heute ausnahmsweise mal nicht über vielleicht das erste oder älteste Spiel zu einem Film, sondern über das, naja, zum Zeitpunkt der Aufnahme neueste. Und ich bin gespannt, ob die Pixel-Kino-Crew solchen modernen Erscheinungen gewachsen ist. Und wir werden sicher auch ein, zwei Sätze über die alten Grausamkeiten verlieren. Aber im Mittelpunkt der heutigen Sendung steht das Spiel Terminator 2D. No Fate.
Christian:
[3:53] Ja, und wer uns bislang noch nicht kennt, wir handhaben das üblicherweise so. Wir hatten zuerst einen Filmblog, in dem wir uns damit beschäftigen, was es mit dem Film auf sich hat, ein bisschen in die Entstehungsgeschichte, in die Themen des Films hineingehen. Dann folgt der Spieleblock, in dem wir darüber reden, wie das Spiel aussieht und das adaptiert. Und zu guter Letzt haben wir dann eine Diskussion, in der es darum geht, wie gut das eine das andere adaptiert, was aufgegriffen wird, was ignoriert wird und wie viel Spaß das Ganze so macht.
Heinrich:
[4:23] Abgerundet wird die Folge wie immer von der Pixel-Kino-exklusiven Bewertung im komplexen System The Good, The Bad and The Ugly. Aber Christian, was hat das Schicksal für uns jetzt vorgesehen?
Christian:
[4:36] Wir reden über den Film Terminator 2, Tag der Abrechnung. Ja, James Cameron’s The Terminator aus dem Jahr 1984. Ein großer, großer Science-Fiction-Erfolg, obwohl es eigentlich nur ein sehr moderat budgetiertes B-Movie war. Also aber ein sehr einflussreicher Film geworden. Ein Film, dem sehr viele Leute nachgeeifert haben. Und deswegen hat es dann auch gar nicht mal so lange gedauert, bis eine Fortsetzung kam. Wir erinnern uns, Terminator 2 spielt im Untergrund von Venedig ein Spezialteam, rennt da durch irgendwelche Fabriksschächte, ballert auf mutierte Monster. Und dann kommt ein Cyborg mit dem Namen Samuel Fuller von der Tubular Corporation, der dann als Android entpuppt wird und sich ab diesem Zeitpunkt nur noch sehr mechanisch bewegt. Heinrich, du erinnerst dich, oder?
Heinrich:
[5:41] Ich glaube, ich habe bei den falschen Filmen angesehen, aber …
Christian:
[5:46] Ja, du hast den anderen Terminator 2 gesehen, glaube ich. Ich rede von Terminator 2, dem italienischen Film aus dem Jahr 1989 von Bruno Mattei unter seinem Pseudonym Vincent Dorn inszeniert. Und es ist ein bisschen Etikettenschwindel, möchte man meinen. Es ist nämlich eigentlich ein Aliens-Rip-Off. Vielleicht waren sie einfach in einem James Cameron-Double-Feature und haben dann einfach beides zusammengeworfen. Wer weiß das schon so genau? Es passt aber insofern, als dass Cameron im Jahr 1989, als dieser Film rauskam, noch in einem Interview Folgendes gesagt hat, ich werde den Terminator 2 definitiv nicht drehen und auch das Drehbuch dazu nicht schreiben. Ich kann auch andere Filme als Science-Fiction-Filme machen, mein nächster Film hat garantiert nichts mehr mit diesem Genre zu tun. Das ist aus einem Interview mit dem Howl Underground Magazin. Tolle Ausgabe, die reden da auch mit Umberto Lenzi, der sich beschwert, dass alle immer nur über seine Kannibalenfilme reden wollen, wo er doch auch so tolle Kriegsfilme gemacht hat. Aber irgendwie hat sich Cameron das ja dann doch noch überlegt. Und es folgte dann zwei Jahre später, 1991, Terminator 2, Judgment Day, Tag der Abrechnung bei uns. Der war ein Hauch teurer als der erste, ein Hauch aufwendiger und wurde so zu einem der ganz großen Actionfilme der 90er und wieder ein sehr einflussreicher Film. Aber vielleicht beschäftigen wir uns erst mal damit, worum es eigentlich geht, wenn es denn nicht in Venedig spielt. Ich weiß ja nicht, was sonst passieren könnte.
Heinrich:
[7:11] Ja, wir erinnern uns, im ersten Film wurde aus der Zukunft des 21. Jahrhunderts eine brutale Kampfmaschine in Menschengestalt, der Terminator, in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass der Anführer des menschlichen Widerstands im Krieg gegen die Maschinen überhaupt geboren wird, also dessen Mutter sollte terminiert werden. Die Rebellen der Zukunft haben zum Glück aber einen der Iren auch in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass besagter Terminator erfolgreich ist. Die Rolle des bösen Androiden hat ja Arnold Schwarzenegger damals gespielt. Und das ist ein Thema, das uns ja auch schon im Pixelkino beschäftigt hatte. In Episode 18 haben wir über den Vorgängerfilm geredet und dann auch über das erste Terminator-Spiel von Bethesda. Aber zurück zu Terminator 2. Wie setzt man so eine Geschichte fort? Cameron mit seinem Drehbuchautorkollegen William Wischer hat sich Folgendes ausgedacht. Nach den Geschehnissen des ersten Films geben die Maschinen der Zukunft nicht auf. Es wird jetzt wieder mal ein Terminator in die Vergangenheit geschickt. Aber diesmal in das Jahr 1994.
Heinrich:
[8:31] Da ist der John Connor, der spätere Rebellenanführer, bereits geboren. So, was ist das, so zehn Jahre alt, Pi mal Daumen. Der neue Terminator ist auch ein verbessertes Modell, der T-1000. Das ist nicht ganz so ein grober Klotz. der hat dafür andere nützliche Eigenschaften, er kann sich verflüssigen, er kann damit durch kleinste Öffnungen vorblubbern und er kann die Gestalt von anderen Menschen annehmen, nachdem er sie mal berührt hat. Also viel perfekter geht’s nicht und alles, was die Rebellen jetzt tun können, ist das alte Terminator-Modell zurückzuschicken, aber ein bisschen umprogrammiert, denn diesmal sollen die Connors beschützt werden. Also Arnold ist also wieder da als das alte T-800-Modell. Er nimmt also den Kampf auf gegen den T-1000, die neuen Flüssigmetall-Terminator sozusagen.
Heinrich:
[9:27] Wir kriegen also mit, dass der böse Terminator vom ersten Film jetzt ein guter ist. Der Film greift auch ganz gut auf, was denn nun geschehen ist seit dem ersten Streifen. Die arme Sarah Connor, die ist in der Klapsmühle gelandet, weil natürlich keiner die Geschichte geglaubt hat, die sie erzählt. Und die böse Firma Cyberdyne, die ja dafür verantwortlich ist, dass dann überhaupt im 21. Jahrhundert die KI übernimmt und den Krieg gegen die Menschen beginnt, Die hat das natürlich alles wunderbar vertuscht. Und dann passiert eine ganze Menge. Also erstmal dieser Wettlauf. Wer erreicht den jungen John Connor zuerst? Terminator gegen Terminator. Dann muss Mama Sarah natürlich aus der Irrenanstalt befreit werden. Immer wieder taucht der T1000 auf, verblüfft durch seine vielen Talente und seine Verwandlungsfähigkeit. Und am Ende des Tages muss man natürlich nochmal zurück zu Cyberdyne, um den Chip zu zerstören, der überhaupt die Skynet-Entwicklung ermöglicht hat.
Christian:
[10:35] Ja, in der Tat war James Cameron zunächst mal skeptisch, was eine Fortsetzung anging. Die Tatsache, dass er also dementiert, dass er einen Terminator 2 machen will, ist gar nicht so abwegig. Er sagt, Arnold Schwarzenegger war immer sehr viel enthusiastischer, was das angeht. Und er selber hatte das Gefühl, eigentlich schon alles erzählt zu haben. Der erste Film hätte das erzählt, was er erzählen wollte. Nur hat Terminator aber auch eine sehr komplizierte Rechte-Situation gehabt und die Rechte lagen zum Teil bei der damaligen Produktionsfirma Hamdale und zum Teil bei Camerons mittlerweile Ex-Frau Gail Ann Hurd.
Christian:
[11:08] Und die hatten beide nicht so wirklich Lust, auch mit James Cameron irgendwie zusammenzuarbeiten, unter den Bedingungen, die James Cameron gestellt hätte. Und nach sehr viel hin und her kam dann eine Produktionsfirma namens Carolco, die die Rechte aufgekauft hat. Und das für sehr teures Geld. Hamdale war mittlerweile schon angeschlagen. Und Carolco sind dann zu Cameron gegangen und haben gesagt, wir haben jetzt so viel Geld investiert, wir machen Terminator 2 mit dir oder ohne dich. Da war es, auch wenn wir das nicht wortwörtlich verbrieft haben, Cameron dann wahrscheinlich doch lieber, es wurde mit ihm gemacht. Er hat sich also in kürzester Zeit eben mit seinem Freund William Whisher, der auch schon am ersten Film mitgeschrieben hat, zusammengesetzt, um diese Story auszuknobeln. Die haben mit ein paar verschiedenen Konzepten herumgespielt. Eine Idee war mal, dass man zwei Arnolds aufeinandertreffen lässt, dass also ein guter und ein böser Terminator gegeneinander kämpfen. Man hatte dann aber Angst, das wäre sehr verwirrend für den Zuschauer.
Christian:
[12:04] Die Idee, die ja dann kam, dass der Böse des ersten Teils zum Guten des zweiten Teils wird, ist für uns heute, wo wir den Erfolg des Films kennen und gesehen haben, wie das gelöst wurde, eigentlich sehr selbstverständlich, war aber damals auch eine durchaus kontroverse Entscheidung. Arnold Schwarzenegger, wie er in seiner Autobiografie Total Recall, My Unbelievably True Life Story schreibt, erzählt, dass das ja bei Conan auch schon passiert ist. Der erste Teil war sehr blutrünstig, sehr ernst und sehr gewalttätig. Der zweite war dann schon sehr viel verwässerter und jugendfreundlicher und der ist dann nicht mehr so gut angekommen. Er war also auch skeptisch.
Christian:
[12:40] Hat dann aber gesehen, dass der Terminator, also seine Figur, dadurch viel, viel reichhaltiger und komplexer wird. Das hat ihn dann wieder gereizt. Und Cameron hat ihm gesagt, dass es an Action auch wirklich nicht mangeln wird. Nur Arnold wird halt nicht mehr die ganzen Leute umbringen, sondern der böse T-1000.
Christian:
[12:56] Der T-1000 geht tatsächlich auf diese Idee zurück, die beim ersten Terminator mal im Raum stand. Und zwar, dass der Terminator ja eine Infiltrationsmaschine ist. Die Grundidee des Terminators war ja die, das ist eine Maschine in Menschengestalt und die kann dann unerkannt sich unter die Rebellen mischen und dann dort natürlich Unheil stiften. Und diese Idee ist dann sehr in den Hintergrund gerückt. Wir erinnern uns im ersten Teil, da gibt es dann zwar noch Szenen, wo zum Beispiel der Terminator am Telefon eine andere Stimme nachmachen kann.
Christian:
[13:29] Aber wenn natürlich so ein Schrank wie Arnold Schwarzenegger mit so einem Dialekt hereinspaziert kommt, dann kannst du nicht behaupten, dass der Mann sich irgendwo undercover anbieten könnte. Der Terminator 1000 macht das wieder. Der kann verschiedene Gestalten annehmen, der kann eben diese Stimmen nachmachen, der kann sich wirklich perfekt infiltrieren und sogar Informationen durch diese Berührung aufsaugen, also dass er diese Struktur und diese Bilder dann dadurch sozusagen einliest. Die Grundidee von Terminator 1 wird natürlich dann fortgeführt, dass es eine Geschichte ist von Schicksal versus freier Wille. Können wir als Menschen über unsere Zukunft entscheiden oder ist das vorherprogrammiert? Aber eigentlich ist der Kern ja dann eine familiäre Geschichte geworden. Es ist ein Junge und sein Terminator. Der T-800 wird quasi zum engsten Verbündeten von dem jungen John Connor, der ja noch Kind ist. Er wird so eine Art Ersatzvater und zusammen mit Sarah Connor wird das dann wie so eine kleine Familieneinheit letzten Endes und der Junge bringt ihm ja dann auch bei, wie man freundlicher wird, wie man halt vielleicht mit lässigen Sprüchen auf was reagiert, wie man lächelt oder Daumen hoch zeigt oder so.
Christian:
[14:41] Da drin lag dann also auch ein sehr großer Reiz in dieser Geschichte, den der Erste natürlich nicht hatte. Das Drehbuch, was die zuerst geschrieben haben, war auch wirklich sehr, sehr lang und verschiedene Szenen sind dann auch gleich rausgeflogen, die wurden gar nicht gedreht. Es gab zum Beispiel eine Sequenz, wo du den Erwachsenen John Connor in der Zukunft gesehen hättest, der dann Kyle Reese in die Vergangenheit zurückschickt, also das, was dann im Ersten passiert. Im Buch, was es zum zweiten Film gibt von Randall Frakes, da ist diese Sequenz tatsächlich sogar noch drin. Es gibt auch diverse Szenen, die gedreht wurden, die dann nicht in der Kinofassung gelandet sind, aber die man heute auf der Blu-ray dann mit anschauen kann. Zum Beispiel auch da eine Sequenz mit Kyle Reese, so eine Traumsequenz, wo Sarah in der Nervenheilanstalt ist und sie imaginiert dann Kyle Reese, der ihr Mut zuspricht. Und er verschwindet dann. Diese Sequenz flog dann raus, weil sie so ein bisschen… Flow der Handlung aufgehalten hat. Wie Cameron gesagt hat, Linda Hamilton war etwas angemieft, deswegen, weil sie sehr spät erst davon erfahren hatte und, wie sie gesagt, zu dem Zeitpunkt auch schon eine Affäre mit James Cameron hatte und leider nicht involviert wurde. Aber nun ja, man muss machen, was für den Film am besten ist.
Heinrich:
[15:49] Es wurde ja auch eine Happy-End-Szene gedreht mit einer Großmutter Sarah Connor. Der Sohn John ist Politiker geworden und sie ist an diesem Spielplatz, den man ansonsten bei der nuklearen Zerstörung sieht, guckt sie dem Enkelkind beim Spielen zu, was es ja auch nicht in den fertigen Filmen geschafft hat.
Christian:
[16:08] Nee, das kann man sich auch auf der Disc anschauen. Und es ist auch ganz gut, dass sie die Sequenz nicht genommen haben. Es war so, Cameron wollte das eigentlich haben und die Produktionsfirma hat sich dagegen ausgesprochen. Und Cameron hat dann gepokert und gesagt, wir machen Testvorführungen und so wie das Publikum entscheidet, so machen wir es dann. Und er war fest davon überzeugt, dass das Publikum das ganz toll findet. Dem war nicht so, deswegen wurde das dann entfernt. Es braucht die Sequenz natürlich nicht. Und, was man auch sagen muss, und das gibt er dann auch am Audiokommentar zu, es ist viel schwieriger, wenn du eine Figur in ihrem echten Alter den ganzen Film über gesehen hast und plötzlich hat sie dann so ein Alters-Make-up, dann siehst du immer das Make-up. Während wenn du eine Figur von Anfang an erstmal alt siehst und dann wird sie jünger, dann akzeptierst du das mehr. Ja, es ist kein großer Verlust, diese Sequenz, aber man kann da natürlich noch viel tiefer in den Film einsteigen.
Heinrich:
[17:01] Der andere Nachteil vom Happy End ist natürlich, das hätte es nicht ermöglicht, dann noch weitere Terminator-Filme zu machen, was vielleicht ganz gut gewesen wäre. Die waren ja dann nie mehr so richtig toll, aber das wollen wir auch nicht weiter vertiefen.
Christian:
[17:15] Ja, auch da war die Produktion deswegen sehr vehement, dass sie gesagt haben, naja, vielleicht wollen wir noch mehr machen. Kann ich auch verstehen. Ich mag den dritten Terminator sehr, sehr gern, aber nein, das machen wir in einer anderen Folge. Dazu gab es ja auch mal ein Spiel dann. Die Produzenten wollten natürlich ihr Investment schützen. Und dieses Investment war massiv. Wir haben ja schon gesagt, der teuerste Film aller Zeiten war das 1991. Die Zahlen variieren so ein bisschen. Arnold schreibt in seinem Buch von 94 Millionen Dollar. Meistens wird von 100 Millionen geredet. Ich nehme an, auf so ein paar Millionen, mehr oder weniger, kommt es dann auch nicht an. Aber nur zum Vergleich, damals hat so ein durchschnittlicher Film ungefähr 30 Millionen gekostet, ein Hollywood-Film.
Heinrich:
[17:58] Alleine, was dann die Renovierung von diesem vierstöckigen Cyberdyne-Gebäude gekostet hat, was mal, Anführungszeichen, in die Luft gesprengt wird, das war keine Computergrafik damals, liebe Kinder, das war kein Modell. Die haben da am echten Gebäude gesprengt oder es so aussehen lassen, mit geschickt platzierten Kanistern, das flammt also ganz vermoos. Und was meinte Cameron? Sie haben dann aber noch wegen dem Wasserschaden durch die Sprinkleranlage noch ein paar hunderttausend Dollar Schadensersatz leisten müssen. Aber wie gesagt, auf eine Million mehr oder weniger kam es da auch nicht mehr an.
Christian:
[18:34] Ja, ursprünglich war das ja mal auf 60 Millionen budgetiert und ist dann auch ein bisschen gewachsen. Aber also alleine Schwarzeneggers Gage, er selber schreibt, dass er 14 Millionen verdient hat an dem Film. Also auch da jetzt mal zum Vergleich, der erste Terminator-Film hatte ein Budget von 6,4 Millionen Dollar. Das heißt, alleine für Schwarzeneggers Gage hättest du zweimal den Terminator drehen können und dann noch etwas Kleingeld übergehabt, damit ich noch einen Film drehen kann.
Heinrich:
[19:02] Ich frage mich, was Schwarzenegger für den ersten Film bekommen hatte. Wahrscheinlich so 20 Dollar und ein Schinkenbrot, so ungefähr.
Christian:
[19:10] Er hat immerhin die stattliche Summe von 750.000 gekriegt. Finde ich gar nicht schlecht. Für Conan hatte er noch 250.000 gekriegt, dann 750.000 für den Terminator. Bei Predator waren es dann schon drei Millionen.
Heinrich:
[19:24] Inflation, sage ich da nur.
Christian:
[19:25] Ja, Total Recall, 10 Millionen. Also, das darf man halt auch nicht vergessen. Arnold Schwarzenegger ist in dieser ganzen Zeit zu einem der größten Filmstars der Welt geworden. Er war ein gigantischer Actionstar, er war ein immens beliebter Darsteller, seine Filme waren massive Hits. Das heißt, der hat natürlich auch wahnsinnig viel Aufmerksamkeit mit sich gebracht und aber auch natürlich die Überlegung, können wir Schwarzenegger nochmal als Bösen verkaufen? Ist das jetzt nicht eh so erwartet, dass er der Held ist, weil wir ihn ja jetzt immer in dieser Rolle sehen und ja auch mit den Sprüchen und so weiter sehen. Der Dreh von Terminator 2 muss auch absoluter Wahnsinn gewesen sein. Also die Storys von Camerons Drehs sind sowieso legendär. Schon bei seinem Vorfilm The Abyss 1989, da gibt es also horrende Geschichten, wo die Schauspieler fast ertrunken sind und Cameron ist fast ertrunken. Und dann gibt es diese Geschichte, wo da ein Vizepräsident vom Studio wegen der Budgetüberziehung mal am Set vorbeischaut und Cameron packt ihn dann gleich in so einen Taucherkostüm, dreht ihm die Luft ab und sagt ihm dann, ja, so ging’s mir heute früh, also shut the fuck up. Am Terminator 2-Set liefen Menschen mit einem T-Shirt rum, auf dem stand, you can’t scare me, I work for James Cameron.
Christian:
[20:39] Und James Cameron hat im Interview gesagt, every time I start a film, I have a fantasy that it will be like a big family and we’ll have a good time and we’ll have all of these wonderful creative moments together. But that’s not what filmmaking is. It’s a battle.
Heinrich:
[20:56] Erstaunlich, dass er da Zeit hatte, während des Drehs schon mit der Linda Hamilton rumzumachen, obwohl er von Catherine Bögerloh noch gar nicht geschieden war. Ein echtes Multitalent, der Mann.
Christian:
[21:06] Ja, ja, ich glaube auch nicht, dass der Mann sehr viel Schlaf abgekriegt hat in dieser Zeit, was der nicht alles gemacht hat. Also die haben fünf Tage die Woche gedreht und dann am Wochenende hat er geschnitten, weil das musste ja alles rechtzeitig fertig werden. Die haben im Oktober 1990 angefangen. Der Dreh ging dann bis, da geht es etwas auseinander, Ende März oder Anfang April 1991. Die Premiere war aber schon am Independence Day-Wochenende 1991, also 4. Juli. Am 3. startete der Film dann in Amerika. Das heißt, die hatten drei Monate für diesen Schnitt und die haben also schon während des Drehs gearbeitet. Es gab drei separate Schnittunits. Und die Special Effects sind während des Drehs dann schon entstanden, auch mit verschiedenen Firmen, die das gemacht haben. Und das alles in Balance zu halten für diese immense Zeit, es muss Irrsinn gewesen sein. Und Cameron hat dann nicht umsonst auch so einen diktatorischen Ruf gekriegt eben, weil sowas kannst du nur wie eine Militäroperation durchziehen, so einen wahnsinnigen Zeitplan.
Heinrich:
[22:09] Und die Effekte waren absolut sensationell. Es war einer der ersten ganz großen Computergrafikfilme. Also es gab natürlich immer noch jede Menge analoge Action, unglaubliche Autostunts, Hubschrauber, was nicht alles. Aber eben obendrauf hat man ILM dazu geholt. Da hat ja Cameron schon Erfahrungen gesammelt mit The Abyss. Ich erinnere mich an den Film, dass da der Aufreger war, dass es eben so eine reine computergenerierte Kreatur gab. Er meinte ja auch, sie haben teilweise ein bisschen Software für The Abyss noch umgeschrieben, um eben diese Flüssigmetalleffekte zu rendern, diese Verwandlungsszenen von dem T1000. Das war alles ziemlich neu in der Form, hatte man noch nicht gesehen. Und ich weiß noch, also dieser Vorfreude-Hype auf den Kinostart dann, da war man auch natürlich sehr gespannt auf diese hochmodernen Computer-Grafik-Effekte, die ja auch sich dafür, wie alter Film inzwischen ist, ganz gut gehalten haben.
Christian:
[23:18] Ja, der Film hat ganz verdientermaßen auch einen Oscar für die visuellen Effekte gekriegt, er hat auch ein paar andere gekriegt, aber das, was Dennis Muren von ILM dort geleistet hat, ist absolut unglaublich, das ist Pionierarbeit und teilweise auch in Sequenzen, wo das nicht so sichtbar ist, also in einer Verfolgungsjagd zum Beispiel, wo Schwarzenegger dann mit dem Motorrad runterspringt in diesen Kanal, das haben die mit Seilen gemacht, diese Wires, woran halt dann jemand so runtergleiten kann und das war dann wirklich einer der ersten Shots in einem Hollywoodfilm, wo diese Wires dann digital wieder entfernt wurden, was ja später dann auch Gang und Gäbe wurde. Das wurde halt Standard, wie man solche Sachen inszeniert. Gerade dann natürlich in aufwändigen Action-Sequenzen mit Stunt-Leuten und so was, die dann durch die Luft fliegen und alles. Dennis Murren ist natürlich einer der ganz großen Effektleute. Der hat damals bei dieser kleinen Science-Fiction-Sex-Parodie Flash Gordon angefangen, ist dann zu der Star-Wars-Trilogie gekommen, hat mit George Lucas gearbeitet. Er hat bei Indiana Jones und der Tempel des Todes gearbeitet. eben auch bei The Abyss. Der Mann hat insgesamt neun Oscars gekriegt im Laufe seines Lebens. Er hatte dann zum Beispiel auch bei Jurassic Park mitgearbeitet. Und die andere Hälfte der Effekte war Stan Winston, der schon am ersten Terminator gearbeitet hatte, der also dann die physischen Effekte, die Animatronics und die Prosthetics und so weiter gemacht hat. Auch das ein ganz berühmter Mensch, der andere Sachen gemacht hat, wie Edward mit den Scherenhänden oder The Thing von John Carpenter. Das ist wirklich beeindruckende und wahnsinnig kreative Arbeit.
Christian:
[24:47] Aber wenn man wissen will, was für eine Sensation dieser Film ist, dann muss man natürlich eigentlich die führende Postille dieser Zeit aufmachen. Und das habe ich gemacht. Ich habe die Bravo aus dem Jahrgang 1991 geöffnet. Die Ausgaben von Oktober, wo der Film bei uns rauskam, 24. Oktober 1991, bis dann zum Dezember. Und es ist wirklich keine Ausgabe, in der du keinen Terminator 2-Bericht hast. Es fängt natürlich an mit dieser schönen Fotostory, die hatten ja dann immer mit so Standbildern die Handlung nacherzählt von einem Film. Und dann geht es gleich weiter in der nächsten Ausgabe, da hast du dann die Geburt von Terminator, wo sie dir ein bisschen Hintergrundinfos zu den Effekten und zum Dreh geben. Und da schreiben sie, spitzfindige amerikanische Filmstudenten sahen sich diesen Streifen mehrmals an und kamen zu dem Ergebnis, dass Arnold insgesamt nur 700 Worte spricht, was wiederum pro Wort 17.142 Dollar und 86 Cent bedeuten.
Christian:
[25:44] Und dann geht es gleich wieder weiter. Es kommen Autogrammkarten und es kommen Steckbriefe. Und dann kommt hier die Hintergrundgeschichte von Arnold. Früher ausgelacht, heute weltberühmt. Früher, da nickt Arnold fast traurig, wenn er daran denkt, da war der Name Schwarzenegger fast ein Schimpfwort. Ein Synonym für aufgeblähte Muskelprotze mit nichts im Hirn und nichts in der Hose. Und hier haben wir dann auch noch, das ist aus dem Dezember, den Steckbrief von Edward Furlong. Das ist der Junge, der John Connor spielt. Und da lernst du unter anderem, Edward, der kurz Eddie genannt wird, bekommt 10 Dollar Taschengeld in der Woche und muss im Haushalt helfen. Steht um 7 Uhr morgens auf, ist von 8.15 Uhr bis 15.15 Uhr in der Schule. Sein Lieblingsfach ist Sport. Mathe hasst er am meisten. In seinem Zimmer hängen Poster von Janet Jackson, Madonna und Marilyn Monroe. So, Heinrich, hast du noch Fragen?
Heinrich:
[26:35] Der Eddie Furlong, das ist ja auch eine lustige Geschichte. Sie haben natürlich rumgecastet wie blöde, Aber das war so ein völlig unbeleckter Bub, den hat wohl mal die Casting-Direktorin per Zufall irgendwo auf der Straße gesehen, mal ein Polaroid oder was gemacht. Und am Ende des Tages hat er den Zuschlag bekommen, keine vorherige Erfahrung. Aber der funktionierte wohl ganz gut, also gerade zusammen mit Linda Hamilton und Arnold Schwarzenegger in den Szenen. Und der Charakter von Eddie, der John Connor, der hat natürlich die aus Retro-Spielersicht wichtigste Szene. Im ganzen Film, es gibt Spielautomaten zu bewundern, denn als zum ersten Mal der T1000 hinter dem jungen John Connor her ist, da ist der Bub in der Galeria, das ist ein Einkaufszentrum, da ist eine Spielhalle.
Heinrich:
[27:35] Und welche Automaten bevorzugt er? Sehr passend. Wir sehen schon Connor zunächst, wie er Missile Command spielt, also ein früher 80er Automat, ein Oldie, wo es so um die Zerstörung von Städten durch Atomraketen geht, sehr passend irgendwie. Und auch sonst eine gewisse Retro-Liebe. Wir sehen in einer Szene am Rande einen Space Invaders Automaten. Außerdem verbringt schon Connor noch ein bisschen Zeit in einem damals sehr angesagten modernen Automaten und zwar Afterburner von Sega, so mit dem Kabinett, wo man sich so reinsetzen konnte und durchgerüttelt wurde. Es sind nur wenige Sekunden, aber die wollten wir natürlich auch erwähnt haben.
Christian:
[28:20] Ja, und da sieht man mal wieder, mit einer gesunden Spielerausbildung kann man es auch zum Retter der Menschheit schaffen.
Heinrich:
[28:26] Die anderen Hauptdarsteller, gut, wir haben natürlich schon Linda Hamilton auch erwähnt, die Sarah Connor widerspielt, übrigens eine unglaubliche Performance hinkriegt, weil sie ja wirklich da, also Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, also die da völlig verzweifelt ist, die da eingesperrt ist, die sich Sorgen nicht nur um die Menschheit im Allgemeinen macht, sondern auch um das Kind und die da auch so ein bisschen tougher rüberkommt als im ersten Film, auch durchaus überzeugend. Und natürlich der Robert Patrick, das ist der T-1000, der Böse, der war so wie der nette Schwiegersohn so ein bisschen aussieht, wo so die Boshaftigkeit, die Gefährlichkeit so ein bisschen hintergründiger ist, was du schon gesagt hast, eben so die relativ unauffällige Terminator-Variante, die sich besser unters Volk mischen kann.
Christian:
[29:15] Ja, Robert Patrick war damals auch nicht wahnsinnig bekannt. Er hatte schon ein paar Filme gemacht. Man sieht ihn unter anderem in Stirb langsam 2 als einen der Terroristen. Witzig ist auch, Robert Patrick hat ja einen Bruder, den Richard Patrick. Und ich habe das erst lange, lange Jahre später geschnallt. Richard Patrick, der Sänger von Filter, der war damals Tourgitarrist bei Nine Inch Nails und hatte dann diese Industrial Band Filter gegründet. Das sind die mit Hey Man, Nice Shot und Take a Picture. Die beiden sind Brüder. Und Robert Patrick, der ist ja dann unter anderem auch noch bekannt geworden in Akte X, in den Staffeln 8 und 9, als neuer Duchovny sozusagen. Und hat auch ganz, ganz viele andere Filme gemacht. Aber der T1000, das ist wirklich die Rolle seines Lebens, definitiv.
Heinrich:
[29:59] Also wenn du schon mit der Musik anfängst, nach Filter komme ich ja noch mit den Namen Guns N‘ Roses, weil was damals auch so im Vorfeld besprochen worden ist, nicht nur in der Bravo, die Menschheit wartete auf ein neues Werk von Guns N‘ Roses. Das Album Appetite for Destruction war ein Megaseller weltweit und im Terminator 2 Film hieß es, da debütiert die neue Single You Could Be Mine. Ich weiß nicht, ob der Cameron nicht ganz so ein Fan war, das wird also extrem unauffällig mal in den Hintergrund gemischt und auch beim Abspann kommt es erst am Ende. Viel prägnanter ist dagegen ein anderes Lied, Bad to the Bone von George Forogood and the Destroyers. Das wollten alle anderen Editors dem Cameron ausreden, weil dieses sehr eingängige, blues-riffige Lied, das war recht beliebt zu der Zeit, auch in anderen Filmen, nach dem Motto, können wir nicht auch noch machen. Aber da hat sich Cameron durchgesetzt und das passt auch perfekt zu der Szene, wo eben der T-800, also Arnold, natürlich, wie man das kennt bei Zeitreisen, nackt in der Vergangenheit auftaucht und die freundlichen Herren in der Bikerbar bittet, sie mögen ihm doch bitte Kleidung, Schuhwerk und ein Motorrad spenden. Und da Bad to the Bone im Hintergrund passt auch perfekt.
Christian:
[31:22] Ja, zum ganzen Roses Song sei gesagt, tatsächlich wollten die Produzenten etwas haben, nämlich wie man das damals gemacht hat, so einen Song, den man mit dem Film mit vermarktet und ganzen Roses boten sich dann an, ob Cameron jetzt so begeistert war oder nicht, ist jetzt nicht verbrieft, aber es gibt die lapidare Aussage, nun ja, es gab ja Rosen im Film in einer Szene und Gans gab es auch, also hätten sie schon durchaus gepasst.
Heinrich:
[31:49] Wenige Rosen, aber ganz viele Gans und andere Action-Zutaten erwarten uns in dem relativ neuen offiziellen Spiel zum Filmen, 1991 kam nicht nur Terminator 2 in die Kinos, sondern Skynet begann auch damit, heimische Computer zu infiltrieren. Zunächst erschien für DOS-PCs Bethesdas Spiel zum ersten Terminator, das sollte auch nicht das letzte bleiben. Spire 90 hat Virgin was für gängige Konsolen gemacht zum ersten Film und natürlich das allererste offizielle Terminator 2-Spiel. Das kam von unseren lieben Freunden von Ocean, bekannt zum Beispiel aus der Highlander-Folge. Die haben da ein Team namens Dementia damit beauftragt und es war durchwachsen, wenn man der damaligen Fachpresse glauben will. Zum Beispiel gab es die Powerplay in Ausgabe 1.92, so um die 40 Prozent je nach Version.
Heinrich:
[33:14] Und der Richard Eisenmenger, der Tester, schrieb damals, die Levels sind wahllos aus dem Film gegriffen und laufen meist auf eine langweilige Geschicklichkeitsprobe hinaus. Und die Geschicklichkeitsproben waren vor allen Dingen auch frustrierend. Es wechselten sich so Prügellevels und Fahrzeugverfolgungslevels ab. Alles relativ schlicht und vor allen Dingen also kaum zu schaffen. Du musst quasi die Strecken auswendig lernen, um da nicht vom Verfolger gerammt zu werden. Und zwischendurch gab es so Schiebepuzzle-Bonusrunden. Also im Vergleich zu Highlander war es eigentlich gar nicht so schlecht. Aber also richtig begeistert hatte dieses erste Terminator 2 Spiel keinen. Das war natürlich nicht das Einzige. Es gab einen Spielautomaten von Midway. Das war so ein Lichtpistolen-Shooter, der dann in den Folgejahren auch eher schlecht als recht für Heimsysteme umgesetzt worden ist. Und erwähnt werden sollte auch eines der vielleicht schlechtesten Filmspiele aller Zeiten. Es kam 1993 so ein Battle-Chess-Klon heraus, also ein Schach mit aufwendigen Animationen, wenn sich die Figuren geschlagen haben. Das war Terminator 2 Judgment Day, Chess Wars von Capstone.
Heinrich:
[34:32] Ein potthässliches Deppenschach, nicht sonderlich spielstark, nicht sonderlich schön anzuschauen. Aber Terminator war auch für Innovationen zuständig. Basierend auf dem ersten Film hat, wieder mal Bethesda, einen Shooter namens Future Shock 1995 veröffentlicht und der ist deswegen bemerkenswert, was war eines der ersten großen Spiele, die die sogenannte Maus-Look-Steuerung bei Ego-Shootern eingeführt haben. Dass man also direkt mit der Maus den Blickwinkel der Spielfigur steuert und das war dann zum Beispiel bei Quake in letzter Sekunde noch so eine Änderung, dass es diese Option auch gab. Also Terminator hat im Guten wie im Schlechten so einiges in der Spielegeschichte bewirkt und es ist ein Thema, das auch Jahrzehnte später die Spielentwickler noch beschäftigt und so haben wir eben Ende 2025 nochmal eine Neuveröffentlichung auf Basis des 1991 Films gehabt. Und das Besondere ist ja schon im Titel drin, also 2D kann man sich schon denken, in welche Retro-Richtung das geht und No Fate als Untertitel ist ja auch ein direktes Zitat aus dem Film.
Christian:
[35:49] Ja, das bezieht sich auf eine Szene in der Mitte des Films ungefähr, wo Sarah Connor diese Worte auch schön sichtbar und ikonisch in den Tisch ritzt. Sie hat ja diesen Satz, there’s no fate but what we make, also es gibt kein Schicksal außer dem, dass wir gestalten. Sie hat gerade erfahren, wer der Hauptverantwortliche bei Cyberdyne Systems ist, nämlich Miles Dyson, der Mann, der dann wichtig für die Entstehung von Skynet sein wird, also dem Computer, der uns Menschheit auslöschen will. Und sie entscheidet sich in dem Moment ja dann, dass sie rausfahren will und Miles Dyson töten will. Und deswegen ist dieser Satz eben No Fate. Also es gibt kein Schicksal, wir können das selber bestimmen.
Heinrich:
[36:27] Veröffentlicht hat dieses neue Spiel eine Firma namens Reef Entertainment. Die hat jetzt vielleicht nicht den besten Ruf. Die hat 2014 das allseits gehasste Rambo The Video Game rausgebracht und hat 2019 zum Beispiel ein Terminator-Spiel namens Resistance in Auftrag gegeben. Also die haben jedenfalls die Connections, die wissen, wo die Lizenzen sind und haben diesmal eine interessante Wahl getroffen. Die haben nämlich ein auf moderne Retrospiele spezialisiertes Studio mit Terminator 2D beauftragt. Bitmap Bureau aus dem englischen Southampton, das Team gibt es seit 2016. Die sind spezialisiert auf altmodische 2D-Videospiele, aber für moderne Systeme. Sie machen aber auch dann manchmal gerne noch auch wieder Umsetzungen für Retro-Hardware. Die haben dafür eine Abstraction genannte Spielengine. Und zu ihren Veröffentlichungen gehören Titel wie Xeno Crisis. Vielleicht gibt es auch Versionen für Dreamcast oder Super Nintendo, Neo Geo und Final Vendetta. Und damit haben sie die Aufmerksamkeit wohl erregt vom Publisher Reef Entertainment und sind gefragt worden, hey, wollt ihr nicht sowas in der Art mit Terminator 2 machen? Und da hat man das Team nicht lange bitten müssen.
Heinrich:
[37:55] Der Projektleiter, der Design Director ist Mike Tucker. und der hat sehr schön zusammengefasst, was ihr Ziel bei diesem Spiel war.
Heinrich:
[38:22] Ja, wir gucken uns gleich im Detail an, wie sie das dann geschafft haben, das Terminator 2-Spiel zu machen, das sie sich schon in ihrer Jugend gewünscht hätten, wie der Mike Tucker sagt. Andere bemerkenswerte Mitglieder des Teams sind noch der Matthew Cope, der Technical Director, und Hank Niebork, der Art Director, der Pixel-Grafik-Magier vom Dienst. Und der geht also auf die Amiga-Szene zurück. Der hat zum Beispiel bei den Talion-Spielen Leinhard und Embermoon schon gepixelt.
Christian:
[38:55] Ja, und gepixelt haben sie sehr ausführlich. Verschiedene Levels, zwölf Levels hat das Grundspiel. Es gibt dann noch alternative Pfade, mit denen man bis zu 15 Levels letzten Endes kriegt. Und das Ganze ist, wie du schon gesagt hast, ja orientiert an Games, wie man sie damals gespielt hat. Das heißt, das ist so ein Plattformer, ein Run and Gun. Man sieht das Ganze also seitlich, läuft da von links nach rechts. Es gibt auch Levels, wo man mal in die andere Richtung laufen muss oder nach oben oder unten, hüpft über Plattformen und schießt eben auf verschiedene Sachen, die sich bewegen. Es sind meistens Terminator, aber da kommen auch mal Wachposten und Hunde daher und natürlich irgendwelche Verteidigungsmechanismen. Die Handlung orientiert sich dabei sehr stark an Terminator 2, aber es wird etwas erweitert. Also wir befinden uns sozusagen in der Mitte des Spiels dann in Terminator 2, weil wir fangen erst einmal an mit Sarah Connor, die ihrem Jungen beibringt, wie man überhaupt eine Waffe bedient und dann wird der Junge leider entführt, also muss Sarah Connor durch so eine Westernstadt und erstmal böse Buben zum Training erledigen.
Christian:
[39:57] Und dann erfahren wir, wie sie bei Cyberdyne eingebrochen ist. Das ist etwas, was im Film erwähnt wird, aber was wir nicht sehen. Hier spielen wir das sozusagen. Sie will also bei Cyberdyne schon rein vor der Handlung von Terminator 2, um die Firma zu sabotieren. Und das klappt leider nicht. Sie wird gefangen genommen. Und dann kommen diese Sequenzen, die wir aus dem Film kennen. Zum Beispiel, dass sie aus dem Hospital ausbrechen muss. Oder dass wir dann mit dem Terminator bei Cyberdyne einbrechen, um diese Hand zu zerstören und so weiter und so fort. Es gibt verschiedene Figuren, die man dabei spielt, also man spielt Sarah Connor, man spielt dann aber auch in manchen Level John Connor, es gibt sogar Sequenzen, wo man den T-800 spielt und es gibt Sequenzen, die in der Zukunft angelegt sind. Man spielt nämlich auch den Erwachsenen John Connor, wie er dann im Zukunftskrieg gegen die Maschinen vorgeht und das ist alles sehr nett gemacht, dass das dann eine eigene Runde Handlung ergibt, die auch über den Film hinausgreift. Es gibt ein paar Levels, die nicht in dieses Plattform-Run-and-Gun-Prinzip reinpassen. Und du hast bei Ocean die Fahrsequenzen erwähnt. Es gibt auch hier Fahrsequenzen. Die sehen aber auch anders aus. Es sind seitliche Sequenzen, wo man dann auf die verschiedenen Spuren ausweichen muss, weil halt da irgendwelcher Schrott herumliegt, Autos und Gitter und so weiter, über die man stolpern könnte.
Heinrich:
[41:12] Und du kriegst Hinweise. Das macht das um einiges leichter und spielbarer.
Christian:
[41:17] Ja, die helfen sehr und die gibt es sogar auf den höchsten Schwierigkeitsgradstufen. Aber ja, es gibt auch so eine Sequenz, die ist so ein bisschen Operation Wolf, wo dann der Terminator 1000 mit dem Helikopter kommt und versucht, unser Fahrzeug zu rammen. Und wir müssen dann auf bestimmte Stellen am Helikopter schießen, während wir in Deckung gehen und so weiter. Es greift also dieses Prinzip durchaus auf, was die Ocean Games ja oft hatten, dass man so verschiedene Sequenzen zusammenstellt aus dem Film. Aber es ist dann hier doch sehr viel schlüssiger gemacht. Und der Großteil des Spiels konzentriert sich eben auf diese 2D-Plattform-Action.
Heinrich:
[41:51] Ja, die Entwickler haben selbst so ein paar Vorbilder genannt, an denen sie sich so ein bisschen spielerisch orientiert haben. Da sind Namen gefallen wie Rolling Thunder, eines der frühen Run-and-Gun-Spiele von 86, es war ein Automat. Und sie erwähnen auch Elevator Action Returns, das ist nicht so ganz bekannt. Das war ein Automat von 95, der dann auch für die Sega Saturn Konsole umgesetzt wurde. Und das basiert wiederum auf Elevator Action von 83. Da ging das so los mit Türen, wo auf einmal Bösewichte auftauchten und wo man eben nicht nur zwischen verschiedenen Ebenen wechselt, sondern auch ständig gucken muss, kommt da einer, auf den ich schießen muss. Und natürlich die Contra-Serie. Und da zitiert Terminator 2D No Fate ja zum Beispiel Contra Alien Wars. Das war der erste 16-Bit-Titel der Reihe, erschienen in den frühen 90ern für das Super Nintendo. und in einigen Levels hat man sogar Waffen, die das sehr grüßen lassen. Der berühmte Kontrastreuschuss lässt sich als extra einsetzen. Oder es kommt einmal ein Boss an, der so fast wie 1 zu 1 aus Alien Wars ist, wo es erst mal vom Boden weg muss, weil da so Bomben geworfen werden und den dann so mit zahlreichen Schüssen außer Gefecht setzt. Also liebevolle Hommage an allen Ecken und Enden.
Heinrich:
[43:19] Auch die Inszenierung der Story-Sequenzen orientiert sich wirklich an dem, was in den frühen 90ern üblich und möglich war. Da hast du eben digitalisierte Standbilder und ein bisschen Text dazu, um Gottes Willen keine Videoclips. Bitmap Bureau hat ja auch immer gesagt, sie dachten so an frühe 90er-Jahre-Spielhallen. Welche Automaten stehen da? Dazu gehört es auch, dass es so eine Attract-Sequenz gibt. Also wenn man nicht spielt, dass da aufregende Animationen mit Spielszenen auch dann erscheinen. Und so ein kleines Intro, was dich halt animiert. Naja, in dem Fall nicht ein Marktstück einzuwerfen, sondern einen weiteren Versuch zu starten. Ja, diese Seitenansicht, Ballerei, diese Run- und Gun-Variationen, das ist ja eigentlich auch diesen frühen, vielleicht nicht ganz so tollen Terminator-Spielen erstaunlich ähnlich. Also ich fühlte mich schon an das sehr kurze 92er Virgin Terminator erinnert. Und da hast du ja auch teilweise Szenen in der Zukunft von links nach rechts und du schmeißt mal eine Granate. Oder genau, also die Verfolgungsszenen, die Idee hatten damals auch schon die Ocean-Designer, aber sie hatten vielleicht nicht unbedingt die Zeit oder die technischen Möglichkeiten, das ein bisschen spielbarer, ein bisschen fairer hinzukriegen.
Christian:
[44:41] Ja, der Unterschied, den man halt so damals hat, ist, dass es verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt. Du hast das schon mit den Hinweisen angesprochen. Es gibt einen Grad, der wirklich so für die Casual-Gamer gedacht ist, dass die noch nicht so viel mit dieser Art von Spiel in Berührung gekommen sind. Da ist das Spiel relativ schnell durchzuspielen. Es gibt dann höhere Schwierigkeitsgrade. Und wenn man dann eigentlich diese Erfahrung von damals haben will, wir wissen ja, Spiele damals waren oft sehr unerbittlich, dann muss man halt einen von den härtesten Schwierigkeitsgraden hernehmen.
Christian:
[45:11] Geht das dann natürlich auch wirklich ans Eingemachte, was dann an Gegnern kommt. Die Hinweise sind spärlicher, die Gegner halten mehr aus. Es gibt mehr davon oder andere Gegner dann an gewissen Stellen. Es gibt auch weniger Continues. Auch das ist ja so ein Prinzip, was man noch von Automaten kennt. Wobei das Continue hier mehr ein Leben ist. Man hat so einen Energiebalken und wenn der herunter ist, ist eigentlich das Game over. Aber hier hat man dann eben ein Continue, um noch mal weitermachen zu können. Und auch die werden dann natürlich spärlicher. Es gibt so ein paar Extras, die man dann aufsammeln kann, die muss man erst finden teilweise, also sich irgendwie freischießen und die versteckten Gegenstände finden. Es regt also dann damit auch an dazu, dass man es mehr spielt und vielleicht öfter spielt und gewisse Sachen dann freischaltet. Dazu gehören eben auch die alternativen Level. Wenn man diese Hauptmission einmal durchgespielt hat, gibt es zwei Stellen in der Handlung, wo es ein Branching gibt, wo man also eine andere Entscheidung fällen kann und dann kommen andere Levels hinzu. Das sind teilweise Levels, die sind dann so ähnlich wie die, die wir kennen und man spielt dann zum Beispiel einmal mit Sarah Connor anstatt mit John Connor, einen der Zukunftslevels. Der ist dann aber härter und geht auch noch weiter, also er ist länger geworden. Es gibt aber auch tatsächlich dann einen neuen Level zum Beispiel, wo man mit Sarah Connor dann durch die Polizeistation gehen muss und nun ja recht zynisch dann hunderte von Polizisten erledigen muss, damit sie entkommen kann. Da hat man dann also noch ein bisschen Anreiz, dass man das Spiel sich noch mehrmals zur Brust nimmt.
Heinrich:
[46:37] Ja, man muss auf jeden Fall ein bisschen warnen vor dem einfachen Schwierigkeitsgrad Easy Money, weil ich war einer von denen, die sich gedacht haben, Moment mal, es gibt auf dem mittleren Level nur begrenzt Continuous und dann gibt es ja viele Bosskämpfe und da versage ich ja gerne, ich mache erst mal Easy Money. Und da ist man dann nach so einer guten Dreiviertelstunde eigentlich durch mit dem ersten Durchgang mit den zwölf Levels. Also schön, dass da auch jeder mit limitierten Talenten die Möglichkeit hat, das ganze Spiel mal zu sehen. Aber ich würde auf jeden Fall empfehlen, erst mal auf No Problemo zu spielen. Das ist so der mittlere zu Beginn. Der ist nicht völlig ohne Problemo, aber da wird man schon ein bisschen mehr gefordert. Aber ja, ich fand das auch ganz witzig mit dem mehrmaligen Durchspielen und dann erst kriegst du die Optionen für diese alternative Handlung, also dass die Entwickler das auch machen durften. Das ist ja auch nicht selbstverständlich. So alternative Versionen der Filmhandlung. Und so kann man auch wirklich dann genau so die längste Version des Spiels erleben, so 15 Levels. Aber auch das ist nicht wirklich episch. Also wenn man es einigermaßen kann, ist das so ein Level in ein paar Minuten durchgespielt, Und man schaltet auch noch ein paar Spielmodi mehr frei. Das sind aber auch so Varianten des Bekannten, aber es ist auch immer wieder nett, mal was Neues zu haben.
Heinrich:
[48:02] Zum Beispiel in dem Story-Modus gibt es auch den Arcade-Modus. Da gibt es also auch weniger von diesen kleinen Handlungssequenzen. Ich glaube, zu Beginn sind auch die Levels ein bisschen anders arrangiert und da hast du auch das eine Leben und mehr nicht. Das ist also auch ganz reizvoll, da so auf Highscore zu spielen. Dann gibt es noch Sachen wie den Boss-Rash-Modus, den man freischalten kann. Nur Bosse, genau das, was ich nicht brauche. Und die Mutter der Zukunft, nicht die Mutter der Nation, das ist dann fokussiert auf Sarah Connor-Levels. Das sind so nette kleine Gimmicks, sag ich mal, die man jetzt nicht unbedingt braucht, aber wo schon die Entwickler sich ein bisschen Mühe gegeben haben, um mehrmaliges Durchspielen irgendwie interessant zu machen.
Heinrich:
[48:48] Ja, und wie ist das Spiel bei den zeitgenössischen Testern angekommen? GameStar.de vergab zum Beispiel im Dezember 2025 81%. Der Paul Kautz schrieb, ein Oldschool-Action-Kracher, der 16-Bit-Fans sehr glücklich machen dürfte. Und im Stay-Forever-Newsletter Januar 2026 schrieb Fabian Käufer, eine gewisse Liebe für die Vorlage hilft. Denn so bahnbrechend wie einst der Film ist dieses Spiel sicher nicht. Wie groß unsere Liebe zu Film und Spiel ist, das wollen wir jetzt mal in der Diskussion besprechen.
Christian:
[49:45] Ja, für mich war Terminator 2 ja damals 1991 eine ganz, ganz große Enttäuschung. Leider. Ich stand nämlich in einem Kino in Garmisch-Partenkirchen und ich hatte beide Eltern mitgenommen. Meine Mutter war mit und mein Vater war mit. Und ich durfte nicht rein in diesen Film, weil er war ab 16 und ich war leider erst 13. Ich war schon gestählt durch den ersten Terminator und ich wusste natürlich, was für ein sensationelles Action-Spektakel da auf mich wartet hinter dieser Tür an der Popcorn-Maschine vorbei. Und sie haben mich nicht reingelassen. Also meine Eltern haben probiert, die volle Verantwortung zu übernehmen für sämtliche Schäden, die bei dem Jungen ausgelöst werden könnten. Aber nein, das Kino war da unbarmherzig. Wir mussten also in Saal B und dort lief Wolfsblut mit Ethan Hawke. Ein durchaus netter Film, aber natürlich nicht, wenn man Terminator 2 sehen will. Etwas später hat mir dann meine Schwester, nachdem der Film in der Videothek dann war, eine Kopie der Kassette geschenkt mit liebevoll schwarz-weiß fotokopiertem Cover, hat sie das arrangiert. Ich habe dieses Tape heute noch und so habe ich diesen Film dann sehr oft gesehen. Ich glaube, Heinrich, du warst ja damals schon 16.
Heinrich:
[50:59] Mindestens.
Christian:
[51:01] Du hast ihn im Kino gesehen, oder?
Heinrich:
[51:04] Während du in Wolfsblut warst, das sind natürlich die Großen schon in Terminator 2 gewesen. Ja, also das war natürlich das Filmereignis. Cameron natürlich nicht nur durch den Vorgänger.
Heinrich:
[51:18] Aliens, das war der Regisseur. Wenn der einen großen neuen Actionfilm macht, den muss man sehen. Und inzwischen kannten ja alle auch Terminator. Der lief ja dann auch im Fernsehen und überhaupt. Und der ist ja zu diesem Kultfilm allmählich erst geworden. Das ist ja schon gesagt, Schwarzenegger, so Gipfel seines Ruhms. Den musste man sehen und der Hype war gewaltig. Ich war auch sehr zufrieden damals. Also ich weiß noch, wo ich wirklich dann mir gedacht habe, wow, also das war es jetzt wirklich gewesen, das war es. Wir brauchen eigentlich keine weiteren Actionfilme mehr versuchen. Das ist eigentlich unmöglich zu steigern, weil er hatte eben natürlich nicht nur die Action auf höchstem Niveau, alle möglichen Arten von Spezialeffekten. Der war auch irgendwie ganz witzig. Also die Charaktere, die haben sich ja auch doch weiterentwickelt. Diese kleinen Humorszenen, wo der John Connor, der Bub dem T-800, dem Arnold, also beibringt, dass es böse ist, Menschen zu töten, was für den ja was völlig Neues ist. Und dann schießt man ihnen halt nur noch ins Knie. Mein Gott, Hauptsache unschädlich gemacht. Also es sind so einige drollige Situationen, die jetzt vielleicht der erste Film nicht ganz so hatte, solche Nuancen und natürlich wie sich die Rolle von der Sarah Connor gewandelt hat und also sehr aufregend von vorne bis hinten ein toller Film.
Christian:
[52:47] Also ich war auch begeistert, als ich ihn gesehen habe. Ich fand die Action natürlich absolut ein Wahnsinn und war ja auch schon Schwarzenegger-Fan. Ich hatte dann die ganzen Poster, die die Bravo da eben jede Woche verteilt hat. Da habe ich mir auch brav hingehängt. Irgendwo zwischen den Ultima-Karten hing also dann Arnold-Poster. Ich muss allerdings sagen, was ich damals schade fand, es hat nicht den Film für mich ruiniert in irgendeiner Form. Ich habe ihn sehr oft gesehen, aber trotzdem fand ich es sehr schade, eben dass er so nett ist im Vergleich zum ersten. Ich fand das Düstere des Ersten wirklich sehr, sehr packend. Ich fand die Härte des Ersten wirklich sehr, sehr stark. Dass der Zweite dann so ein bisschen handsamer daherkommt und eben mit diesen witzigen Elementen, also diese von dir angesprochene Szene mit Bad to the Bone, wo das draufkommt, wo der Film ja auch ein bisschen ausstellt, das ist jetzt cool und das ist witzig und so, da habe ich schon ein bisschen mit den Augen gerollt, muss ich sagen. Wie gesagt, der Film war trotzdem toll. Ich weiß auch, dass die Themen bei mir funktioniert haben. Ich habe tatsächlich auch, wo ich ihn dann mit einem Freund gesehen habe, wir haben dann hinterher darüber geredet, ob wir an Schicksal glauben. Also genau das Thema, was der Film dir ja sagt, ist das vorherbestimmt oder können wir das selber ändern? Darüber haben wir diskutiert. Also der Film hat auch was ausgelöst.
Heinrich:
[54:00] Also der Jugendschutz hat sich Sorgen gemacht, dass ihr Kinder verruht werdet, aber mitnichten. Der Film hat philosophische Diskussionen ausgelöst.
Christian:
[54:08] Ja, ganz richtig. Also das hat mich damals schon natürlich sehr, sehr interessiert und auch dann sehr beschäftigt, denn das führt der Film wirklich sehr gekonnt weiter, finde ich. Das ist hochspannend. Und wenn ich ihn heute sehe, dann finde ich noch viel faszinierender, wie Cameron dann eigentlich dieses Konzept vom Ersten so ein bisschen auf den Kopf stellt und trotzdem etwas macht, was sich anfühlt, als würde es dazugehören. Also eben die Tatsache, dass der Böse plötzlich der Gute ist und die Tatsache, dass er diese Handlung so weit ausbaut, dass er von einem Killerroboter kommt, um die Frau zu töten, zu einem, der Killerroboter wird zum Ersatzvater macht, ohne dass das albern ist. Du denkst dir ja dann nicht, ja, um Himmels Willen, was machen sie mit dem Terminator? Sondern sie finden diese Balance, dass die Themen funktionieren und gleichzeitig die Geschichte fortgeführt wird.
Heinrich:
[54:55] Ja, Cameron meint ja auch sinngemäß, dass im zweiten Film eigentlich die Sarah Connor so ein bisschen zum neuen Terminator wird, weil sie ja sehr entschlossen und einsam und allein eigentlich versucht, da den Dyson auszuschalten, eiskalt, was sie natürlich nicht übers Herz bringt. Naja, im Spiel kann man es ja machen, aber im Film halt nicht. Die eine Szene aber, wo ich aber auch sagen muss, damals wie heute, wo es mir ein bisschen komisch vorkam, das ist natürlich der Minigun-Shootout, wie Arnold da mit diesem, ja, das ist eigentlich so ein Hubschrauber-Geschütz, in der Hand dasteht. Vorne vom Gebäude sind ganz viele Polizeiautos und er ballert da alles, kurz und klein, jede Menge Explosionen, die Polizisten springen um ihr Leben und am Ende 0,0 Todesopfer. Er hat sich also an die Vorgabe vom kleinen John gehalten. Das war vielleicht die eine Szene, wo dieses Konzept nicht ganz so gut funktioniert hat und es ein bisschen albern wirkte.
Christian:
[55:58] Das finde ich dann heute, wenn ich es schaue, finde ich es eigentlich total lustig, weil sich der Zynismus des ersten Films da drin immer noch so ein bisschen versteckt hält. Also du hast schon erwähnt, das mit dem ja ins Knie schießen. Ich meine, wenn du jemanden ins Knie schießt, ist der für den Rest seines Lebens ein Invalide oder ein Halbinvalide. Und die Tatsache, dass die Verluste vom Terminator in Kommastellen gerechnet werden. Also es könnte auch ein halbes Todesopfer geben oder so. Da ist diese Härte noch irgendwie so ein bisschen zu spüren oder so ein bösartiger Witz, der ja da noch weitergetragen wird. Was ich heute total spannend auch finde, ich habe mir damals nicht wahnsinnig viel Gedanken drüber gemacht, ist die Tatsache, dass der Film ja auf einer so viel größeren Skala operiert und mir fallen nicht viele Filme ein, bei denen der Sprung so gigantisch ist. Ich habe es vorher gesagt, Terminator 1 war ja eigentlich ein kleines B-Movie, was dann halt zu so einem großen, sensationellen Film wurde. Aber die Fortsetzung, die über 14 Mal so teuer ist wie der erste Teil, wie viele Fortsetzungen kennst du, die so gigantisch groß werden?
Christian:
[57:03] Das gibt es sonst nicht. Und auch da, dass das schlüssig gemacht wird und sich kohärent anfühlt, das finde ich ganz, ganz spannend. Und trotzdem versucht der Film was zu wagen. Also er versucht etwas zu machen, was der vorige noch nicht gemacht hat. Er versucht irgendwie neue Pfade zu beschreiten. Und das kann Cameron ja relativ gut. Er hat das bei Aliens ja schon gemacht. Er hat das dann, finde ich, auch mit dem zweiten Avatar ganz gut gemacht, dass er neue Aspekte herausfindet in einer Story, die ja eigentlich schon erzählt ist. und die meisten Fortsetzungen servieren die halt einfach mehr vom Selben.
Heinrich:
[57:36] Die Spielmacher haben auf jeden Fall dieses Drehbuch, besser gesagt den fertigen Film, sehr intensiv studiert. Die Liebe zum Pixeldetail, die ist gigantisch.
Heinrich:
[57:47] Also das Beispiel von der Szene, wo eben der T-800 Arnold auftaucht, unbekleidet in die Bikerbar reingeht, ist auch so schön im Spiel umgesetzt, bis hin zu Details.
Heinrich:
[58:01] Dass wenn er ja so in dieser Energiekugel quasi aus der Zukunft erscheint, dann wird ja auch so alles im Hintergrund so weggeschnitten. Und es ist ja auch dann in der Spielgrafik, da ist ja dieser eine riesige Lastwagen, der da geparkt ist. Und dass auch da, wie im Film, so ein Halbkreis, so ein Scheibchen abgeschnitten ist. Solche Sachen. Bei der Gelegenheit stößt man aber auch an gewisse Grenzen, denn wo sie beim Spieljahr aufpassen mussten, das ist die Ähnlichkeit zu den Schauspielern und also Linda Hamilton, Robert Patrick, der Eddie Forlong, da hat wohl das Budget gereicht, das lizenstechnisch zu regeln. Arnold Schwarzenegger kostet wohl ein bisschen mehr, dessen Konterfei sieht man nicht, man merkt es aber kaum. Also vielleicht mal so bei 1-2 Story-Sequenzen, wo mal eine Nahaufnahme vom Gesicht käme, aber so groß wie die Sprites in dem Spiel sind, mein Gott, also dieser nackte Kleiderschrank in diesem einen Level, ob das jetzt da der Original-Arnold-Kopf ist oder nicht, also da würde man keinen großen Unterschied bemerken. Bisschen schade ist es trotzdem. Ich frage mich, ob man dem Arnold mal das fertige Spiel zeigen sollte, wie toll das geworden ist. Ob er dann nicht sagt, na ja, gut, dann könntest du mich auch kostenlos einbauen. Es ist wahrscheinlich aber eher unwahrscheinlich, dass sein Agent und sein Manager da mitspielen.
Christian:
[59:27] Ja, ich gehe davon aus, ohne jetzt die Details dieses Deals zu kennen, dass für Leute wie Edward Furlong diese Ähnlichkeiten einfach schon in der Lizenz inbegriffen sind. Und normalerweise sichert sich das Studio ja alle Rechte, was nur in irgendeiner Form geht. Und das beinhaltet ja auch, dass du die Schauspieler oder das Aussehen der Schauspieler verwenden darfst fürs Marketing und dann auch für Merchandising.
Christian:
[59:52] Und das Merchandising, was dann natürlich sehr wertvoll sein kann, das muss sich ein Schauspieler dann, glaube ich, schon selber aushandeln, um da in irgendeiner Form ein Mitspracherecht zu haben. Das hatte Arnold Schwarzenegger zu dem Zeitpunkt sicherlich. Ich nehme an, Edward Furlong hatte das nicht. Und das heißt, du musst dich dann gar nicht darum bemühen, ob du Edward Furlongs Gesicht verwenden darfst oder nicht. Das ist in der Lizenz drin. Und bei Arnold müsstest du einen eigenen Deal mit ihm machen. Und wie gesagt, ich kenne den Deal nicht, den die gemacht haben. Ich habe da jetzt keine Infos darüber, aber das ist halt, wie ich das Lizenzgeschäft kenne. Und das heißt, vielleicht haben sie gar nicht erst bei Arnold angefragt, weil das gar nicht im Raum stand, dass sie diese Bilder verwenden müssten oder nicht. Mich persönlich hat es auch nicht gestört, dass du Arnold nicht siehst. In dieser Pixelgrafik ist ja eh alles so ein bisschen Fantasie. Ich weiß, er ist der T800. Und ob da jetzt in den drei kleinen Bildern dann jemand exakt aussieht wie Arnold oder nicht, das ist dann für mich auch nicht so wichtig, was den Rest des Spiels angeht. Zumal der Rest des Spiels ja wirklich, wie du sagst, so nah am Film oft dran ist. Manche Dialoge sind ja so nah übernommen, die sind wortwörtlich drin. In den Cutscenes hast du dann manchmal wirklich auch die Einstellungen aus dem Film, die wiedergegeben werden. Und in Animationen sind gewisse Details aus dem Film, die dann übernommen werden. Zum Beispiel im Hospital, wo der T-1000 dann einen von den Wachmännern klont.
Heinrich:
[1:01:11] Ah, am Kaffeeautomaten, genau.
Christian:
[1:01:13] Genau, ja. Eine wundervolle Szene im Originalfilm, die ja auch so dieses Makabre und ein bisschen Unheimliche des T1000 toll einfängt, dass da plötzlich der Doppelgänger vor dem steht und er hält den Kopf so schief und verlängert dann seinen Finger in diese Klinge, die dem anderen durchs Gehirn geht. Zittert dann noch so und lässt den Kaffeebecher fallen. Und exakt diese Animation hast du im Spiel drin, inklusive dieses Kaffeebechers. Daran merkst du, wie sehr sie sich mit dem Film auseinander gesetzt haben und wie sehr sie das aufgegriffen haben. Das waren ja übrigens Zwillinge in der Szene mit den zwei Wachmännern. Und es gibt noch eine andere Sequenz, wo Zwillinge zum Einsatz kamen, nämlich die Zwillingsschwester von Linda Hamilton ist ja auch im Film drin. Einmal klont der T-1000 Sarah Connor und das ist dann Leslie Hamilton, die Zwillingsschwester von Linda Hamilton. Das ist kein Effekt, sondern es ist tatsächlich eine zweite Person, die da die andere Sarah Connor spielt.
Heinrich:
[1:02:06] Ha, das ist genau und man denkt, es ist ein Spiegel, aber ist es gar nicht und genau deswegen es lohnt sich, ich hab die, wie heißt sie, die Skynet Edition, also auf Blu-ray diesen Extended Cut sich anzugucken, weil diese eben von dir angesprochene Szene mit den beiden Schwestern, die finde ich auch so allgemein gut, nicht nur so wegen den Effekten.
Christian:
[1:02:27] Also Genau, also es gibt zwei Szenen mit den beiden Schwestern. Die eine ist die von dir erwähnte Cutscene, die nur in der Extended Version drin ist. Aber es gibt später beim Showdown auch nochmal eine Sequenz und da macht der T1000 eben Sarah Connor nach. Und da kommt die Zwillingsschwester nochmal zum Einsatz. Das ist eine Sequenz, die auch in der Kinofassung drin ist.
Heinrich:
[1:02:45] Das ist ja praktisch. Zumindest da hat man ein paar Dollar gespart, statt da irgendwie mit aufwendigen Effekten. Und ich meine, digital ging es ja noch nicht so gut damals mit der Computergrafik. Das war schon relativ kreativ.
Heinrich:
[1:03:07] Was ich jetzt beim Wiederbetrachten des Films ja ganz amüsant fand, ist die Erinnerung damals, wie sehr man 1991 sich auf die Computergrafik vor allem gefreut hat. Ja, da gibt es Autoverfolgung und der Simi, da kracht die Brücke runter.
Heinrich:
[1:03:24] Aber jetzt, wo ich mir frisch angesehen habe, bin ich vor allen Dingen über die Analogeffekte erstaunt. Also was da die Maskenbildner geleistet haben, die Stuntleute. Also da ist so eigentlich alles drin, was man so noch machen kann. Es sehen auch einige Szenen unglaublich gefährlich aus. Sehr schön finde ich auch die Anekdote mit dem Hubschrauber-Stunt, wo bei einer Verfolgung der Helikopter, also bei so einer Überführung, unten durchfliegt. Und das war echt, da ist nix getrickst worden. Und als der Kameramann das so richtig realisiert hat, hat er gesagt, nein, danke. Und James Cameron hat da gesagt, okay, dann gib mir die Kamera. Ich habe damit keine Probleme. Ich vertraue dem Piloten, der macht das schon. Und so haben sie das auch dann gedreht und alle haben es überlebt. Da sind so einige Sachen drin, die sind also wirklich echt irre. So macht man halt Kino nicht mehr. Und so würde ja auch Cameron heute Kino nicht mehr machen. Wie wir alle wissen, der weiß es natürlich zu schätzen, was digital alles geht. Aber das ist ja wirklich einer der Meilensteinfilme, der so beide Welten, finde ich, nochmal kombiniert, was so das Effektkino betrifft.
Christian:
[1:04:39] Ja, absolut. Da hat sich natürlich unsere Wahrnehmung auch sehr verschoben, weil ja heutzutage wissen wir, dass alles mit Computergrafik möglich ist, solange du halt das nötige Budget dafür hast und damit natürlich auch die nötige Zeit. Und deswegen ist der Stauneffekt bei so Digitalsachen einfach nicht mehr so groß, obwohl sich die Filme noch sehr stark drum bemühen. Der hat dann bei Terminator 2 natürlich auch ein bisschen nachgelassen. Das war damals natürlich sensationell, wenn der T-1000 da in eine andere Form sich verwandelt oder wenn er durch die Gitterstäbe sich durchschmelzt oder so. Und das ist auch immer noch alles toll gemacht. Aber der Stauneffekt ist eben das, wo du dir denkst, Moment mal, das konnten die nicht mit Computer machen. Wie du sagst, die sind da echt drunter durchgeflogen. Die haben da echt irgendwas in die Luft gejagt. Die kämpfen da tatsächlich auf einem Set. Die bauen etwas, die jagen etwas in die Luft. Und das versetzt uns heute eigentlich mehr in Staunen. Das ist bei anderen Actionfilmen aus der Zeit auch stark, dieser Effekt. Und hier merkt man es ganz besonders, weil die natürlich alle auf der Höhe ihrer Schaffenskraft arbeiten. Also Cameron war immer ein wahnsinnig guter Actionregisseur und das kann er hier alles ausspielen. Und die Effektleute von ILM waren großartige Könner, aber auch natürlich die von den handfesten Effekten, also Stan Winston zum Beispiel, den ich erwähnt habe. Das spielt hier alles ganz grandios zusammen.
Heinrich:
[1:05:55] Und was ist das jetzt für ein Gefühl, wenn man auf der einen Seite einen für seine Zeit so hypermodernen Film hat und jetzt ein neues Spiel hat, das sich also wirklich redlich bemüht, nicht hypermodern zu sein, sondern die Technik der damaligen Zeit und auch so die Spieleabläufe als Inspirationsquellen nimmt? Ist das irgendwie komisch oder passt das? Also ich muss ja sagen, ich war also von der ersten Ankündigung an auf dieses Spiel sehr neugierig und bin.
Heinrich:
[1:06:30] Auch wenn so ein, zwei Sachen man im Detail kritisieren kann, bin doch bezaubert, wie gut sie so diesen Stil eingefangen haben, wie Spiele halt damals waren, wie die aussahen, wie die Animation waren. Ich glaube, damals war es vielleicht nicht ganz so gut, waren natürlich heute bessere Tools und mehr Speicher und wir müssen auch mal gucken, ob und wann da noch Umsetzungen für Retrosysteme erscheinen, aber es fühlt sich so an, auch die Musik und das Ganze aber mit einer guten Grundspielbarkeit und das war ja immer die Krux, wenn Ocean damals was gemacht hat oder häufig war es so der Fall. So kurz die Levels auch sein mögen, du bewegst dich gerne in ihnen. Es ist alles sehr straff, es ist sehr griffig, es hat diese Grundvergnüglichkeit, wegen der es auch durchaus okay ist, wenn man mal ein Level zum x-ten Mal von vorne spielt.
Christian:
[1:07:27] Ich finde das absolut stimmig, dieses Zusammenspiel von, wie du sagst, modernem Film und Retro-Game. Aber natürlich ist der Film ja für uns auch retro. Also der Film ist 34 Jahre alt und wie du gesagt hast, solche Filme machen wir ja heute nicht mehr. Das heißt, von daher fühlt es sich natürlich stimmig an, dass da ein Spiel erscheint, das auch auf diese Zeit zurückverweist, in der der Film erschienen ist. Wenn das jetzt ein moderner Film wäre, also wenn du jetzt mir zu Avatar 3 ein solches Spiel gemacht hättest, finde ich, würde das wesentlich weniger passen. Es könnte auch ein sehr charmantes Spiel sein und ein sehr witziges Spiel, aber ich glaube, der Bruch wäre sehr viel stärker, weil du dich fragst, warum geht das so auseinander? Hier ist dieses Warum ja in der Zeit der Erscheinung schon verankert. Ich finde es sehr charmant und sie haben es wundervoll gelöst. Es gibt auch bei mir jetzt so Sachen, die ich kritisieren mag. Ich finde, die Musik pumpt halt schon gleich von Anfang an sehr, sehr groß. Da hätte man ein bisschen sanfter in das Spiel erstmal reinkommen können. Später ist es dann cool, wenn das Ding schweißtreibend wird und dramatisch wird und so. Aber von der ersten Spielminute an, naja, ich glaube, da will ich erstmal in die Spielwelt reinkommen. Was ich sehr faszinierend finde an dem Spiel und was ja die größten Diskussionen im Netz auch verursacht, ist der Schwierigkeitsgrad oder der Mangel an Schwierigkeitsgrad, je nachdem, wie du es sehen willst.
Christian:
[1:08:49] Dass ja, wenn sich Leute beschweren über das Spiel, oft der Punkt einfach der ist, dass du es viel zu schnell durchhast. Und das ist natürlich die Tatsache, dass es diesen Easy-Mode gibt und auch der No-Problemo-Mode ist jetzt für jemanden, der Arcade-Spiele wirklich gewohnt ist, keine extrem große Herausforderung. Ich selber bin mittelmäßiger Action-Spieler, das heißt, ich hab bei No Problemo auch diverse Anläufe gebraucht und hatte dann schon so meine vier, fünf Stunden da reinversenkt, bis ich mal das Ende gesehen habe und dann hab ich halt noch die alternativen Story-Modes mir anschauen wollen und so. Also, da ist schon ein bisschen was an Zeit reingeflossen und das macht Spaß.
Christian:
[1:09:24] Du hättest natürlich damals 1991 ein Spiel veröffentlicht, was knüppelhart gewesen wäre. Also der dritte oder vielleicht sogar gleich der vierte Schwierigkeitsgrad. Das Gnadenlose, wo dir nichts geschenkt wird und wo du gleich von Anfang an eigentlich tausend Todes stirbst. Und dann brauchst du natürlich sehr, sehr lange, um zum Ende zu kommen und das zu sehen. Und heute macht man halt keine Spiele mehr so, sondern du kommst den Spielern entgegen und gibst ihnen den Easy-Mode und dann beschweren sie sich, dass das Spiel so kurz ist. Obwohl Contra, wenn du weißt, was du tust, ja auch nur 15 Minuten dauert oder 20.
Heinrich:
[1:09:56] Ich finde, die haben das eigentlich ganz gut gelöst, weil, was willst du denn heute hier ankommen mit einem nur beinharten Spiel wie seinerzeit? Wie gesagt, ich empfehle da wirklich mal das Ocean-Ding, die Fahrsequenzen damals. Macht keine große Freude. Also man hätte vielleicht bei dem Easy-Money-Modus noch eine extra Warnung vorschalten sollen, dass er wirklich easy ist, damit sich dann keiner beschwert. Es ist okay, es gibt ein paar Anreize zum Mehrfachspielen. Und sie haben sich auch Mühe gegeben, das Gameplay zu variieren, ohne das zu sehr zu strecken. Also ich frage mich eher ein, zwei Mal, oh, hätte man da nicht noch ein Level mehr sogar machen können? Also die Arnold-Inter-Biker-Bar-Szene, da wird das mal kurz zu einem…
Heinrich:
[1:10:45] Naja, Beat’em Up ganz light, also so Streets of Rage für Anfänger, wo das dann rein um so Nahkampfgeprügel geht und auch so kleine Gags drin sind, dass du also auch Teile der Einrichtung zertrümmern kannst. Kann man sich jetzt überlegen, hätte man hier und da noch ein Level mehr machen können, aber so wirkt das Spiel eigentlich schön straff und kompakt. Auch in den anderen Levels gibt es immer wieder mal so Varianten, zum Beispiel, dass du dich mal kurz versteckst, so bei so einem Türeingang und dann nicht gesehen oder getroffen werden kannst. Also es ist immer dieses Actionspiel. Es gibt da keine radikalen Änderungen, aber so immer wieder Varianten des Gameplays und die auch dann abhängig von der Spielfigur, die du in dem Level gerade steuerst. Und ich finde, das hat eigentlich einen sehr guten Rhythmus.
Christian:
[1:11:40] Ja, das auf jeden Fall. Es trägt dich sehr, sehr schön durch. Und ich stimme dir zu, dass die Lösung eigentlich gut ist. Denn du kannst heute nicht nur Hardcore-Gamer ansprechen. Vielleicht ja, wären mehr Infos dann ganz hilfreich gewesen für manche Leute. Man muss sich, glaube ich, selber auch von Anfang an fragen, was will ich denn aus so einem Spiel? Und wenn das ist, dass man möglichst lang dran sitzt, bis man das Ende sieht, dann ist es vielleicht nicht das richtige Spiel. Oder man muss halt wirklich konsequent hart anfangen. Und ansonsten, wenn man so wie ich jetzt ein Gelegenheitsspieler ist, der jetzt auch nicht der Reflexstärkste ist, dann macht das wahnsinnig viel Spaß, dass man da einfach ein paar Mal durchspielt und trotzdem schnell seine Erfolgserlebnisse hat. Und dann kann man immer noch drangehen und sagen, oh, ich gucke jetzt aber mal, dass ich zum Beispiel alle Continues finde. Jeder Level hat ein verstecktes Continue.
Christian:
[1:12:24] Manche findet man relativ schnell. Und bei anderen habe ich dann ein bisschen gesucht bei den mehrmaligen Durchspielen. Also … Ich finde, das hat sehr, sehr gut aufgefangen. Eine Sache, die ich schade finde an diesen Mehrfach-Durchgängen, also wenn es da noch verschiedene Modi gibt und alternative Storylines und so. Die alternativen Storylines sind natürlich nett, weil du mehr Levels kriegst, aber sie sind auch wahnsinnig deprimierend. Also die Story verändert sich dann dahingehend, dass du die Entstehung von Skynet nicht aufhältst. Und deswegen passiert dann halt die schreckliche Zukunft trotzdem. Und deswegen rennst du dann mit Sarah Connor da durch. Okay. In der anderen Variante stirbt dann sogar John Connor in der Zukunft, der wird dann erschossen und da ist dann das Spiel aus. Also da ist das zwar nett, dass ich zusätzlichen Content sehe, aber ich frage mich dann schon, ist das jetzt meine Belohnung, dass ich so ein richtiges Downer-Ende gekriegt habe? Ich bin mir ja da nicht ganz sicher.
Heinrich:
[1:13:20] Ja, im Großen und Ganzen, finde ich, haben die Entwickler von Anfang an gesagt, was sie machen wollen. Da haben sie geliefert und vor allen Dingen eben die Liebe zur Vorlage. Das ist ja bei vielen alten Filmumsetzungen ja oft ein Problem, wo man das Gefühl hat, naja, die haben da jetzt so ihr 0815-Spiel gemacht und haben irgendwie feigenblattmäßig zwei, drei Spielreferenzen drin, aber irgendwie wirkt das doch sehr aufgeklatscht. Aber das ist hier vom ersten bis zum letzten Pixel Terminator 2, Terminator-Rigger geht’s eigentlich nicht.
Christian:
[1:14:00] Ja, das ist auch eine ganz, ganz große Bank, die dieses Spiel hat, denn wir haben jetzt schon so viele von diesen Games besprochen und wir hatten auch Spiele, wo du merkst, dass sie einfach nur einen Titel als Lizenz hatten und sie hatten halt noch ein Spiel rumliegen und dann hat man das halt irgendwie hingebogen. Aber selbst die, die ein bisschen näher dran waren, wenn du jetzt an das Robocop-Game zum Beispiel denkst, abgesehen davon, dass das verbuggt war und du es nicht lösen konntest, wenn du dir jetzt vorstellen würdest, diese Jungs würden ein Robocop-Game machen, ich glaube, da wären wir alle glücklich mit diesem Robocop-Spiel.
Heinrich:
[1:14:31] Das ist ja auch spielerisch gar nicht so unähnlich. Also deswegen, das war diese Art von Spiel. Also ich weiß ja nicht, wer gerade die Rechte hat. Es gibt ja auch wieder aktuelle Robocop-Spiele. Aber das wäre mein nächster Anruf nach dem Motto, wie schaut’s aus? Guck mal, was wir gerade gemacht haben. Gib uns mal die Lizenz, da wär ich auch sofort dabei, ja.
Christian:
[1:14:51] Ja, und ein Predator-Game kannst du dir von den Jungs vorstellen. Und also richtig so diese 80er durch. Als nächstes machen sie ja Masters of the Universe, hab ich gelesen. Diese Liebe zum Detail, die funktioniert. Und diese Liebe auch zu den alten Spielen von damals funktioniert. Und wie lang man dann dran sitzt, kann man dann auch ein bisschen selber steuern, finde ich. Wenn man natürlich der Hardcore-Gamer ist, der dann 60 Stunden lang in eine sich entfaltende Story stecken will. Ich glaube, da ist so ein Run and Gun sowieso nicht das richtige Spiel. Also da muss man sich dann eher anderweitig umschauen.
Heinrich:
[1:15:24] Man darf auch nicht vergessen, es ist ein 30-Euro-Spiel. Ich finde, das ist moderat, das ist angemessen, auch wenn es vielleicht ein bisschen kurz ist. Wird auch sicher mal irgendwann im Angebot erhältlich sein. Also wer den Film irgendwie mochte, ich kann mir nicht vorstellen, dass der mit dem Spiel richtig unglücklich wird.
Christian:
[1:15:43] Ja, ich meine, wenn du ins Kino gehst, koste ich das für die zwei Stunden schon 15 Euro. Das heißt, zwei Kinofilme sich anschauen, das ist dasselbe. Und ich habe hier fünf oder sechs Stunden mit sehr viel Vergnügen gespielt. Ich kann mich also nicht beschweren, dass das schlecht ausgegebenes Geld wäre.
Heinrich:
[1:15:58] Ja, für Beschwerden ist im Pixelkino ja eine eigene Abteilung zuständig. Die würde ich sich gleich geduldig anhören. Wir kommen zur Bewertung.
Christian:
[1:16:23] The Good, The Bad and The Ugly. Das Bewertungssystem im Pixelkino allseits beliebt. Wir sagen, was ist gut, was ist nicht gut und was liegt irgendwo dazwischen. Ugly, etwas, was Schönheiten hat, aber auch nicht so Schönes. Wir finden dafür immer Elemente aus dem Film und dem Spiel. Und zuständig dafür ist meistens der Kollege Lehnhardt, der in Kanada den Tag damit beginnt, dass er darüber nachdenkt, was denn das Naheliegendste ist, mit dem man Good, Bad und Ugly repräsentieren kann. Heinrich, was hast du dir da ausgedacht?
Heinrich:
[1:16:57] Ja, mir ist natürlich bei der Wiederbegutachtung des Films ein reizendes Detailgleich aufgefallen, nämlich die Hundennamen. Denn eine der Fangfragen, mit der rausgefunden wird, dass die Stimme am Telefon nicht die echte Mama ist, sondern in Wirklichkeit der T-1000, das ist die Frage nach dem Namen des Familienhundes bei der Pflegefamilie von John Connor. Max ist der echte Name und Wolfie ist falsch. Und da bräuchte man aber noch was für Ugli, da wird es schwierig. Und zu Wolfie wusstest du noch was?
Christian:
[1:17:32] Ja, James Cameron hatte mal einen Hund, der hieß Wolfie.
Heinrich:
[1:17:35] Ja. Dann dachte ich noch, naja, es gibt ja im Spiel diese bissigen Hunde und da wird der Zukunfts-Cyberköter als K9HK bezeichnet. Aber ich dachte mir, dass es selbst für Pixel-Kino-Verhältnisse vielleicht ein bisschen weit hergeholt. Deswegen orientieren wir uns heute doch ganz einfach am Cyberdyne-Modellkatalog. Also wir stellen uns vor, Christian, du gehst zum Gebrauch-Terminator-Händler und willst ein Modell kaufen und hast natürlich verschiedene Kriterien, was ist vielleicht gut, was ist nicht so gut. Und so ordnen wir jetzt verschiedene Terminator-Modelle unseren Kategorien zu. Und wer kann denn da nur der gute Terminator sein?
Christian:
[1:18:26] Der gute Terminator muss natürlich Arnold sein, der T-800, das klassische Modell, einfach das, was sich bewährt hat, was zwar immer kaputt geht am Ende des Films, aber dafür dann trotzdem immer wieder im nächsten Film auftaucht und den Daumen nach oben streckt und dann sagt, alles ist stabil und wir werden die Zukunft in unsere eigene Hand nehmen.
Heinrich:
[1:18:45] Ja, der ist vielseitig einsetzbar, ist solide verarbeitet und wie wir in dieser einen Extended-Cut-Szene auch sehen, man kann ihn leicht reparieren, also sein Hauptchip ist leicht zugänglich, wenn man einfach mal kurz im Schädel mal so die Klappe und so, wunderbar. Ja und da fällt uns auch die Wahl des Bösewichts nicht allzu schwer, Bad ist ja dann wohl der T-1000.
Christian:
[1:19:12] Ja, den kann man auch so schlecht entsorgen. Also abgesehen davon, dass man ihn nie kaputt kriegt, wenn mal was nicht passt, den bringt man ja auch nicht einfach zum Wertstoffhof. Im Buch wird übrigens erklärt zu Terminator 2, dass der T-1000 ein Einzelstück ist und selbst Skynet ihn nicht völlig unter Kontrolle hat. Das heißt, das war so eine verzweifelte letzte Handlung von Skynet, den dann in die Vergangenheit zu schicken, ganz kurz bevor die Rebellen im Skynet-Hauptquartier eingedrungen sind. Das war noch das Letzte, was Skynet machen konnte, um vielleicht die Zukunft doch noch für sich zu entscheiden, wie wir ja gesehen haben. Es hat auch nicht funktioniert. Der T-1000 ist trotzdem einfach kein guter Terminator und deswegen kann er nur noch bad sein.
Heinrich:
[1:19:53] Und in der Mitte, im wahrsten Sinne des Wortes ugly, ist das Modell T600. Dazu muss man sagen, dass der im ersten Film mal kurz erwähnt wird, aber man sieht ihn nicht wirklich. Einige Bethesda-Spiele haben den aufgegriffen. Das ist so ein frühes Modell, Vorläufer vom T-800, der so ein bisschen verlacht worden ist. Also die Rebellen in der Zukunft, die haben den wohl Rubbers genannt, also der Gummi-Terminator, weil sein Äußeres, das menschenähnlich sein soll, dermaßen fake aussieht. Also alle haben sich in der Übrigen Lustig gemacht und er war auch sicher der ungefährlichste von allen. Also du hast nicht ganz die Entsorgungsprobleme wie beim T-1000 und er hat vielleicht einen gewissen unbeholfenen Charme. Aber deswegen denke ich mir, so als Ugly in der Mitte, da ist der T-600 gut aufgehoben.
Christian:
[1:20:52] Ja, ich habe ja ein Herz für Underdogs und irgendwie habe ich jetzt das Gefühl, der T-600 tut mir ja fast leid, wenn den jeder da als Gummimodell bezeichnet. Und ja, T-600, der hat schon sicherlich auch seine guten Seiten.
Heinrich:
[1:21:04] Und wir fangen mit dem Film an. Heute hält sich die Spannung doch mal wieder in Grenzen. Wir haben uns da wirklich einen großen Klassiker des Action-Kinos ausgesucht, der so sehr wenig gealtert ist, wenn überhaupt. Das ganze Tempo ist immer noch prima. Ich finde so vielleicht die zweite Hälfte nicht ganz so genial wie die erste, aber da passt aber auch wirklich alles. Immer noch ein großer Spaß, sich den anzugucken. Also für mich ist der Film Terminator 2 immer noch ein T-800, also gut.
Christian:
[1:21:37] Ja, ich muss mich da anschließen. Keine Überraschung natürlich, T-800. Wir kommen zu dem Konzept wieder zurück, wo es zwei T-800 gibt, die gegeneinander kämpfen. Was Cameron da abfackelt, ist natürlich absoluter Wahnsinn. Sehr erstaunlich und kreativ inszeniert. Wie ich vorher gesagt habe, einfach was er schafft mit der Fortsetzung, also mit dem Konzept der Fortsetzung zu machen, dass er das irgendwie auf den Kopf stellt und gleichzeitig fühlt es sich an, als wäre es ein organischer Teil dieses Universums. Du hast nicht das Gefühl, dass er jetzt da weggeht von Konzepten, die den ersten stark gemacht haben. Er bringt emotionale Themen rein. Diese Familiengeschichte ist, finde ich, manchmal sehr berührend sogar. Gleichzeitig hat er diese Härte und dieses Vorantreibende, die Düsternis und so. Nicht ganz wie der erste, aber trotzdem immer noch wahnsinnig effektiv. Es ist einfach einer der besten Actionfilme, die je gedreht wurden. Und auch wenn ich persönlich, wenn ich wählen müsste zwischen dem ersten und dem zweiten immer den ersten nehmen würde, würde ich den zweiten auf keinen Fall missen wollen. Ein T-800.
Heinrich:
[1:22:38] Und beim Spiel muss ich auch nicht lange zögern, da gibt es vielleicht ein, zwei kleine Kritikpunkte, aber das ist wirklich ein Spiel für Leute, die Retro-Spiele mögen. Also darüber muss man sich im Klaren sein. Viel mehr Retro-Charme kann man bei einer relativ modernen Produktion nicht erwarten, finde ich. Pixel-Kino-Bonuspunkt alleine eben für die ganzen Filmdetails, wie die aufgegriffen worden sind und das Ganze mit diesen wunderbaren Pixel-Grafiken. Also auch das Spiel Terminator 2D No Fade ist für mich gut. Da haben wir jetzt dann den dritten T-800. Jetzt wird es langsam eng.
Christian:
[1:23:19] Ja, ich sag’s dir, es wird ein Gesangsquartett draus, weil ich zücke auch den T-800.
Christian:
[1:23:25] Es muss natürlich so sein. Es ist wahnsinnig liebevoll gemacht. Es spielt sich sehr, sehr flott. Also, man kommt da rein und spielt gleich los. Und das ist, wie du gesagt hast, auch so für den Feierabend immer was, was man schnell noch mal so ein Stündchen spielen kann und was Spaß macht, auch was beim mehrmaligen Durchspielen durchaus Spaß macht, weil man halt eben noch ein paar extra Sachen sehen kann oder sich dann vielleicht doch die größere Herausforderung gönnen will.
Christian:
[1:23:47] Dieser Pixelkino-Bonus, dass sie so schön das Ganze an den Film angekoppelt haben, finde ich, der geht sogar noch darüber hinaus, nämlich, dass sie nicht nur sklavisch den Film wiedergeben, sondern auch Dinge drin haben, die eben nicht im Film drin sind. Also, dass du dieses Setup hast am Anfang noch, wo der junge John Connor entführt wird in der Westernstadt oder dass du diese Zukunftsszenen hast, von denen ja im Film ganz wenig sind, im Buch sind es dann ein paar mehr, aber dass du das ein bisschen ausweitest, diese ganze Cyberdyne-Sequenz, von der eigentlich nur erzählt wird. Also sie bauen das Ganze sogar noch ein bisschen aus und das aber auch stimmig mit dem, was die Vorlage hergibt. Das fühlt sich also wirklich so an wie ein zusätzliches Medium, in dem diese Geschichte nochmal neu beleuchtet wird. Das finde ich stark, das macht Spaß. Das ist für jeden Terminator-Fan auch ein Fest und natürlich für jeden, der da die Konsolenspiele gespielt hat. Und wer diese Games mochte, der wird bei Terminator auch seinen Spaß haben. Und ich sag’s noch mal, wenn man das Gefühl hat, dass man vielleicht zu schnell fertig werden könnte, dann fängt man halt bitte einfach gleich auf einem schwierigeren Grad an und hat dann trotzdem sein Vergnügen dran. Ein T-800, definitiv. Haben wir jetzt noch mehr in der Garage stehen? Ich weiß nicht.
Heinrich:
[1:24:57] Ja, das Fließband, das läuft und läuft. Kein Problem.
Christian:
[1:25:01] Naja, der T-1000 war ja auch das Einzelstück. Also vielleicht, der eine ist jetzt kaputt, den können wir gar nicht zücken. Was wollen wir da machen?
Heinrich:
[1:25:08] Ein alternatives Ende ist bei dieser Episode des Pixel-Kino-Podcasts nicht zu erwarten. Aber weitere Folgen sind bereits in Vorbereitung. Es gibt natürlich auch ein Archiv. Und wer uns öfters hören will, der kann das tun. Im Unterstützer-Feed von Stay Forever erscheinen immer die neuen Folgen.
Christian:
[1:25:29] Ja, da kann man uns in Zukunft auch hören, ganz ohne Zeitmaschine. Wie toll ist das?
Heinrich:
[1:25:37] Wir hoffen, euch hat diese Betrachtung von Terminator 2 und dem dazugehörigen neuen Spiel Spaß gemacht. Für mich war es wieder ein Vergnügen, Christian, mit dir über dieses Thema zu plaudern. Und ja, dann schnappen wir uns unsere Klamotten, unsere Stiefel und Motorräder und kommen langsam zum Ende.
Christian:
[1:25:56] Ja, Heinrich, ich darf das Kompliment zurückgeben. Es war mir ein Fest. Und ich würde sagen, das Schicksal sagt voraus. Wir sehen uns in der nächsten Pixel-Kino-Folge wieder. Bis dahin. Tschüss.
Heinrich:
[1:26:05] Ciao. Boris, ich sag’s dir, die Zukunft wird echt verrückt. Spielepackungen sind vom Aussterben bedroht. Und alle schwärmen von KI, als hätte man aus Sky-Net überhaupt nichts gelernt.
Boris:
[1:26:27] Ja, natürlich. Und die Autos fahren mit Strom und nicht mit Benzin. Arnold Schwarzenegger wird Politiker und Microsoft baut eine Spielekonsole, oder? Nee, jetzt mal langsam. Wie entwickeln sich denn eigentlich die Spiele-Magazine?
Heinrich:
[1:26:40] Da erfreuen sich Sprachaufnahmen enormer Beliebtheit, so wie Radio, aber halt über Spiele. Erstaunlich oft sind das alte Spiele. Und da reden und reden und reden die. Und da gibt es so kleine Empfangsgeräte.
Boris:
[1:26:51] Das ist so wie ein Walkman. Dann erzählt er uns sicher gleich noch, dass die Leute irgendwann lustige Videos mit den Redakteuren sehen wollen. Was sollen wir da noch machen, Dr. Freutze?
Christian:
[1:27:00] Das ist eine sehr was Geschichte. Das ist ja total überreizt, der Kollege. Na, ich kundiere da vielleicht eine Endkoffeinimte-Sorte ans Herz legen.
Heinrich:
[1:27:09] Aber das ist ja gar nichts. Das war gleich zur Weltpolitik. Aber ich weiß nicht. Das war Pixel Kino Podcast, Episode 29 zu Terminator 2. Hasta la vista, Baby. Tja, jetzt haben wir doch noch ein ordentliches Terminator 2 Spiel gekriegt. Ein bisschen spät, aber ohne ein Zeitparadoxon auszulösen. Besonderer Dank gebührt heute unserem Special Guest Boris Schneider-Johne, der aus dem Jahr 1991 zugeschaltet war. Der Pixelkino-Podcast ist eine Co-Produktion von Christian Genzel und Heinrich Lehnhardt. Die Musik stammt von Chris Hülsbeck. Wir hören uns bald wieder bei unserer Begegnungsstätte für Film und Spiel.
Sehr schön! Gerade noch die aktuelle Folge der Spieleveteranen gehört, in welcher im Rahmen der Zeitreise auch ein Terminator-Egoshooter aus 1996 thematisiert wurde - da geht es doch stimmig weiter.
Den Film habe ich als Jugendlicher unzählige Male gesehen - ich fand schon immer den Anfang cool, als der junge John Connor in der Mall die zeitgenössischen Arcade-Automaten bespielt. So viele ikonische Szenen und Zitate. Ich bin sehr gespannt auf die Perspektive von Heinrich und Christian.
Ein ganz großes Lob für @Christian_Genzel s neue Sprachqualität!

Der Klang ist wirklich erheblich besser. Am Anfang war ich ganz kurz irritiert, als ich zwei ungewohnte Stimmen hörte.
Schön auch die rahmenden Geplänkel mit Boris. Ich mag an dem Format, dass es etwas lockerer von der Atmosphäre ist, dazu passen die eher humoristisch genutzten Einspieler imho auch ganz gut.
Terminator 2 durfte ich seinerzeit zwar noch nicht sehen, aber dass das ein Ding ist, haben wir alle mitbekommen. Der Film hat sich, ähnlich wie Alien/Aliens, auch über die Jahre wirklich gut gehalten. Ich sehe den heute noch gerne. Schade, dass es nie einen Nachfolger gab.
Das Spiel für Game Boy war (zumindest in meiner Hood) auch in der jüngeren Belegschaft sehr gefragt. Besonders ins Gedächtnis eingebrannt hat sich für mich die Flucht auf dem Motorrad. Wobei ich das heute vermutlich nicht spielen könnte.
Für Heinrich ist es offenbar eine Selbstverständlichkeit, dass Zeitreisen üblicherweise nackt erfolgen müssen.
Das wirft Fragen bzgl. der Zeitschriften Zeitreise im Spieleveteranen Podcast auf …
Wenn die Zukunft schon düster wird, so bringt sie doch wenigstens technologische Fortschritte mit sich!
Aus der Rubrik “Momente, in denen man merkt, dass Heinrich nie auf das Webcam-Fenster schaut …”