br> Worum geht’s: Im Format Ausgefragt! beantworten die Podcaster Fabian, Chris und Gunnar (plus Rahel und Henner) Fragen der Hörenden. Die sind in der Regel so ausgewählt, dass die Antworten nicht nur „Ja“, „Nein“ oder „Wurscht“ lauten können, sondern idealerweise ein bisschen was Persönliches preisgeben.
Wir danken allen, die Fragen eingesendet haben! Ausgefragt! gehört zu unseren festen Formaten – es erscheint halbjährlich (zuletzt im November 2025). Wer eine Frage hat, schickt die bitte einfach per Mail an fabian AT stayforever PUNKT de; Fabian sammelt die dann für die nächste Folge im Herbst. Bitte keine Fragen zum Podcast an sich oder zu geplanten Folgen.
Dies sind die Fragen von dieser Folge:
„Habt ihr einen geregelten Arbeitstag?“ (von Patrick)
„Wie hat sich euer Spielegeschmack verändert?“ (von Sara)
„Habt ihr nützliche Fähigkeiten?“ (von Erik)
„Wie standen eure Eltern dem Spielen gegenüber?“ (von Arne)
„Wie lief eure Führerscheinprüfung?“ (von Matthias)
„Welche Kreativmaterialien würdet ihr benutzen?“ (von Svenja)
„Habt ihr einen Alltags-Pile-of-Shame?“ (von Benjamin)
„Bei welchem Moment der Spielegeschichte wärt ihr gern dabei gewesen?“ (von Marian)
Produktions-Credits:
Sprecher: Christian Schmidt, Fabian Käufer, Gunnar Lott, Rahel Schmitz-Beckers, Henner Thomsen
Redaktion: Fabian Käufer
Audiobearbeitung: Fabian Langer, Christian Schmidt
Titelgrafik: Paul Schmidt, Johannes DuBois
Intro, Outro: Nino Kerl (Ansage); Chris Hülsbeck (Musik), Impossible Mission (Sample)
Team Stay Forever:Dieser Beitrag wurde gepostet vom Team-Account von Stay Forever. Der Account sammelt alles, was nicht direkt einem der Stay-Forever-Autoren zugeordnet werden kann, Gastbeiträge, Podcast-Posts, sowas in der Art.
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Transkript anzeigen
Fabian:
[0:23] Hallo, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Stay Forever Ausgefragt. Dem Format, in dem wir die Fragen beantworten, die euch da draußen unter den Nägeln brennen. Und wie immer an dieser Stelle einmal kurz der Hinweis. Ihr könnt uns immer und jederzeit an 365 Tagen im Jahr eure Fragen schicken. Einfach via Mail an . Und vor der nächsten Ausgefragt-Folge werten wir alle seit der vorherigen Episode neu reingekommenen Mails aus. Und seid da nicht böse, wenn eure Frage mal nicht verwendet wird. Wir kriegen natürlich viel mehr Fragen, als wir realistisch beantworten können. Und wir freuen uns immer besonders über solche Fragen, die etwas offener gestaltet sind, wo wir also nicht einfach nur Ja oder Nein sagen können. Und damit jetzt auch genug der Vorrede. Ich begrüße meine beiden wunderbaren Kollegen in dieser Runde. Hallo Chris.
Chris:
[1:13] Hallo Fabian.
Gunnar:
[1:14] Hallo Fabian.
Chris:
[1:15] Wer ist der Typ?
Fabian:
[1:16] Hallo Gunnar, bist du es?
Gunnar:
[1:20] Hallo, hier ist Gunnar.
Fabian:
[1:21] Hallo Gunnar, schön, dass du auch dabei bist. Seid ihr bereit für unsere neuen Fragen?
Gunnar:
[1:25] Aber ja, natürlich.
Fabian:
[1:27] Sehr schön. Dann starten wir mit Frage 1 von Patrick. Er möchte gerne wissen, habt ihr eigentlich sowas wie einen geregelten Arbeitstag? Ich meine das von den Zeiten her. Ich stehe täglich zur gleichen Zeit auf und komme in etwa zur gleichen Zeit nach Hause. Theoretisch seid ihr da ja viel flexibler, oder? Braucht ihr sowas wie fixe Zeiten fürs Wohlbefinden? Oder seid ihr eher froh, wenn nicht jeder Tag nach Schema F abläuft? Chris, wie ist das bei dir?
Chris:
[1:53] Oh, ich bin so gespannt zu hören, was ihr beide dazu sagt. Da bin ich ganz neugierig und das würde euch total überraschen, aber ich mag geregelte Tage.
Chris:
[2:01] Das ist meine bevorzugte Weise. Das ergibt sich momentan aber eh von selbst dadurch, dass meine Frau und unser Sohn ja in der Früh in die Schule gehen beide. Und ich bin dann verantwortlich auch dafür, dass das Kind sein Frühstück bekommt und seinen Ganzen gepackt hat und sowas und dann aus dem Haus geht. Von daher habe ich eh eine feste Aufstehzeit und bin spätestens um 8 Uhr dann am Rechner. Und ich mag es aber auch, wenn ich in so einen Tag mit einem klaren mentalen Plan gehe. Also wenn ich weiß, welche Sachen stehen heute an. Und dann finde ich es auch gut, wenn ich da in Ruhe und konzentriert daran arbeiten kann.
Chris:
[2:29] Auf der anderen Seite würde ich aber sagen, es ist auch wichtig, dass nicht jeden Tag der gleiche ist. Und das ist ja bei Stay Forever zum Glück so. Da ist es mal Recherche, mal Aufnahme, mal Schnitt und Produktion und so. Und natürlich immer wieder Spielen dazwischen. Und wenn ich wirklich mal gestresst bin und gerade keinen Bock auf irgendwas anderes habe, dann pflege ich unsere Pläne und unsere Statistiken. Das ist pure Entspannung, sage ich euch. Das ist wie ein Urlaub mit einem Cocktail in der Hand. Und ich erweitere diese Frage noch einmal ein kleines Element, weil das würde mich bei euch beiden auch interessieren, ob ihr so kleine strukturierende Elemente habt in eurem Tag. Sowas wie, das ist jetzt ganz simpel, aber ich trinke zweimal am Tag eine Tasse Kaffee, nehme ich morgens zum Frühstück und dann direkt nach dem Mittagessen. Das ist wie ein kleines Ritual und da freue ich mich auch immer drauf. Und ich finde das schön, wenn man solche kleinen Fixpunkte hat. Aber ansonsten ist das Schöne an der Selbstständigkeit natürlich, dass man im Zweifel auch einfach rausgehen kann in den Garten oder Erledigungen machen oder einen Spaziergang, wenn das Wetter schön ist oder mit dem Rad rausfahren oder sowas. Und ich würde eigentlich sagen, was mir am wichtigsten ist, unterm Strich ist, dass ich am Ende des Tages das Gefühl habe, ich habe was getan. Das muss nicht Arbeit sein, das kann auch ein Tag mit dem Kind sein oder ein Ausflug oder sowas, aber Hauptsache ich kann am Ende ins Bett gehen und denken, war ein guter Tag heute.
Fabian:
[3:39] Hm, Gunnar.
Gunnar:
[3:40] Ich bin da ganz bei Chris, ehrlich gesagt. Es ist gar nicht so viel Unterschied. Ich finde, dass die Arbeit, die wir hier bei Stay Forever machen, so vielfältig ist und auch so unterschiedlich. Ich mache ja auch mal den ganzen Tag lang nur Buchhaltung. Das bleibt dem Chris erspart. Dafür muss ich Gott sei Dank nicht schneiden.
Gunnar:
[4:01] Nein, wir haben ja noch einen Steuerberater, der die schlimmeren Teile davon macht. Er gibt das dann in sein Dativ-Ding ein und so, was ich ihm gebe. Aber ich mag es, so Ankerpunkte im Leben zu haben. Und das ist was, das hatte ich früher nicht. Das weiß ich noch. Als ich bei GameStar angefangen habe, da habe ich vom spätestmöglichen Termin, an dem man aufschlagen konnte, so sagen wir mal 10 Uhr oder vielleicht auch halb 11 damals bei GameStar, da war es ja sehr locker, dahingehend. Und dann habe ich von da zurückgerechnet, wie viel Zeit ich brauche, um mit dem Fahrrad da hinzufahren und zum Duschen. Und das war meine Aufstehzeit. Dann habe ich halt bis dahin geschlafen, schnell hastig geduscht, mit dem Fahrrad hingejachtet und dann im Büro einen Kaffee getrunken oder was gegessen. Also die Schlafenszeit möglichst ausgenutzt. Und jetzt ist es so, ich fange den Tag halt früh an. 6.45 Uhr stehe ich auf. Das hat doch was mit der Familie zu tun, wie beim Christian. Meine Tochter geht ja auch noch zur Schule, noch ein paar Monate. Und ich esse zur gleichen Zeit und habe so Rituale darum gemacht. Wie Christian mit den zwei Kaffee, nur dass es bei mir halt sechs Kaffee sind oder sieben.
Chris:
[4:55] Machst du noch was anderes am Tag?
Gunnar:
[4:56] Ich mache ja beim Kaffeetrinken dann auch was. Aber zweimal am Tag nehme ich mir fürs Kaffeetrinken Zeit. Und das sind wahrscheinlich die Christian-Kaffee. Einen nach dem Essen und einen am Nachmittag um drei, den letzten des Tages. Weil man muss ja um 15 Uhr mit dem Kaffeetrinken aufhören, sonst kann man nicht schlafen. Und ich bin ein bisschen fanatisch mit dem Schlafen und gehe immer zur gleichen Zeit ins Bett und so.
Fabian:
[5:14] Oh wow.
Gunnar:
[5:15] Das ist alles total uninteressant. Ich habe gar nichts zu erzählen, merke ich. Fabian, sag du mal was Interessanteres über dein aufregendes Leben.
Fabian:
[5:20] Ich finde, beide eure Antworten waren sehr interessant. Ich nehme da für mich jetzt schon mal mit, Kind scheint auf jeden Fall ein sehr lebensstrukturierendes Element zu sein, mit dem ich nicht aufwarten kann. Und generell sollte ich vielleicht auch mal anfangen, solche Rituale zu etablieren, weil bei mir, muss ich sagen, sind die Tage sehr, sehr unterschiedlich. Also ich bin ja auch seit einer Weile selbstständig, aber ich habe in dieser Selbstständigkeit vor allem zwei Dinge, die ich wiederkehrend mache. Das ist zum einen Stay Forever und ich habe noch eine feste wöchentliche Show, die ich bei Rocket Beans organisiere und moderiere. und noch so ein paar Kleinigkeiten außenrum. Und all diese Sachen kann ich relativ flexibel bearbeiten. Also klar, es gibt feste Termine für Aufzeichnungen von Folgen oder Sendungen, aber die Vorbereitung dafür, die kann ich eigentlich immer und überall machen. Es sei denn, ich will unbedingt an dem großen Fernseher im Wohnzimmer irgendwas spielen. Und bei mir ist es so, dass ich oft sehr, sehr früh aufstehe. Also ich kann milde schmunzeln, Gunnar, über dein 6.45 Uhr. Meine Frau ist ja Lehrerin und Schule fängt früh an. und jetzt ist ihre Schule relativ weit entfernt von dem Ort, an dem wir wohnen, die ist sogar in einem anderen Bundesland, dann steht die manchmal zwischen vier und fünf auf. Und jetzt habe ich dann die Wahl dazwischen zu versuchen, irgendwie eine halbe Stunde rumwälzend wieder einzuschlafen, oder ich stehe einfach auf und dann mache ich gleich irgendwas und arbeite so von fünf bis neun oder zehn. Und dann mache ich so Dinge, die man eigentlich so vor oder nach der Arbeit macht, also so einkaufen oder putzen oder zum Arzt gehen oder zum Sport.
Fabian:
[6:45] Und das ist auch ganz gut, weil manche Sachen davon, die könnte ich später schlecht machen, sowas wie Sport, da habe ich dann so wenig Energie, das am Abend noch zu machen, weil ich ja schon einfach um 5 Uhr aufgestanden bin. Und dann gehe ich, so ähnlich wie du, Gunnar, auch relativ früh schlafen. Also zumindest habe ich das so mitgenommen. Ich weiß nicht, ob es nur eine feste Zeit bei dir ist oder ob du auch früh schlafen gehst.
Gunnar:
[7:03] Die um 10 schlafen, da sagen Leute, das wäre früh.
Fabian:
[7:06] Ja, das ist bei mir auch manchmal so, wenn ich nicht gerade noch ein Spiel weiterspielen will oder auch mal muss und im Großen und Ganzen finde ich das toll, so flexibel zu sein, aber dadurch, dass bei mir so eine Struktur fehlt, die vorgegeben ist durch andere Faktoren, das führt auch dazu, dass man sich natürlich mal so ein bisschen in der Arbeit verheddert. Und manchmal gehe ich dann vielleicht nicht um neun Uhr wieder von dem Schreibtisch weg, sondern merke, oh, es ist ja schon Mittag, ich könnte ja jetzt auch mal frühstücken oder irgendwas anderes machen. Aber ich bin auch jemand, der ist dann so in der Arbeit ein bisschen gedanklich sehr tief drin und ich möchte so Ideen oder Aufgaben dann auch nachverfolgen oder fertig machen. Aber grundsätzlich mag ich die Möglichkeit, meine Zeit frei gestalten zu können und damit auch so meine Arbeitszeit. Und ich bin auch jemand, ich glaube nicht mehr so unbedingt an diese klassische acht Stunden in einem Büro sitzen Idee oder acht Stunden in so einem Block arbeiten und nicht, weil ich denke, das sei generell zu lang oder so. Wahrscheinlich arbeite ich manchmal in der Summe auch länger, aber ich mag diese starre Klotzhaftigkeit nicht von so einer Arbeit. Und deswegen mag ich das, dass man das aufteilen kann. Aber ich nehme mir auf jeden Fall mal mit, zumindest die Idee zu versuchen, so kleine Rituale zu etablieren. Und Kaffee trinke ich einfach immer zwischendurch, wenn ich Bock habe. Das ist vielleicht besser, das ein bisschen besser zu definieren, damit ich auch festere Zeiten für mich selber bekomme.
Gunnar:
[8:21] Ich empfehle den sieben geslotteten Kaffee-Strukturtag.
Fabian:
[8:27] Boah, ich weiß nicht, ob ich sieben schaffe, Gunnar. Aber ich kippe natürlich auch zwischendurch noch mal ein, zwei zuckerfreie Energydrinks.
Gunnar:
[8:32] Es sind natürlich Espressi. Aber naja.
Chris:
[8:34] Ich finde die erstaunlichste Erkenntnis, dass jemand, der sechs bis sieben Kaffees am Tag trinkt, sich dann trotzdem noch Sorgen darüber macht, dass er vielleicht nicht schlafen könnte abends. Das ist doch lang abgefahren, dieser Zug bei dir, oder?
Gunnar:
[8:44] Ich schlafe halt super damit. Sonst würde ich das nicht tun. Ich finde den Schlaf wichtiger als das Kaffee trinken. Und ich würde das Kaffee trinken auch stoppen, wenn es nicht ginge. Aber ich war mal beim Arzt und habe das dann so erzählt. Ich glaube, der hat gefragt, wie viel Kaffee trinken Sie am Tag? Und ich so sechs bis sieben Espressi. Und der so, hm, aber Sie leben ja noch. Dann wird es schon okay sein. Wenn es ihnen schaden würde, wären sie schon tot. Ich so, ja, danke. Der Arzt hat mir das so erklärt, er würde nämlich auch sieben Espressi trinken, deswegen konnte er da relaten. Und der hat mir das so erklärt, dass es entweder oder ist. Entweder man ist sehr magenempfindlich und dann sollte man das mit dem Kaffeekonsum aufpassen oder man ist es nicht und dann kann man halt auch sechs oder sieben trinken oder was weiß ich. Vielleicht sind es auch manchmal nur fünf. Ich gebe es ja zu.
Chris:
[9:25] Ja, ich würde annehmen, dass dann halt einfach dein Körper so eine Koffeintoleranz entwickelt hat, dass es auch egal ist, ob du sieben, zehn oder zwölf trinkst und bis spät abends. Und wenn dein Magen es verträgt, ja, dann wunderbar. Das ist bei mir tatsächlich ein Problem. Ich kriege Sodbrennen, wenn ich zu viel Kaffee trinke.
Gunnar:
[9:38] Ich habe früher, und das würde mich interessieren, ob ihr das auch gemacht habt, es war festes Ritual, dass wir mitternachts noch Kaffee getrunken haben. In der WG früher.
Chris:
[9:45] Nee, echt?
Gunnar:
[9:45] Also beim Spielen oder nach dem Spielen oder so. Und gerne hat nochmal jemand, weißt du, dann warst du halt lange wach, hast noch geredet oder irgendwas oder hast lange noch im Netz gespielt und dann hat noch irgendjemand eben Kaffee gekocht. Das ist natürlich heutzutage absurd, dass wir dann trotzdem geschlafen haben, aber ging halt.
Fabian:
[10:01] Wann habt ihr denn dann geschlafen? Um vier, fünf oder habt ihr einfach komplett durchgemacht dann?
Gunnar:
[10:05] Nee, sind halt so gegen zwei oder drei ins Bett und haben halt geschlafen bis um zehn oder elf. Und dann sind wir halt in die Mensa gegangen und am Nachmittag in die Uni.
Fabian:
[10:12] Ich hatte auch meine WG Jahre, aber das kenne ich tatsächlich nicht. Ich weiß auch nicht, da hätte ich auch ein bisschen zu viel Angst davor, dann um Mitternacht mir noch einen Kaffee reinzuschütten. Ich bin auch wirklich selten und auch nicht gerne so super lange wach. Das zerschießt mir dann so den nächsten Tag. Gerade wenn ich um fünf Uhr wieder aufstehen muss, das ist ja unmöglich dann. Also ich muss es natürlich nicht, aber ich mache es mittlerweile auch gerne.
Gunnar:
[10:30] Es gibt doch dieses Ding, dass man sagt, Leute wären Lerchen oder Eulen, also wären halt Frühaufsteher oder Nachtdurchmacher. Und ich habe fest geglaubt, ich wäre eine Nacht egal. Ich habe fest geglaubt, ich wäre jemand, der nachts gut arbeitet, der nachts lange durchmacht, dem das nichts ausmacht. Und das ist dann mit Kind eins zu eins umgeschlagen. Und jetzt, oh Gott, nein, es ist sechs Uhr, ich muss aufstehen. Komisch.
Fabian:
[10:52] Und es ist halt auch cooler, im Selbstverständnis zu denken, man ist jemand, der nachts dann nochmal richtig kreativ wird und am Schreibtisch dann nochmal so wahnsinnig weltbewegende Dinge produziert. Das ist vom Image her natürlich toller.
Gunnar:
[11:03] Ja, so ist das wohl.
Chris:
[11:04] Ich glaube, die Dinge verändern sich im Laufe der Zeit und damit habe ich mir auch selbst die Brücke gebaut zu unserer zweiten Frage, denn die wurde uns gestellt von Sarah und Sarah möchte gerne wissen. Wie hat sich euer Spielegeschmack über die Jahre verändert? Welche Spiele fandet ihr als Teenager super und jetzt aber ganz furchtbar? Oder gerne auch andersrum, wenn es etwas gibt, bei dem ihr erst in der Neubetrachtung einen Zugang gefunden habt, nachdem ihr es in der Jugend als uninteressant oder gar als schund abgetan habt? Sukuna, wie schaut es da bei dir aus?
Gunnar:
[11:32] Ich werde oft nach meinem Spielegeschmack gefragt oder nach Spieleempfehlungen, weil die Leute irgendwie mitkriegen, dass ich was mit Spielen mache und ich kann da immer nie drauf antworten. Ich finde, das ist zu komplex. Mein ganzes Bild über Spiele ist zu komplex. Ich habe früher alles gespielt als Teenager, also wirklich alles. Ich würde gar nicht sagen, dass ich einen Spielegeschmack gehabt habe. Ich habe Singleplayer gespielt und Multiplayer und Action und Adventures und Strategie und Simulationen und alles. Es war alles so wild und so neu und so aufregend. Ich war halt Spielefan und nicht Fan von irgendeinem Genre oder so. Und das ist dann relativ nahtlos übergegangen in so eine Phase, wo man dann als Redakteur dieses analytische Spielen bekommen hat. Und da war das natürlich dann auch, wenn man ein Spiel spielt, das einem nicht so liegt oder das nicht dem eigenen Geschmack entspricht, dann ist es ja oft interessant. Also dann ist es ja irgendwas, wo man aus Interesse hinterher geht und so. Ich kann das gar nicht so sagen für die vielen Jahre meines Lebens. Jetzt habe ich einen erstarrten Spielegeschmack, der sich im Wesentlichen auf Roguelikes, auf Steam und Text-Adventures und generell narrative Genres bezieht und das ist fast alles, was ich spiele außerhalb der Stay Forever-Sachen. Aber so die eine Sache, auf die ich zeigen könnte und könnte sagen, das fand ich früher super und das kann ich jetzt gar nicht mehr, das habe ich nicht. Ich würde sogar reaktionsschnelle Multiplayer-Spiele spielen, wenn ich es nur könnte.
Fabian:
[12:52] Ja, ich habe erstmal für meine Antwort mir eine Liste aller Genres angeguckt, die da draußen so existieren. Und ich konnte ein paar gute Sachen daraus für mich ableiten, was auch für mich interessante Erkenntnisse waren, weil man hinterfragt das ja sonst nicht in der Regelmäßigkeit von wegen, ja was mochte ich denn früher gerne für Spiele, die ich heute nicht mehr mag. Aber was ich als Kind gerne mochte, das waren Adventures. Also vor allem natürlich die Lucas-Sachen, so Monkey Island, Indiana Jones, Maniac Mansion und solche Sachen. Da habe ich ganz viele tolle und auch sehr plastische Erinnerungen daran. Also wir hatten irgendwann so ein C64-Printmagazin zu Hause und da war eine Komplettlösung für Maniac-Menschen drin. Und das war natürlich in der Zeit damals, wo man ja ständig gefangen und in diesen Kerker unten gesperrt wurde, eine Offenbarung, wenn man auf einmal in der Lage war, dieses Spiel dann auch mal durchzuspielen.
Fabian:
[13:35] Viele Jahre später gab es dann ja mal eine große Renaissance dieses Genres und ich habe auch viele der jüngeren Adventures dann mal versucht und die sind für sich genommen natürlich nicht schlecht, also im Gegenteil da gab es viele Spiele, die objektiv gesehen wirklich toll sind, aber mich hat keins davon mehr so richtig abholen können, also mir fehlt zum einen die Geduld, also ich bin heutzutage super schnell frustriert, wenn ich an einem Rätsel hänge und Rätsel machen ja nun mal einen Großteil von Adventures aus und vielleicht bin ich auch ein bisschen anspruchsvoller oder kritischer geworden, was das Writing dieser Spiele angeht. Und wenn da so ein bisschen die Stimmung oder der Humor daneben liegen, dann bin ich da dann noch schneller raus. Und was fast noch kurioser ist, ich habe als Kind gerne so eine spezielle Art von Wirtschaftssimulationen gespielt. Also sowas wie den Bundesliga-Manager, vor allem den Bundesliga-Manager Professional. Der lief bei uns hoch und runter.
Fabian:
[14:30] Und ich weiß heute noch, es hat ja immer so Darstellungen auch gehabt von solchen Spielszenen in bestimmten Highlight-Momenten, wenn dann da ein Tor gefallen ist. Ich weiß heute noch, wie die aussahen und wie da die Tore zustande kamen. Und später habe ich auch den Eishockey-Manager gespielt und auch andere Arten von Simulationen in verschiedenen Ausprägungen. Also ich mache so Göttersimulationen wie Populous oder auch Sachen wie Anno oder Siedler, wenn man das jetzt als so Warenketten-Simulationen vielleicht begreifen will. Oder auch ein Spiel, was ich wirklich als Kind gespielt habe, war Kaiser, wo ich heute denke, das ist doch super langweilig, weil heutzutage ist es bei mir so, dass ich die Zeit dafür nicht mehr aufbringen kann, weil das natürlich Spiele sind, wo die Zeit wahnsinnig schnell verfliegt und ich kriege das irgendwie nicht mehr so gut auf die Reihe. Ich denke so, oh, das dauert jetzt wieder so lang, hier diese Stadt aufzubauen oder dieses Team zu managen. Ich kann mir vorstellen, dass ich die Art von Spielen irgendwann wieder mögen könnte, wenn ich einfach nicht so eine Vielzahl an Spielen hätte. Also jetzt Retro-Spiele für Stay Forever, aber auch aktuelle Sachen, dann würde da vielleicht meine Liebe wieder neu entflammen.
Fabian:
[15:29] Und der umgekehrte Fall Spiele, die ich früher gar nicht mochte, die ich heute aber mag, sind auch bei mir Rogue-Spiele, also Rogue-Likes oder Rogue-Lights. Die gibt es aber noch nicht, zumindest in größerem Umfang oder mit größerer Sichtbarkeit so lang, dass ich als Kind die abgelehnt hätte. Aber ich habe sie abgelehnt, als sie in diesem Jahrtausend dann größer und aktueller wurden und ich habe überhaupt nicht verstanden, was in Spielen toll sein soll, wo man Fortschritt verliert und wo das immer wieder ist, als fängst du den Run wieder von vorne an. Das hat lange gedauert, bis das bei mir geklickt hat und ich so Spiele wie Dead Cells oder Hades und ähnliche annehmen konnte und mittlerweile bin ich da auch sehr fasziniert von und mag diese Spiele wirklich gern.
Chris:
[16:06] Da ist schon echt vieles dabei, wo ich mich wiederfinde bei euch beiden. Das, was Gunnar vorhin sagte, dass wir als Kinder und Teenager einfach alles gespielt haben, das war bei mir ganz genauso. Man hatte ja so eine Fülle durch Raubkopien und dass man bei den Freunden rumgehangen ist. Und ich finde aber schon, dass ich da dann in dieser Fülle Präferenzen rausgebildet habe, zumindest bei mir. Die Griechenfrage ist, wofür gebe ich denn selber Geld aus? Also welche von den Spielen bin ich denn wirklich bereit für 100 Mark oder so damals zu kaufen? Und das waren bei mir in allererster Linie Grafik-Adventures. Und da bin ich genau bei dem, was du gesagt hast, Fabian. Ich habe die damals alle gespielt, die ganzen LucasArts-Spiele, ganz viele von den Sierra-Spielen, sehr geliebt. Und das hat sich doch drastisch geändert. Es gibt ja heutzutage immer noch viele gute Indie-Adventures, die auch so funktionieren wie damals.
Chris:
[16:48] Aber das kostet mich inzwischen einige Überwindungen, die überhaupt mal auszuprobieren. Manchmal mache ich das noch. Das viel gelobte Kathy Rain zum Beispiel habe ich angeguckt und dann gesehen, das hat im allerersten Raum schon 20 Hotspots. Und dann habe ich es wieder ausgemacht. Da dachte ich, nee, das mute ich mir jetzt nicht zu. Oder vor zwei, drei Jahren war doch kurzzeitig mal das Lokomotive ein Adventure, das auch sehr empfohlen wurde. Dann hat das Spiel in den ersten fünf Minuten so 10, 20 Witzchen gemacht und kein einziger hat bei mir gezündet. und ein Comedy-Adventure, wo der Humor nicht mit meinem kompatibel ist, das hätte ich früher trotzdem gespielt. Aber das tue ich mir dann inzwischen auch nicht mehr an. Und genau wie du sagtest, Fabian, die Wirtschaftssimulationen, gerade die Fußballmanager, Eishockeymanager und so, haben wir damals alles gespielt. Aber wenn du mir jetzt sagen würdest, Christian, spiel doch eine Runde vom Footballmanager. Da wäre mein Widerwillen so groß, dass der Manifest werden würde. Wenn ich ein Gummibaum wäre und du würdest mich anzapfen, dann würde mein Widerwillen einen großen schwarzen Tropfen aus mir herausquellen.
Chris:
[17:46] Also es geht nicht. Mich da einzuarbeiten, habe ich absolut keinen Bock drauf. Das Interessante ist aber, finde ich, dass es umgekehrt Dinge gibt, bei denen fehlte mir als junger Mensch die Kompetenz, um das vernünftig zu spielen. So ein richtig knallharter alter Dungeon Crawl zum Beispiel oder ein Rundentaktikspiel. Das war mir als Kind zu anstrengend. Und das sind wiederum Dinge, da hätte ich heute die Muße und auch die Lust drauf, mich da einzuarbeiten.
Gunnar:
[18:10] Ja, dann leiten wir mal über von der Games-Expertise zu richtiger Expertise. Es fragt nämlich der Erik, haben wir auch nützliche Skills zusätzlich zu den Gaming-Skills? Ob man das so als Gaming-Skills bezeichnen kann, wer weiß. Vielleicht Erste Hilfe, Diebstahl, Schlösser öffnen, denkt er. Aber es könnte auch sowas sein wie handwerkliches Geschick, Kochen und Backen oder Angeln, die ja vielleicht sowohl im Gaming als auch im echten Leben vorkommen können. Und er schlägt sogar auch abgedrehtere Sachen vor, wie Haustierflüsterer, Spiegeleiverbrenner, Fitnessmuffel oder Pflanzenfreak. Fabian, bist du ein Fitnessmuffel oder ein Pflanzenfreak?
Fabian:
[18:48] Das ist eine schwierige Frage, finde ich. Ich habe dann im Nachhinein gedacht, wieso hast du eigentlich bei der Frage gesagt, ja lass sie mal reinnehmen, weil du machst ja jetzt voll offensichtlich, dass du eigentlich gar nichts so richtig gut kannst, außer dieses Gaming-Ding und so ein bisschen Content produzieren. Und ein Beispiel, was Erik auch genannt hatte in seiner Ausgangsfrage, war alles in Excel-Listen sortieren.
Fabian:
[19:07] Und da habe ich dann mal kurz drüber nachgedacht und bei diesem Punkt ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht mal wüsste, was ich überhaupt in Excel-Listen sortieren sollte, weil wir hier bei uns in der Wohnung eigentlich gar nichts haben, was sich dafür so anbietet. Und jetzt weiß ich nicht, ob das als Skill durchgeht, aber ich sage jetzt einfach mal, meine Frau und ich, wir haben uns so einen Pragmatismus angewöhnt, was den Besitz von materiellen Dingen angeht. Und ich glaube, dass wir hier kaum irgendwas haben, was nicht irgendwie einen Sinn oder einen Zweck erfüllt oder an dem wir uns aktiv erfreuen können. Und so den Rest, das verkaufen wir oder verschenken das oder sowas in der Art.
Fabian:
[19:42] Das liegt natürlich daran, dass wir viel umgezogen sind. Und ich werde auch öfter mal gefragt, was ich alles so in meiner Spielesammlung habe. Und ich habe wirklich über die Jahre wahnsinnig viel an Hardware und Software gehabt. Und mittlerweile habe ich nur noch das, was ich gerade für Stay Forever oder anderweitig haben will oder brauche für Vorbereitung auf eine Folge oder für irgendeine Produktion. Und das spiele ich dann und dann ist das auch wieder gut. Also ich horte so nichts mehr und wenn ich jetzt versuchen würde, das unbedingt in die Beschreibung eines Skills umzumünzen, dann würde ich sagen, dass ich so eine sehr lockere und für mich sehr angenehme Beziehung zu Besitztümern entwickelt habe und ich kann ohne emotionale oder andere Hürden Dinge verkaufen und abhängen. Und ich mag es auch wirklich gerne. Das ist eine kleine Sache, die mir irgendwie Freude macht, schöne Auktionen oder Anzeigen zu texten, wenn ich irgendwie was verkaufe. Und wie gesagt, ich weiß nicht, ob das wirklich ein Skill ist, aber ich kann das grundsätzlich empfehlen, jedem und jeder da draußen, weil das schafft im Leben und auch im eigenen Zuhause so eine angenehme Ordnung, ohne dass man groß aufräumen müsste, weil es ist ja auch kaum was zum Aufräumen da. Und das ist meine zumindest moderat überzeugende Antwort auf diese Frage.
Gunnar:
[20:49] Fabian, dass du einen klaren Verkäufer-Skill hast, das folgt ja schon daraus, dass du etwa die Hälfte aller Hardware-Sachen, die du nicht mehr haben willst, an mich verkaufst. Oh, was ich alles schon gekauft habe von dir.
Fabian:
[21:01] Oh, wenn ihr das da draußen wüsstet, das stimmt. Hätten wir das über eBay abgewickelt, wärst du in den Top 3 meiner Käuferliste wahrscheinlich.
Chris:
[21:09] Also ich finde das einen sehr nützlichen Skill und ich würde deine Frau und dich Fabian gerne mal zu uns einladen, damit ihr mit meiner Frau und meinem Sohn so ein bisschen redet, weil das ist ein Skill, der den beiden komplett abgeht, Dinge auszusortieren, die man nicht mehr braucht. Also würde ich mir manchmal wünschen, dass sie diesen Skill auch hätten.
Chris:
[21:25] Meine Antwort auf Eriks Frage wäre, also wir sind ja alle schon recht lang im Berufsleben und man kann ja nicht durchs Berufsleben gehen, ohne Fähigkeiten zu entwickeln, sei es sowas wie Problemanalyse oder Mitarbeiterführung oder sowas. Aber ich glaube, das ist gar nicht das, was Erik meint. Deswegen gucke ich jetzt mal außerhalb des Berufslebens und würde sagen, ich habe da eine ganze Reihe von so Aller-Wells-Skills, die man halt so sich im Laufe der Zeit aneignet, aber halt so auf okayem Niveau bestenfalls. Wir haben ja ein Haus, ich bin jetzt kein super Handwerker, aber das ganze Alltagszeug kriege ich schon hin. Eine Lampe anbringen und verstopfte Rohre reinigen und streichen und spachteln und sowas. Oder ich koche ja für uns jeden Tag. Und ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein talentierter oder guter Koch bin. Aber wenn du das täglich machst und viele Gerichte ja dann auch hunderte Mal im Laufe der Zeit kochst, das kriegst du ja zwangsläufig einigermaßen hin. Und das ist zumindest das Level, dass ich mir freiwillig und gerne Kochvideos anschaue. Und ich kann auch minutenlang vor dem Schaufenster des Küchenladens stehen und da reingucken. und mir schon mal mental meine Wunschliste machen. Und das Gleiche gilt dann auch fürs Gärtnern. Auch da wieder, wir haben halt einen Garten, da muss man sich drum kümmern. Und ich habe jetzt mit Sicherheit keinen grünen Daumen, aber wenn man sich jetzt jahrelang um den Garten kümmert und sich da ein bisschen dafür interessiert, dann macht man sich ja zwangsläufig Gedanken drüber, warum hat jetzt die Pflanze links überlebt und die rechts nicht? Warum sind die Zwiebeln letztes Jahr gut aufgegangen und heuer nicht? Und dann lernt man da auch was drauf. Ich habe jetzt noch nicht das Level-PH-Wert des Bodens messen, aber ich bin kurz davor, Leute. Ich bin ganz kurz davor.
Fabian:
[22:51] Das finde ich schön, da beneide ich dich ein bisschen drum Das ist doch eine total tolle Sache Ja.
Chris:
[22:55] Finde ich auch, also es ist auch ein wunderbarer Ausgleich rauszugehen ins Grüne.
Fabian:
[22:58] Also auch das mit dem Kochen finde ich sehr spannend. Da bin ich auch ein bisschen neidisch in diese Richtung. Wir könnten mal, Chris, wenn du möchtest, tauschen wir mal für ein, zwei Wochen unsere Lebensorte und ich räume dann bei dir alles auf und du kochst hier mal vor für so ein halbes Jahr und tupperst das dann alles ein und frierst es ein. Dann komme ich nach Hause und muss erst mal nicht mehr kochen, weil das ist auch was, was ich nicht mit so einer großen Leidenschaft verfolge.
Chris:
[23:20] Klingt nach einem super Deal, Fabian. Schlage ich sofort ein. Aber du wirst das bereuen, das sage ich dir jetzt schon.
Fabian:
[23:26] Und wir werden in der nächsten Ausgefragt-Folge feststellen, dass in der Zeit, wo ich bei dir war, ich ganz viele Sachen verkauft habe, die dann mittlerweile jetzt Gunnar gehören.
Chris:
[23:36] Dann kannst du sie als nächstes zu ihm fahren und dort aufräumen.
Gunnar:
[23:40] Sehr schön. Ich kann schon auch sagen, dass ich gar nichts kann. All mein Talent ist, dass ich ganz okay schreiben kann und ganz okay kommunizieren kann und vielleicht so eine Art von Alltagskompetenz habe, wenn überhaupt. Vielleicht habe ich eine leicht überdurchschnittliche Auffassungsgabe, würde ich denken. Und so ein wildes Interesse an aufgesaugtem Halbwissen, aus dem ich viel, viel Gewinn schlage, indem ich das so klingen lasse, als wäre es Vollwissen. Also ich habe also aus diesem relativ engen Talentset relativ viel gemacht, finde ich. Aber so an richtigen Skills, auf die der Fragesteller anspielt, habe ich gar nichts. Ich kann kein Instrument spielen. Ich habe gar kein handwerkliches Geschick. Ich bin nicht besonders gut in irgendeiner Sportart. Ich bin jetzt auch nicht besonders gut in irgendeinem Spiel. Wie Christian, ich kann halt Alltagskochen, weil das dazugehört. Und kann mich da auch mal ein bisschen verkünsteln und mal was Schöneres machen, was Größeres machen. Aber ich koche halt jeden Tag. Da bleibt einem das nicht ganz verschlossen, weil man ja auch einfach sieht, wenn man es halt viermal falsch gemacht hat, Beim fünften Mal wird man es schon hinkriegen. Das ist ja eine Erfahrungssache. Also ich kann nicht mit exotischen Fähigkeiten dienen fürchtig. Ich kann nicht mal mit der Zunge schnalzen. Ich kann nicht mal mit der Zunge rollen, fällt mir gerade ein. Meine Tochter sagt, es gibt Zungenroller und Nicht-Zungenroller und ich gehöre nicht mal zu den Zungenrollern.
Fabian:
[24:52] Das kann ich wiederum. Aber ich glaube, du stellst dein Licht ein bisschen unter den Scheffel, weil wir haben selbst in dieser Folge schon gelernt, du kannst zumindest auch sehr, sehr gut Kaffee trinken.
Gunnar:
[25:00] Das ist rein Überlebens-Skills, genau. Ja, das stimmt. Für Kaffee bin ich der Tank. Wenn halt die Kaffee-Monster kommen, dann gehe ich voran und ziehe den ganzen Schaden auf mich.
Chris:
[25:09] Ich würde auch sagen, dass das sehr bescheiden ist für dich, Gunnar. Weil also mindestens mal eine Sache, die mir sofort einfallen würde, ist, dass du Menschen konfrontieren kannst, wenn die Blödsinn machen oder wenn du Ungerechtigkeiten feststellst. Und das ist ein Skill, der vielen Menschen fehlt. Mir eingeschlossen.
Gunnar:
[25:23] Es könnte auch ein Charakterfehler sein, je nachdem, wie ich es ausgestalte.
Chris:
[25:27] Ach so. Also ich finde es bewundernswert.
Gunnar:
[25:30] Ich konfrontiere ja zu viel oft. Manchmal kriege ich die Balance nicht hin. Dieses Konfrontieren-Ding hat so eine dunkle Seite, das ist schwierig. Kann ich jetzt nicht uneingeschränkt als positiven Skill werten.
Chris:
[25:40] Ja, also das muss jetzt keine Schulterklopfrunde werden, aber ich würde auch denken, wir haben ja lang genug bei Gamestar zum Beispiel zusammengearbeitet. Du bist auch echt gut im Verhandeln, du bist gut im Networken, also generell mit Leuten, Umgang mit Leuten, Menschen und sowas. Also das ist ein reichliches Skillset.
Gunnar:
[25:54] Skills, naja.
Chris:
[25:55] Aber ja, ein Instrument spielen wir ja unterm Strich natürlich schon viel cooler.
Gunnar:
[25:58] Wäre schon geiler, ne? Genau. Ich erzähle es immer mal wieder und ich erzähle es jetzt auch noch mal. Ich habe mal ein Buch von Robert Gernhardt gelesen, der hat ja so Karikaturen gemacht, der ist ja verstorben, dieser Humorist und der schreibt sehr lustige Sachen und er spielt ein Instrument. Und der hat dann so seinen Arbeitsalltag beschrieben und wenn es ihn ankäst zu schreiben, dann zeichnet er halt was. Und wenn es ihn ankäst, was zu zeichnen, geht er halt hin und spielt ein bisschen. Und dann schreibt er so, ja, ich bedauere alle Leute, die das nicht können. Und ich so, so ein Arschloch. So ein Arschloch, ey, meine Herren, warum hat der da diese, also Gott hat einfach zu viel auf einen Haufen geworfen bei dem. Naja.
Chris:
[26:30] Fabian, du spielst doch ein Instrument.
Fabian:
[26:33] Ich kann ein bisschen ein Instrument spielen. Ich will da aber gar nicht zu weit schon vorweggreifen. Vielleicht wird das heute noch im Rahmen meiner anderen Fragethema werden.
Chris:
[26:42] Okay, dann habe ich nichts gesagt. Dann machen wir schnell weiter.
Gunnar:
[26:45] Bei diesem faszinierenden Thema sind nicht nur unsere drei Meinungen gefragt. Wir möchten auch gerne noch hören, was Rahel dazu zu sagen hat. Die hat sich nämlich diese Frage hier ausgewählt als eine von denen, die sie beantworten möchte.
Rahel / Christian / Henner:
[26:58] Ja, hallo zusammen und vielen Dank, dass ich diese Frage beantworten darf. Und ich muss sagen, ich musste doch echt schmunzeln, als ich eure Antworten darauf gehört habe, denn an vielen Punkten habe ich mich wiedererkannt. Ich würde von mir auch sagen, dass ich an vielen Stellen zwar viele Dinge kann und auch das ein oder andere Talent habe, aber nicht unbedingt, dass ich irgendwo so richtig, richtig gut bin. Außer eben in den Sachen, die ich auch beruflich mache, sprich viel recherchieren und das dann anschließend irgendwie so aufbereiten, dass ich es präsentieren kann. Das heißt beispielsweise, ähnlich wie Christian, habe ich so ein grundlegendes handwerkliches Geschick. Ich habe auch eine große Neugierde daran, Dinge dazuzulernen, habe da auch keine sonderlichen Berührungsängste vor. Das heißt, wenn jetzt irgendwo dann auch mal nicht nur tapeziert werden soll, sondern vielleicht auch mal wirklich was gebaut werden soll, dann finde ich das immer ganz spannend und bin da auch gerne dabei. Was da sich auch ganz gut anbietet, ist, dass ich eine hohe Schmerzgrenze habe. Das heißt, sollte es dann doch mal schief gehen, komme ich da in der Regel ganz gut und klar. Ähnlich wie Fabian wiederum, dann habe ich es nicht so mit Kochen und auch nicht so mit Backen. Das gehört also nicht zu meinen nützlichen Skills. Ich würde vielleicht mal von der Seite anfangen, was denn überhaupt so in meinem Lebensalltag für mich die wichtigsten Skills sind. Und das sind ausgerechnet zwei, die in meinen Augen gerne untergehen, obwohl sie eigentlich für mich der Pfeiler von meiner Selbstständigkeit sind.
Rahel / Christian / Henner:
[28:12] Nämlich einmal, ich bin extrem strukturiert. Also ich weiß immer, wie der Tag ablaufen wird, ich mache mir einen genauen Plan, ich kenne meine Deadlines, ich halte meine Deadlines. Das hat viele Vorteile, das hat aber auch den Nachteil, dass ich sehr routinebedürftig bin. Das heißt, wenn die Struktur mal nicht hinhaut, wenn ich kurzfristig umdisponieren muss oder wenn auch insbesondere, wenn so eine Struktur dann aufgrund von anderen Leuten platzt, was zwangsläufig passieren muss, das ist was, das gehört einfach zum Alltag dazu, dann frustriert mich das schnell. Die zweite Dinge, die für mich sehr wichtig ist, ist, dass ich mir Dinge leicht merken kann. Also ich habe beispielsweise noch nie einen Schlüssel vergessen in meinem Leben. Wenn ich einkaufen gehe, dann gehe ich meistens ohne Einkaufsliste, weil ich mir einfach nur merken muss, wie viele Dinge ich kaufen muss. Und dann kriege ich den Rest schon im Laden rekonstruiert. Das ist immer ganz praktisch, um auch da wieder so gewisse Aufgaben einfach im Blick zu behalten. Naja, und davon abgesehen, wenn wir jetzt mal so ein bisschen in den Hobbybereich gucken. Ich spiele ein Instrument, nämlich seitdem ich drei Jahre alt bin, spiele ich die Geige. hatte auch mal überlegt, ob das nicht mein Beruf werden sollte, bin aber inzwischen ganz froh, dass ich das anders entschieden habe. Ich gehe regelmäßig zum Karate-Training, das heißt, ich haue mich gern mit Leuten, auch da profitiere ich wieder sehr von meiner eher hohen Schmerztoleranz. Ich habe ein Haustier, meinen Hund Spooky, den der ein oder die andere von euch auch schon auf der Stay Forever Convention letztes Jahr kennengelernt hat. Und generell ist mein Hauptproblem, dass ich mich für so viele Dinge interessiere und selten Interessen abgebe. Das heißt, mein Tag wird immer voller, wenn ich all diese Interessen auch pflegen möchte.
Rahel / Christian / Henner:
[29:38] Beispielsweise ein Thema, was für mich im Moment sehr spannend ist und für das ich sehr brenne und kontinuierlich mehr dazu lerne, ist der Obstbaum-Schnitt. Das heißt, wenn von euch sich jetzt jemand mit mir über den Ölsberg-Palma-Schnitt unterhalten möchte und was der Vorteil davon ist oder auch eventuelle Nachteile, dann freue ich mich darüber sehr. Das ist mal darüber entstanden, dass wir in der Familie tatsächlich ein paar Obstbäume haben, auf so einer Streuobstwiese, also so 20, und die brauchen eben regelmäßig und dringend Pflege. Das ist jetzt aber mehrere Jahre aufgrund von unterschiedlichen Umständen nicht passiert und es hat lange Zeit auch niemanden gegeben, der oder die das hätte übernehmen können. Ja, und dann ist das eben so aus Versehen passiert, dass ich da in ein Kaninchenloch gefallen bin und deswegen bin ich jetzt die Person, die sich darum kümmert. Sowas macht mir dann auch richtig Spaß, wenn ich merke, ah, da habe ich wieder was gelernt und das kann ich anwenden und das trägt dann auch buchstäblich Früchte. Soviel also zu meiner Antwort.
Fabian:
[30:30] Ja, vielen Dank dir. Wir machen weiter mit der vierten Frage, die kam von Arne zu uns. Arne hat als erstes Videospielgerät damals einen Gameboy bekommen und seine Mutter war davon nicht begeistert. Dann hat er später Doktor Mario bekommen, dieses Knobelspiel. Und nach der Schule waren die Batterien des Gameboys dann plötzlich immer leer. Und dann hat er eines Tages seine Mutter beim Spielen von Dr. Mario erwischt, wie sie gerade dabei war, zu versuchen, seinen Highscore zu knacken. Und jetzt möchte Arne gerne wissen, wie war das eigentlich bei uns? Haben unsere Eltern auch eine Leidenschaft für Videospiele oder für ein spezielles Videospiel entwickelt, vielleicht auch später erst? Und er fragt auch, haben sie unser Hobby unterstützt oder standen sie dem kritisch gegenüber? Chris, wie war das bei dir?
Chris:
[31:17] Bei uns war ja der PC das erste Spielgerät, das Ende der 80er angeschafft wurde und zwar auch nicht als Spielgerät, sondern das war explizit für meine Mutter, die war Lehrerin und sollte darauf dann die Zeugnisse machen können.
Chris:
[31:30] Und das kam aber, meiner Erinnerung nach, ab Tag 1 mit einer Handvoll 5,5-Zoll-Disketten aus dem Freundeskreis von meinem Vater mit ein paar nützlichen Kopien. Waren Anwendungssachen drauf, aber auch schon zwei, drei Spieler. Und das hat mein Bruder und mich dann sofort begeistert. Aber unsere Eltern nicht. Für die war das ein reines Arbeitsgerät. Ich glaube, die haben das nicht mal angeguckt, diese Spieler. Und das blieb dann auch ein paar Jahre lang so. Und dann hat sich das als erstes bei meinem Vater geändert. Und zwar mit zwei Spielen spezifisch. Und das erste war Tetris. Das war eines von diesen Spielen, da hat meine Mutter auch mal milde interessiert drauf geguckt, aber ich glaube, sie hat es nie gespielt. Aber für unseren Vater war das der erste Kick. Und das haben auch wir Kinder dann zu merken bekommen, weil wir haben dann gesehen, oh shit, das ist ja gar keine gute Entwicklung, der sitzt ja dann vorm PC und dann ist der ja blockiert, dann können wir da nicht spielen. Und jetzt ist das bei Tetris aber ja noch harmlos, weil das sind ja relativ kurze Sessions. Viel schlimmer war dann das zweite Ding, weil unser Vater war passionierter Schachspieler. Und wir haben einen schweren strategischen Fehler gemacht. Und zwar eben irgendwann Anfang der 90er zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein Schachspiel zu schenken. Virtua Chess war das. Und es war für ihn ein Volltreffer. Also wirklich gelungenes Geschenk. Aber Beginn der Problem-Ära für meinen Bruder und mich. Weil das war die Zeit, da hatten wir schon zwei Rechner im Arbeitszimmer. Den alten XT, der stand noch da für die Zeugnisse, wir erinnern uns, und schon ein 9386er, Tetris lief auch noch auf dem XT, da konnte man dem Vater sagen, spiel doch da drüben. Aber bei Virtue Chess ging das nicht, das brauchte den 386er und das hat den PC dann für Stunden blockiert teilweise. Das war also großer Frust.
Chris:
[32:57] Dementsprechend war das gar nicht so ideal, dass unser Vater sich da auch dafür interessiert hat, aber es ist eigentlich zeitlebens nie über Schach hinausgegangen. Wenn er dann was gespielt hat, dann war es eigentlich fast immer Schach. Und unsere Mutter auf der anderen Seite hat nie auf dem PC gespielt, nie. Konsolen und Game Boy oder Handhelds hatten wir nicht. Sie hat dann erst sehr viel später im Pensionsalter zu spielen gefunden übers Tablet, übers iPad. Da hat sie dann auch sowas gespielt wie Candy Crush oder Kartenspiele. Vor allen Dingen aber Township, das ist so ein Städtebau-Farmspiel, das hat sie jahrelang begeistert gespielt und vermutlich auch ordentlich Geld dafür ausgegeben, weil das ist ja ein Free-to-Play-Spiel. Aber unterm Strich, also unsere Eltern haben die Leidenschaft für Games nicht geteilt, aber sie haben uns da auch nie behindert, weder meinen Bruder noch mich. Wir hatten limitierte Bildschirmzeit und so, was du halt hast als Kinder, als Jugendliche, aber ansonsten wurde das toleriert und wir haben auch immer mal wieder Spiele geschenkt bekommen zu Weihnachten, zum Geburtstag. Also das war als Hobby völlig in Ordnung.
Gunnar:
[33:48] Ich bin ja über große Teile meiner Jugend bei meinen Großeltern aufgewachsen und die waren schon selbst für Großeltern sehr alt. Deswegen war da immer ein großer Disconnect zu der Generation, mit der ich so im Alltag umgegangen bin. Und die hatten selbstverständlich gar nichts mit Spielen am Hut. Die kamen aus einer ganz anderen Zeit, Kriegsgenerationen und so. Und dann haben mir aber 1983 zur Konfirmation Tante Christa und Onkel Wolfgang, also ein hippes Ehepaar aus dem Verwandtenkreis, ein Atari 2600 geschenkt. Und das war überhaupt der formative Einstieg in das ganze Gaming. Fällt mir jetzt erst ein, wo ich drüber rede, dass Onkel Wolfgang, der wahrscheinlich die treibende Kraft dabei war, dass der meine ganze Karriere damit auf einen Pfad gesetzt hat. Da musste ich mich vielleicht nochmal gesondert bedanken bei ihm. Und das habe ich dann halt gemacht und das haben meine Großeltern mit genauso großer Verwunderung gesehen wie alle anderen Sachen, die ich gemacht habe. Die hatten da keine Connection hin, haben das aber auch nicht irgendwie versucht zu stören oder zu kontrollieren. Das Einzige, was sie nicht wollten, ist, dass die Schlafenszeit davon kompromittiert wird. Das war aber so eine universelle Regel. Ich durfte auch nicht lesen im Bett oder so. Das wollten sie nicht. Ich habe dann wie so viele Kinder unter der Bettdecke gelesen. Und alle so, nein, du wirst ganz schlechte Augen haben. Wenn du groß bist, brauchst du eine Brille, weil du immer unter der Bettdecke liest. So war das nämlich damals. Damals war Lesen verboten, liebe Kinder. Kann man sich nicht mehr vorstellen heute.
Gunnar:
[35:05] Naja, und meine Eltern, mit denen hatte ich nicht so viel Kontakt in meiner Jugend. Mein Vater war da ganz weit weg von und meine Mutter hat dann so ein bisschen wie deine Mutter, Christian, spät so Casual-Phasen gekriegt. Die hat mal Tetris gespielt und ziemlich lange Gehirnjogging und die hatte auch so eine V für so Sportspiele und solche Sachen. Da war das aber so ganz selbstverständlich als Teil ihrer Mediennutzung. Genauso wie sie einen Videorekorder hatte, hatte sie halt auch eine V. Aber da war ich ja schon so alt und so weit raus, dass es da nicht mehr um Förderung oder um eine Connection zu meinem Leben ging. Da war ich ja schon Redakteur und so.
Fabian:
[35:38] Also eins meiner ersten Spielgeräte war ja auch der Game Boy. Ich habe aber nicht so eine Erfahrung gemacht wie Arne, dass ich Mutter oder Vater irgendwann dabei erwischt hätte, wie sie versucht haben, meine Highscores zu schlagen. Denn meine Eltern, die haben nie Videospiele gespielt. Das machen die auch bis heute nicht. Aber die standen diesem Hobby-Videospiele immer offen und positiv gegenüber. Also das war bei uns auch in der erweiterten Familie, die alle in dem gleichen Caf wohnten und das teilweise heute auch noch tun, einfach ein sehr präsentes Thema. Also einer meiner Onkel, der hat sehr viel gespielt, ein älterer Cousin, auch mein älterer Bruder und Jahre später würden das dann auch meine deutlich jüngeren Schwestern dann machen und meine Eltern haben da nie gemeckert drüber, im Gegenteil, also man konnte sich als Kind ja die Sachen jetzt nicht selber unbedingt kaufen und wir haben auch viel an Hardware und Spielen, was wir haben wollten, als Geschenke von meinen Eltern bekommen. Und ich bin auch tatsächlich sehr froh und dankbar, dass sie diese Haltung zu Spielen hatten, denn bei mir ist das ja relativ nahtlos vom Hobby zum Beruf dann übergegangen. Also abseits von einem kurzen Uni-Aufenthalt gibt es in meinem Leben ja quasi keine Zeitperiode zwischen Kindheit oder vielmehr Schulzeit und Berufstätigkeit. Und wenn ich diese Leidenschaft für die Spiele als junger Mensch nicht entwickelt hätte und auch so sehr hätte verfolgen können, dann wäre das ja vielleicht alles auch in meinem Leben und Berufsleben ganz anders gekommen.
Fabian:
[37:01] Meine Eltern hatten auch nie ein Problem dann damit, dass ich gesagt habe, ja, ich gehe da jetzt zum Verlag, die machen so Hefte zu Videospielen. Da haben die nicht gesagt, oh nee, das klingt aber nicht sehr sinnvoll und nachhaltig, sondern die haben gesagt, ja cool, wenn du das gerne machen willst, dann mach das. Von daher ist in dieser Hinsicht alles super, was die Erfahrung zum Thema Videospiele im Kontext mit meinen Eltern angeht, auch wenn die selber eben nie gezockt haben. Ich war da nicht traurig oder böse drüber. Das Wichtigste war mir, dass ich ganz viel machen konnte und das hat auch funktioniert.
Chris:
[37:31] Sehr gut, dann machen wir weiter mit der fünften Frage und die kommt von Matthias. Matthias möchte von uns wissen, für diejenigen von euch, die einen Pkw-Führerschein haben, wie lief es bei euch damals mit der Fahrschule und der Prüfung und was war euer erstes Auto? Und falls ihr noch keinen Führerschein habt, woran liegt das und würdet ihr das ändern wollen? Guck mal, da hätten wir ja noch einen Echtwelt-Skill, nämlich Autofahren. Gunnar, wie schaut es bei dir aus? Hast du diesen Skill?
Gunnar:
[37:58] Gute Frage, ob ich das habe. Aber fahren darf ich. Ich habe eine Erlaubnis. Ob ich den Skill dazu habe, ist noch eine ganz andere Frage. Ich habe 1989 zum Abi einen VW Derby geschenkt bekommen. Das kennt man heute nicht mehr. Also man kennt den ganzen Wagentyp nicht mehr. Das ist eine sogenannte Kleinwagenlimousine. Das ist eine Variante des VW Polo mit Stufenheck. Total absurdes Auto, sieht echt komisch aus und das habe ich bekommen, weil meine Großmutter mütterlicherseits hat gesagt, sie ist jetzt halt keine Ahnung 85 oder so, jetzt fährt sie nicht mehr Auto, das reicht jetzt und dann hat sie mir ihren zwölf Jahre alten VW Derby dahingestellt, das war total nett und ich hatte aber noch keinen Führerschein, habe dann den Führerschein gemacht und das ging ganz gut soweit, wie leicht damals die theoretische Prüfung war. Meine Herren, ich habe die jetzt miterlebt bei meiner Tochter. Das ist ja viel schwerer geworden in der Zwischenzeit. Aber damals war der Teil relativ einfach und dann bin ich relativ selbstbewusst in die Fahrprüfung gegangen und bin auch gut gefahren. Und dann fahre ich auf einen Zebrastreifen zu, wo zwei Leute stehen an der rechten Seite und sich unterhalten. Und dann denke ich, wollen die jetzt rüber gehen? Was mache ich denn da? Ja, was machen die da? Und dann bin ich so ganz langsam drauf zugefahren, habe die angeschaut und die haben nicht auf die Straße geschaut, haben weggeschaut, haben sich miteinander unterhalten. Und dann fahre ich über den Zebrastreifen und hinter mir beenden die das Gespräch in der nächsten Sekunde und einer von den beiden geht über den Zebrastreifen, der Fahrprüfer dreht sich um und sagt, ja, sie sind durchgegangen.
Chris:
[39:19] Autsch.
Gunnar:
[39:19] Also abgefeimt. Da muss der Videoschiedsrichter eingreifen und sagen, das ist eine Fehlentscheidung. Völlig unfair und sagt, die hätten halt anhalten müssen, um den Leuten ein Zeichen zu geben, diesen Leuten, die nicht auf die Straße geguckt haben und die anderweitig beschäftigt waren.
Chris:
[39:34] Das war doch eine Falle. Das war doch inszeniert.
Gunnar:
[39:37] Ich hatte wirklich den Eindruck, das war einfach, damit ich dem Fahrlehrer noch mehr Geld gebe für Zusatzstunden. Das war so ein abgefeimtes Spiel. Das war meine erste Prüfung. Da ist man dann halt vielleicht besonders streng. Dann bin ich durch die zweite Prüfung gefallen. Finde ich zurecht, irgendwie falsch abgebogen, an irgendeiner falschen Stelle oder so. Gar keine Chance. Und bei der dritten Prüfung bin ich eigentlich nur durchgekommen, es war auch keine Glanzleistung, weil es die dritte Prüfung war. Und der Fahrprüfer gesagt hat, na gut, da müssen sie schon noch ein bisschen gucken. Aber ich lasse sie mal durchkommen, weil es die dritte Prüfung war. Naja, und das war das dann. Da bin ich mit relativ geknicktem Selbstbewusstsein in meine Autofahrkarriere gestartet, nach den drei Prüfungen und so. Und bin auch nicht so gut gefahren, ehrlich gesagt, die ersten Jahre. Ich bin jemand, der sich total schnell langweilt beim Autofahren und dann immer abgelenkt ist und so. Und hab auch den einen oder anderen Unfall gebaut. Das hat sich dann, wie alle anderen Skills im Leben auch, irgendwann kann man’s ja dann doch. Und jetzt würde ich sagen, ich bin ein sehr defensiver, konzentrierter Fahrer, der sehr rücksichtsvoll ist, Leute reinlässt und der auch schon seit 20 Jahren keinen Unfall mehr gebaut hat.
Fabian:
[40:36] Ja, ich mache mal weiter. Das Thema ist bei mir so ein bisschen mit gemischten Gefühlen besetzt oder diese Frage vielmehr. Und die negativen Gefühle haben jetzt nicht so was mit der Fahrschulzeit unbedingt zu tun. Tatsächlich habe ich Theorie und dann auch die Praxis beim ersten Mal bestanden.
Gunnar:
[40:51] Wow.
Fabian:
[40:52] Ich bin aber schon so selbstkritisch zu sagen, ich habe vorher nicht unbedingt damit gerechnet, dass ich diese Praxis beim ersten Mal bestehe, weil ich konnte nicht sonderlich gut einparken. Also vor allem nicht so parallel zum Bordstein, eine enge Lücke zwischen zwei Autos, die da schon stehen. Und das war dann so in der, ich weiß das bis heute noch in der Prüfung, ich musste dann ganz am Ende, das war auf so einer Tankstelle, wo ja auch dann immer so eine Handvoll Parkplätze ist, da endete diese Prüfung. Und ich musste einfach nur so nach vorne in so 90 Grad in eine relativ große Lücke einfach vorwärts reinfahren und das war das Einparken und dann war Ende. Und ich so, oh, das ist ja schön. Er hat ja gar nicht gemerkt, dass ich das nicht kann mit dem Parallelenparken. Und ich bin auch so ehrlich zu sagen, das ist etwa ein Vierteljahrhundert her, dass ich diesen Führerschein gemacht habe. Ich kann das auch heute nicht so perfekt. Aber zu meiner Verteidigung, ich fahre selten Auto. Also wir haben zwar eins, aber das nutzt eigentlich nur meine Frau. Ich bräuchte das gar nicht. Ich habe darüber nachgedacht, wenn es meine Entscheidung wäre, ich hätte das längst schon im Rahmen einer super spektakulären aufgezogenen Ebay-Auktion verkauft. Das mache ich ja so gerne.
Chris:
[41:50] An Gunnar verkaufen.
Fabian:
[41:51] Ja, an Gunnar hätte ich es verkauft. Da hätte er noch ein bisschen üben können, das Fahren. Anyway, wir haben heute eins, aber meine ersten Autos, und da werden jetzt die Erinnerungen so ein bisschen negativer, das war ein Golf 2, der damals schon ziemlich oll war. Den hatte vorher mein Bruder schon gefahren und ich möchte ihm da nichts unterstellen, aber ich glaube, der hatte den schon gut getreten. Und irgendwann funktioniert dir der Rückwärtsgang an diesem Auto nicht mehr. Und das kannst du vielleicht für drei Tage…
Fabian:
[42:14] Ignorieren wir vielleicht auch für drei Wochen, aber irgendwann wird es dann doch mal ein bisschen kritischer, wenn du irgendwo merkst, ach nee, rückwärts fahren geht ja gar nicht und dann war der hin und dann hatte ich so einen kleinen gebrauchten Fiat Punto, da war auch das Getriebe relativ schnell hinüber, dass ich dann schon dachte, vielleicht liegt es auch an dir und danach hatte ich dann nochmal einen Fiat Stilo, falls den noch jemand kennt. Der war neuer als die beiden anderen Autos vorher und der war an sich auch schön, aber ey, dieses Auto hat so viele Probleme gemacht. Das war ständig in der Werkstatt und ich bin ja niemand, der jetzt so pauschal Firmen ablehnt, weil dann macht man ja einfach aus so einzelnen schlechten Eigenerfahrungen so ein pauschales Ding. Aber so ein bisschen, bin ich ganz ehrlich, von Fiat, es wäre heute auch nicht meine bevorzugte Automarke, wenn ich mir ein Auto kaufen würde, nachdem ich da zweimal in der Vergangenheit so auf die Nase gefallen bin. Und das war auch noch so dieser Fiat Stilo, so in der zweiten Hälfte der Nullerjahre. Und danach habe ich echt nur noch so sporadisch überhaupt mal ein Auto besessen, weil ich dann eigentlich nur noch in verschiedenen Großstädten gelebt habe und dann meistens dachte, ach komm, es ist ja alles so gut mit Bussen und Bahnen, brauchst du nicht den Stress mit Parkplatz und Versicherung und all die Sachen. Und dann hat das für mich nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt. Aber ja, ich habe einen Führerschein, den habe ich damals auch gleich gemacht, als ich 18 wurde. Und ich kann schon auch mal Auto fahren, wenn es denn mal notwendig wird.
Gunnar:
[43:33] Ah, jetzt müsste ich doch mal ganz kurz reinhaken und sagen, ich habe einen Skill, den andere Leute nicht haben. Ich kann fantastisch einparken.
Fabian:
[43:40] Oh, wow. Da bin ich neidisch.
Gunnar:
[43:41] Oh, wie ein König kann ich einparken. Meine Herren, ja. Ich kann leider nicht erklären, wie ich das mache, weil das irgendwie reines Muskelgedächtnis ist und konnte es meiner Tochter nicht beibringen, die es jetzt mittlerweile aber auch gut kann. Aber da war ich richtig stolz drauf eine Zeit lang, dass ich das so gut kann. Also ein kleiner Skill auch. Aber immerhin.
Chris:
[43:59] Also ich war ein ziemlich ängstlicher Jugendlicher, ganz grundsätzlich. Und als dann der Zeit kam für die Fahrschule, da war das bei anderen in meinem Freundeskreis so ein Moment von Yeah, endlich Motorwagen fahren, Erwachsen sein. Und ich hätte es am liebsten ausgelassen. Aber das stand überhaupt nicht zur Debatte, weil mein Opa hatte schon lange Geld zurückgelegt, damit der Junge seinen Führerschein machen kann, wie sich das gehört. Und dann habe ich mich da durch die Fahrschule durchgewurschtelt. 1995, glaube ich, war das, dann hatte ich die Führerscheinprüfung und ich habe fest damit gerechnet, dass ich die jetzt auch drei bis zehnmal machen werden muss. Und zur großen Überraschung wirklich aller Beteiligten habe ich das dann direkt bestanden beim ersten Mal.
Gunnar:
[44:39] Wow.
Chris:
[44:39] Und das war gar nicht so gut, glaube ich. Da ist jetzt nichts Schlimmes passiert, aber ich finde das relativ schlechte Voraussetzungen, jemanden in den Straßenverkehr zu entlassen, der selbst von sich nicht überzeugt ist, dass er überhaupt so richtig Auto fahren kann und sich unsicher in einem Auto fühlt. Und ich bin auch nicht gerne Auto gefahren als Jugendlicher. Der Wendepunkt kam dann aber relativ schnell, als ich Zivildienst gemacht habe. Da war ich bei der Caritas hier in Nürnberg im mobilen sozialen Hilfsdienst. Das heißt, ich musste mit dem Auto jeden Tag in Stadtverkehr und die Patientinnen und Patienten abklappern. Und das heißt halt, du kriegst automatisch Fahrpraxis.
Chris:
[45:11] Das war für mich das Allerwichtigste, diese Praxis zu haben und dann halt auch eine Routine und eine Sicherheit zu bekommen. Und da habe ich dann auch meinen ersten Unfall gebaut, bin etwas zu schwungvoll eingeparkt und habe ein parkendes Auto angefahren. Das hatte dann kein Rücklicht mehr. Und das war aber auch keine schlechte Erfahrung, also in dem Moment schon, aber dann einmal durch diesen Prozess zu gehen, den Besitzer ausfindig machen, die Versicherungsdaten austauschen und sowas. Auch das, wenn man es mal erlebt hat, dann weiß man das nächste Mal, okay, jetzt habe ich zumindest schon so ein bisschen die Praxis drin. Und dann hat mich das insgesamt, würde ich sagen, zu einem besonneneren Fahrer gemacht. Und jetzt fahre ich heutzutage relativ viel mit dem Auto und kann, wie Gunnar auch sagen, aber auch seit damals unfallfrei. Aber Plottwist, ich habe nie ein eigenes Auto besessen. Das Familienauto läuft auf meine Frau. Ich habe ja lange Zeit in München, Hamburg gelebt, innenstädtisch. Da war das Fahrrad, das Verkehrsmittel, da war natürlich überhaupt keinen Bedarf für ein Auto. Und ich könnte ehrlich gesagt auch heute gut ohne eigenes Auto leben. Es ist schon praktisch und es ist oft auch bequem. Aber wenn man ehrlich ist, ging es auch ohne. Ja, und also, ja, also wir werden nicht ohne Auto leben. Wir werden uns sicher, wenn das irgendwann mal den Geist aufgibt, auch ein neues anschaffen. Aber ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich sagen würde, ich fahre gerne Auto.
Gunnar:
[46:18] Ich fahre total ungern Auto und das hat sich jetzt aber alles dann gut ergeben, weil meine Tochter jetzt ja Auto fahren kann und die fährt natürlich total gerne Auto, einfach weil es halt noch neu ist und frisch ist und sie auch das Gefühl hat, dass sie die Übung gut brauchen kann. Das heißt, wann immer es möglich ist, lasse ich meine Tochter fahren. Das ist total super. Und die fährt wie eine Maschine. Also ich fahre ja wie viele Männer meiner Generation so ein bisschen lässig. Ich mache jetzt keine komischen Fehler, aber mei. Aber bin halt ein bisschen lässig, fahre halt mal schneller, mal langsamer. Ein bisschen Varianz drin und meine Tochter fährt wie eine Maschine. Wahnsinn, kein Fehler, nix, immer total straight, immer genau in der Mitte von der Fahrbahn. Ich fahre ja auch gerne mal ein bisschen zu nah an den einen Seitenstreifen. Und die modernen Autos piepen ja dann heutzutage so passiv-aggressiv so. Hallo Gunnar, bist du vielleicht zu müde? Nein, ich bin vor fünf Minuten losgefahren. Ich bin nur zu nah an den Mittelstreifen. Gott, wer hat denn dem Auto diese Freiheit gegeben, mich zu kritisieren? Und meiner Tochter passiert das nie. Neulich sind wir irgendwie vier Stunden hin und vier Stunden zurückgefahren. Und ich musste auf der Hinfahrt fahren und sie auf der Rückfahrt. Und bei der Rückfahrt hat es nicht einmal gepiept und bei der Hinfahrt ständig. Oh, meine Herren. Aber wir haben auch gar kein eigenes Auto zu meiner Verteidigung, deswegen ist das auch nicht ausgestellt, diese Funktion. Wir fahren immer mit Mietwägen und Stadtteilautos und sowas.
Chris:
[47:36] Mir kam gerade noch so eine traumatische Erinnerung hoch, weil nachdem ich die Fahrschule absolviert hatte und wie gesagt, ich hatte kein eigenes Auto, aber ab und zu ein paar Mal hatten wir, ich weiß nicht mehr genau warum, hatte ich mir das Auto von unserem Onkel ausgeliehen und das war ein uralter Golf und der hatte noch einen Choke. Oh, geil. Also diesen Hebel, den du ziehen musstest.
Gunnar:
[47:55] Wie der VW Derby damals.
Chris:
[47:57] Ja, genau, um die Spritzzufuhr zu regeln, glaube ich, dafür ist das, wenn der Mutter noch kalt ist. Oh Gott, habe ich das gehasst, dieses Ding. und dann hatte ich einmal den Moment, wo ich mit dem Auto im Stadtverkehr in Nürnberg gefahren bin, es war noch relativ kalt und dann ist mir an der Ampel der Motor ausgegangen und ich habe das scheiß Ding nicht mehr anbekommen und dann war natürlich die Ampel schlängst grün, die Autos hupten und dann ist ein Mann angesprintet gekommen, hat an die Scheibe geklopft, dass ich sie runterkurble und hat dann durch die Scheibe hindurch den Choke für mich reguliert, dass ich das Auto wieder anbekommen habe. Dem bin ich noch heute dankbar, diesem anonymen Passanten und war sehr froh, als ich dann das erste Auto hatte, wo kein Choke mehr drin war.
Gunnar:
[48:33] Joke, hatte ich komplett vergessen. Habe ich bestimmt 30 Jahre nicht gehört, diesen Bild.
Fabian:
[48:37] Ich auch nicht.
Gunnar:
[48:37] Schön, dass du es nochmal gesagt hast. Ich bin bei der Bundeswehr mal in einen LKW gefahren, den man mit Zwischengas fahren musste, wo du beim Runterschalten immer noch kurz Gas gibst, damit du den Motor an die höhere Drehzahl gewöhnst und so. Total absurd. Das gibt es heute auch nicht mehr. Alles vorbei.
Chris:
[48:49] Ihr jungen Leute, die ihr zuhört, ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr es habt.
Gunnar:
[48:53] Ja, mit welchen Entbehrlichkeiten wir damals zu tun hatten. Man glaubt es nicht.
Gunnar:
[48:57] Die nächste Frage, Frage Nummer 6, ist von Svenja. Die schreibt, Texte verfassen und Podcasten, das ist ja in gewisser Weise eine kreative Tätigkeit. Ich lese da eine gewisse Herabwürdigung in dem Wort gewisser Weise, aber gut, das ist ja eine kreative Tätigkeit, sagen wir mal. Wenn man uns zwingen würde, in anderer Weise kreativ zu werden und zwar mit analogen Materialien, also Stiftfarbe, Papier, Ton und so unserer Bewunderung für ein bestimmtes Videospiel Ausdruck zu verleihen. Welches Medium würden wir wählen? Was wäre das Motiv? Und was sagen die anderen dazu? Fabian, was meinst du?
Fabian:
[49:31] Ja, ich interpretiere diese Frage für mich jetzt einfach mal so, dass ich überhaupt was darauf antworten kann, denn Svenja hat ja von Ton gesprochen. Wahrscheinlich meint sie den Ton, der beim Brennen dann zu Keramik wird. Aber ich sage jetzt mal, eine Akustikgitarre zum Beispiel, die kann auch Ton, also Töne produzieren. Und das würde ich vielleicht noch hinkriegen. Also das wurde ja vorhin schon mal angesprochen, ob wir Instrumente spielen können. Und ich kann leitlich Gitarre und Bass spielen. Und ich würde auch noch die Basics an einem Schlagzeug hinkriegen. Also mein Vater, der hat früher Schlagzeug gespielt, auch in verschiedenen Bands und wir hatten auch einen Bandraum zu Hause, wo ich mit Freunden in der Jugendzeit gespielt habe und da stand auch quasi immer ein Schlagzeug drin. Also auch das könnte ich und ich könnte so rudimentären Songs zusammen kloppen und dann wäre vielleicht auch irgendwann mal so meine Hymne an Super Mario fertig. Oder ich weiß nicht, ein Loblied auf Metal Gear oder ich nehme mir mal ein, zwei Jahre und schreibe diese Oper aus Final Fantasy 6 nochmal neu. Besser.
Chris:
[50:32] Schön.
Gunnar:
[50:33] Besser.
Fabian:
[50:35] Aber um auf Svenjas Frage nochmal konkret zurückzukommen, alles, was mit Stiften und Farben und Papier passieren könnte, das wäre bei mir echt eine Katastrophe. Und ich übertreibe das auch nicht. Also wir drei hier, wir spielen ja auf den Stay Forever Weihnachtsfeiern seit ein paar Jahren gerne mal Gartik-Phone. Das ist ein Online-Spiel, wo man so unter Zeitdruck einen kurzen Satz, den jemand anderes geschrieben hat, in ein Bild übersetzen muss. Und ihr beide, ihr wisst, was dabei rauskommt, wenn ich da meine Bilder male und niemand außerhalb der Gruppe dieser Weihnachtsfeier darf jemals meine Sachen sehen, die ich da gemalt habe.
Chris:
[51:09] Wir packen es in die Kapitelbilder. Was?
Fabian:
[51:14] Also Musik war für mich immer leicht, also relativ leicht. Ich hatte sogar mal zeitweise Musikleistungskurs im Abitur und ich bin dann aber noch zu Deutsch abgebogen. Aber Kunst, das war schon in der Schule für mich echt immer ein großes Drama und eine große Peinlichkeit. Und es ist nicht so, dass mir das heute groß was ausmacht. Ich setze mich halt nicht so damit auseinander oder mache das nicht in der Praxis. Aber ich habe das Gefühl, ich bin da so irgendwo zwischen Kindergarten und zweiter Klasse stecken geblieben, was meine Skills in diese Richtung angeht. Also das Malen. Und das würde ich wirklich niemandem antun wollen. Von daher wird es wahrscheinlich von mir einen Song geben, um die Bewunderung für ein Videospiel auszudrücken. Und wie ihr das kommentieren würdet, das hat Svenja ja auch gefragt, das finden wir dann raus, wenn ich euch im Jahr 2029 meine Final Fantasy Oper vorlegen werde.
Chris:
[52:00] Oh, ich bin sehr gespannt, Fabian.
Gunnar:
[52:03] Ist nicht mehr lang hin.
Chris:
[52:04] Sehr gut. Jetzt gerade vor kurzem war am Ostermontag mein Bruder mit seiner Familie hier zum Kaffee trinken bei uns. Und da sind wir zu sprechen gekommen auf ein altes Pen-and-Paper-Spiel, das wir beide als Kinder und Jugendliche über Jahre hinweg entwickelt haben. So ein Weltraumrunden-Strategiespiel mit Rollenspielelementen. Und dann bin ich zu den alten Kisten gegangen und habe da die Materialien dazu rausgezogen. Das war damals stark inspiriert von Privateer, also von dem Computerspiel. Und deswegen haben wir da zum Beispiel einen ganzen Stapel von Seiten mit Spielerraumschiffen, die wir damals entworfen haben. Und die hatte ich damals so gemacht, wie ich das heute noch machen würde, dass heute noch meine Präferenz wäre, nämlich eine A4-Seite Karopapier, darauf mit Bleistift oder Feinliner die Konturen der Raumschiffe gezeichnet und dann mit Buntstift ausgemalt, so ein bisschen in der Druckstärke abgestuft, damit da so ein leichter 3D-Eindruck entsteht. Und ich fand, ehrlich gesagt, als ich das angeguckt habe, diese alten Sachen, dass das ziemlich gut aussah und hatte auch sofort Lust, da gleich weitere Raumschiffe zu malen. Also das Material wäre das, was wir eh viel mit unserem Kind benutzen, also Papier und Stifte oder vielleicht auch Karton, so eine Schere und Klebeband. Und damit würde ich mir dann ein schnittiges Raumschiff bauen als Hommage an Privateer. Und ich glaube, weil ihr beide, Fabian und Gunnar, weil ihr anständige Menschen seid, würdet ihr mir wohlwollend die Hand auf die Schulter legen. Ihr würdet freundlich nicken und sagen, das sieht wirklich toll aus, Christian. Das hast du ganz, ganz toll gemacht.
Fabian:
[53:21] Die Wahrheit dazu, die könnte man in dem Privatschiff zwischen Gunnar und mir nachlesen.
Gunnar:
[53:27] Ja. Genau. Ja gut, ich habe ja leider auch keine besonderen Talente und hatte jetzt eigentlich gedacht, dass ich vielleicht ein Gedicht schreiben muss, wenn ich ein Videospiel huldigen will. Eine Ode zum Beispiel an Zorc oder irgend sowas. Und hatte auch schon leicht angefangen, damit ich hier ein paar Zeilen vorlesen kann. Und dann fiel mir ein, ich habe ja wirklich vor nicht allzu langer Zeit ein Kunstwerk gemalt für ein Spiel. Völlig überraschend kam das zu mir. Meine Frau hat nämlich angefangen, Aquarell zu malen. In so einem klassischen, ich wollte das immer mal probieren. Ich kaufe mir mal das Zeug, was man dafür braucht und mache das mal.
Fabian:
[54:02] Oh, echt?
Gunnar:
[54:04] Und diese einfachen Schritte mit Wasserfarben, da kriegt man ja so ein paar Sachen so ein bisschen Bob Ross mäßig ganz gut hin mit so einfachen Techniken. Ist dann relativ leicht, Bäume zu zeichnen zum Beispiel, mit so einer Verwischtechnik und so. Da zieht man so einen Strich und dann verwischt man das ein bisschen, dann sieht es schon fast aus wie eine Tanne. Und damit hat sie dann echt in relativ schneller Folge ganz schöne Bilder gemalt. Und dann haben meine Tochter und ich das auch mal probiert mit unterschiedlichem Erfolg. Meine Tochter ist ja einfach grundsätzlich ganz gut begabt, was so künstlerische Sachen angeht. Die hat auch eine Eins in Kunst. Und die hat dann sehr kompetente Bilder damit gemalt. Und dann habe ich versucht, die einfachstmögliche Technik zu finden, mit der es noch einigermaßen gut aussieht. Und habe eine Szene aus Anchorhead gemalt, aus dem Spiel Anchorhead. Im Wesentlichen ist das so eine Straßenszene mit der Protagonistin in ihrem Regenmantel und so verwischten Regeneffekten, die ich so über das ganze Bild gezogen habe. Und das Bild heißt Anchorhead Rains. Damit habe ich das ja tatsächlich erfüllt.
Chris:
[54:59] Ja, auf jeden Fall. Warum haben wir das nie gesehen, Gunnar?
Gunnar:
[55:02] Ich muss mal gucken, ob ich es noch wieder finde. Ich habe es meinem Bruder geschenkt. Vielleicht habe ich ein Foto gemacht vorher. Dann ist es ein Kapitelbild und wenn nicht, dann ist es fort.
Chris:
[55:09] Das hängt bei deinem Bruder doch sicher im Wohnzimmer. Der soll einfach schnell ein Foto machen mit dem Handy.
Gunnar:
[55:13] In Sommernächten ist es immer auf die Hauswand projiziert, ja.
Chris:
[55:17] Aber wie cool. Da bin ich wirklich sehr gespannt, das zu sehen.
Gunnar:
[55:21] Naja, es ist nicht besonders natürlich. Meine Frau und meine Tochter konnten das mit den Wasserfarben viel besser. Aber immerhin habe ich es so weit fertig gemacht, dass ich einen Namen draufgeschrieben habe.
Chris:
[55:28] Aber haben sie dir die Hand auf die Schulter gelegt und freundlich genickt und gesagt, das hast du sehr, sehr gut gemacht?
Gunnar:
[55:34] Ja, das sagen sie ja dann oft, weil sie wissen, dass ich so ein fragiles Ego habe, wie Männer in meinem Alter üblicherweise. Das weiß man immer nicht. Da muss man immer ein bisschen was abziehen. Meine Frau und meine Tochter sind sehr groß darin, mich explizit zu kritisieren, wenn irgendwas ist. Und da sie das nicht getan haben, war ich ganz erfreut. So, eine weitere Antwort haben wir noch. Und zwar hat sich unser Quizmaster Christian Beuster hierzu gemeldet, freiwillig gemeldet für eine Antwort. Also dann go Christian.
Rahel / Christian / Henner:
[56:04] Ja, hallo. Das ist eine echt tolle Frage. Danke schon mal, dass ich die beantworten darf. Ich würde mit unendlich Zeit und Vermögen einen Puppentrickfilm produzieren. Marionetten oder Handpuppen oder beides, egal. Ich habe da eine Faszination für, aber jetzt kein Talent oder vielleicht doch, aber jedenfalls keine Erfahrung. Und was wäre das Thema von dem Puppentrickfilm? Ich würde Monkey Island als Puppenspiel verfilmen. Der kreative Prozess wäre dann, die ganzen Spielhintergründe und Figuren zu basteln. Dann würde ich alle Figuren selber sprechen. Das habe ich auch damals schon gemacht, als ich das Spiel gespielt habe, alles selber beim Spielen synchronisiert. Auch eine Idee, die in dieselbe Richtung geht, wäre ein interaktives Point-and-Click-Adventure-Puppen-Theater, wo die Kinder Anweisungen geben, was als nächstes geschehen soll. Und weil da nur Quatsch rauskommt, sage ich dann bei jedem Satz der Kinder, das geht nicht, das kann ich nicht benutzen, das ergibt keinen Sinn.
Fabian:
[56:57] Sehr schön, vielen Dank, Christian. Wir machen weiter mit Frage Nummer 7. Gestellt wurde sie von Benjamin. Und Benjamin sagt, wir alle kennen den auf Spiele bezogenen Pile of Shame. Aber wie sieht euer sonstiger alltäglicher Pile of Shame aus? Gibt es ein Hobby, ein handwerkliches Projekt oder eine Fähigkeit, in Klammern wie ein Instrument oder eine Sprache, die wir schon seit Jahrzehnten unbedingt anfangen wollen, was wir dann aber doch wieder nur eisern vor uns herschieben? Und wer von uns dreien hat wohl die kreativste Ausrede dafür? Hast du sie, Chris?
Chris:
[57:30] Ich fürchte nicht, weil ich lande da natürlich mal wieder bei meiner Spielesammlung. Die ist ja momentan seit längerem in Umzugskartons eingelagert. Und da will ich mich seit Ewigkeiten mal um eine dauerhaftere Lösung kümmern, damit ich wieder rankomme an die Spiele, damit die für mich nutzbar werden. Aber das ist jetzt auch kein triviales Problem, weil ich bräuchte irgendeine Form von Räumlichkeiten. Die müsste ich vermutlich mieten. Sowas muss man erst mal finden. Das muss erreichbar sein für mich. Man muss es irgendwie versichern und so. Also deswegen schiebe ich das vor mir her und werde das wohl auch eine Weile tun und habe auch keine bessere Ausrede dafür, als dass es halt einfach nicht dringend ist. Und that’s it. Aber ich habe noch einen ganz aktuellen Pile of Shame, etwas, was ich vor mir herschiebe. Und zwar haben wir bei uns draußen im Garten im Rasen eine kahle Stelle. Da stand bis letztes Jahr noch ein Kletterturm fürs Kind. Der ist morsch geworden. Dann haben wir ihn gegen Ende letzten Jahres abgebaut. Und dann habe ich diese Fläche da umgegraben und schon mal vorbereitet für neuen Rasen. Dann kam der Winter.
Chris:
[58:23] Dann dachte ich, okay, jetzt geht es natürlich nicht das Aussehen, dann mache ich das im Frühjahr. Dann kam das Frühjahr, da fehlt mir die Rasensamen. Dann kam ich endlich dazu, zum Baumarkt zu fahren, welche zu holen. Dann kam wieder Frost. Dann musste ich erstmal warten, bis passendes Wetter war. Und jetzt war über Ostern passendes Wetter. Und dann gehe ich in den Garten und dann steht da auf einmal mitten auf der Erdfläche eine riesige Feuerschale. Da hat das Kind nämlich den Nachbarn davon erzählt, dass er unbedingt ein Osterfeuer machen will. Und dann haben die ihm prompt ihre Feuerschale ausgeliehen und weil sie sehr nett sind, auch gleich noch mit ihm in den Garten rübergeschleppt. Und dann halt die perfekt dafür geeignete Stelle ausgewählt, nämlich diese Erdfläche mitten im Rasen. Jetzt finde ich Lagerfeuer auch ganz toll. Und deswegen haben wir uns von den anderen Nachbarn dann noch Holzscheite ausgeborgt. Die haben nämlich einen Kamin, die haben sowas bei sich zu Hause. Und da haben wir noch ein bisschen reisig zusammen gelesen. Und naja, jetzt gibt es quasi jeden zweiten Tag bei uns abends ein Feuer. Und da kommen in wechselnder Besetzung dann auch die Nachbarn dazu. Und angesichts dessen, wie begeistert unser Sohn davon ist, wird sich das so schnell auch nicht ändern. Das heißt, ich habe die Rasensamen jetzt erstmal wieder ganz hinten in die Ecke des Schuppens gestellt und das wird jetzt vermutlich für den Rest des Jahres die Feuerfläche bleiben.
Fabian:
[59:27] Sehr schön.
Gunnar:
[59:27] Ich finde, das ist ein bisschen was anderes, was du da beschreibst, Christian, weil so ein Pile of Shame von Sachen, die ich mal tun müsste oder tun will, das habe ich auch. Aber ist es hier nicht ein bisschen so gemeint in der Fragestellung von so Sachen, die man sich immer mal vorgenommen hat, weil man da noch irgendwie das eigene Ich erweitern will, zum Beispiel, indem man noch Spanisch lernt oder sonst irgendwas?
Gunnar:
[59:49] Naja, jedenfalls die Sachen, die im Alltag sind und die ich nicht tue, die haben dann halt nicht genug Priorität, kann ich auch nichts für. Ich muss mich auch nicht kastein, wenn ich es nicht schaffe, ich mache ja noch andere Sachen, dann fallen halt Sachen hinten runter. Ich bin dann nicht so der Typ, der dann die ganze Zeit sagt, ich müsste so dringend mal das und das machen. Irgendwann nervt es mich genügend und dann kommt es in eine Priorität hoch und dann mache ich es auch. Und so unerfüllte Sehnsüchte wie das Lernen von Spanisch oder mal nach Tibet reisen und da irgendwie spezifische Orte besuchen, sowas habe ich nicht so stark. Und wenn, ich habe es mal mit Spanisch probiert, weil ich dachte, ich müsste Spanisch sprechen, weil Teil meiner Familie ja Spanisch ist. Aber da hat meine Frau Spanisch gelernt. Da habe ich gedacht, ja, kann ich auch sie übersetzen. Ist ja auch gut. Das war dann ganz praktisch. Aber ich habe manchmal so Projekte, weil ich sie will. Und dann mache ich aber auch alles drumherum. Und dann auch mit einem gewissen Fanatismus. Neulich, vor nicht allzu langer Zeit, habe ich angefangen, Google-Sachen aus meinem Leben abzuschaffen und Microsoft-Sachen und Amazon-Sachen und so weiter. Und da habe ich dann einen großen Expertisezuwachs durch Recherche bekommen, habe auch Sachen gelernt, die ich vorher überhaupt nicht kannte. Linux aufsetzen, Web-Server übers Terminal aufsetzen, lauter so technische Skills, um dann in diesem Bereich das machen zu können, was ich machen wollte. Und sowas ähnliches habe ich ja vor vielen Jahren auch schon mal gemacht, als ich dringend eine Webseite haben wollte, einen Blog haben wollte, als es noch keine Blogs in Deutschland gab, als es noch keinen WordPress gab und so. Da habe ich mir dann alles beigebracht, was man dafür können muss. Webseiten aufsetzen und Server mieten und diese ganzen Sachen.
Gunnar:
[1:01:18] Und so ist es, glaube ich, dann bei mir, wenn es halt irgendwann mal so dringend ist und ich da so einen starken Wunsch drauf habe, dann mache ich es aber dann all in. Und ab da Teil meiner Persönlichkeit und ich rede ständig drüber auch in Podcasts.
Chris:
[1:01:30] Der machte mir erst Vorhaltungen darüber, dass ich das falsch interpretiert habe, die Fragestellung, und dann erzählt er minutenlang davon, was er alles schafft in seinem Leben. Das war, glaube ich, auch nicht in der Fragestellung.
Fabian:
[1:01:40] Und das, obwohl er ja Chris vorhin gesagt hat, er hätte gar keine besonderen Fähigkeiten.
Chris:
[1:01:45] Ja, genau, da kommen nämlich jetzt ständig neue hervor.
Gunnar:
[1:01:49] Ja, vielleicht. Aber hast du so pragmatisch das tun, oder nicht?
Fabian:
[1:01:53] Naja, das sind schon Skills. Ich glaube, nicht so viele Leute können so eine eigene Webseite machen, gerade in so einer Frühzeit, in der du sie gebaut hast. Wenn das vor WordPress war, das muss ja schon lange her sein.
Gunnar:
[1:02:02] 2002 hatte ich mein erstes Blog.
Fabian:
[1:02:04] Guck mal.
Gunnar:
[1:02:05] Das war eins der ersten 50 deutschen Blogs, wenn ich das mal sagen darf.
Fabian:
[1:02:07] Wow.
Gunnar:
[1:02:08] Habe ich auch zehn Jahre betrieben mit einem gewissen Fanatismus und dann hatte ich keine Lust mehr.
Fabian:
[1:02:13] Ja, bei mir ist es so, wir haben das eben schon gehört, ich wollte immer gerne großer Maler werden. Nee, das stimmt natürlich nicht. Das hat mich nie interessiert. Bei mir sind es tatsächlich die Sprachen, die Benjamin ja schon in seiner Frage erwähnt hat und die du eben auch nochmal aufgegriffen hast. Und meine Frau ist ja Französischlehrerin und die hat auch mal länger in Frankreich gelebt und wir fahren auch so relativ regelmäßig mal nach Paris und das ist immer ganz schön. Jetzt habe ich dummerweise in der Schule damals Latein gelernt und ich habe auch mein Latinum und es ist komplett sinnlos. Aber naja, ich habe dann immer wieder über die Jahre mal so sehr halbherzige Versuche unternommen, mir noch Sprachen drauf zu schaffen und dann immer die gleichen Fehler gemacht. Also zum einen, dass ich da nicht so konsequent am Ball geblieben bin und ich war auch nicht sehr fokussiert in dem Punkt, welche Sprache will ich denn eigentlich lernen? Dann war es mal Französisch, dann habe ich gedacht, nee komm, mach es lieber Spanisch. Und dann fand ich auch mal nach einem Italienurlaub italienisch so schön und habe gedacht, ach nee, lernst du doch lieber das mal und bis heute kann ich nichts davon so wirklich, außer so wirklich ganz rudimentäre Konversation. Aber da möchte ich schon nochmal ran.
Fabian:
[1:03:21] Und aus naheliegenden Gründen wäre tatsächlich auch Französisch meine erste Wahl und danach wahrscheinlich Spanisch. Und da ja auch Benjamin gefragt hat nach den kreativen Ausreden, da habe ich auch nichts so Gutes. Das ist tatsächlich einfach die Zeit. Und so ein bisschen tröste ich mich immer mit dem Glauben an das, was wahrscheinlich nur irgendwie so eine Urban Legend ist, dass man Sprachen lernen kann, indem man die nachts einfach hört, während man schläft. Und dann sickert das schon irgendwie ins Gehirn ein. Ich bin mir sicher, das funktioniert gar nicht, also zumindest nicht so, wie ich mir das vorstelle, aber ich wäre bereit dafür, wenn ich Französisch lernen könnte, in dieser Form, ich würde ein, zwei Monate super viel schlafen. Ich wäre bereit, dieses Invest zu bringen, um die Sprache zu lernen. Aber wahrscheinlich sagt ihr mir jetzt auch, dass das gar nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle.
Chris:
[1:04:06] Probier es gerne mal aus, Fabian, und erzähl du uns dann, ob es funktioniert hat oder nicht.
Fabian:
[1:04:10] Ich werde berichten.
Gunnar:
[1:04:12] Weiß nicht. Also es gibt doch so eine richtige Theorie dazu, So ein Immersionslernen, dass man das machen kann. Und es gibt auch so Lernmethoden, die so dahin führen, dass du nicht methodisch irgendwas lernst, sondern nur so Texte liest, die dann irgendwie vereinfacht sind und dadurch so ein Gefühl für die Sprache kriegst. Ich konnte ja tatsächlich fließend Spanisch sprechen mit zwölf etwa, weil mein Vater dann eine Spanierin geheiratet hat und ich dann das so aufgeschnappt habe. so. Ich habe nie das formell gelernt und hatte die Grammatik nicht drauf, aber ich konnte alles verstehen, was die sagen und konnte mich verständlich machen. Und das ist, glaube ich, so wie Kinder lernen, geht das dann auch. Ich glaube nicht, dass es halt so einfach ist mit, man lässt es halt laufen, während man schläft, aber ich glaube, wenn man halt dann viele spanische Songs mit der italienischen Lieder hört und immer mal so in so Texte reinguckt und dann sich ein bisschen damit umgibt, das geht, glaube ich, schon.
Fabian:
[1:04:57] Ja, dann hast du das ganze Spanisch wieder vergessen über die Jahre?
Gunnar:
[1:05:00] Ja, das war so ein bisschen nicht so eine schöne Zeit in meinem Leben, aus verschiedener Hinsicht auch traumatisch Und dann habe ich das so weggedrängt. Ich wollte damit nichts mehr zu tun haben mit dem ganzen Ding. Und das ist dann einfach wieder weg. Ja klar, ich denke immer, ich könnte es noch lernen. Aber dann habe ich mal bei meiner Frau über die Schulter geschaut, als die gelernt hat und dachte ich, ach nee, doch nicht. Ist dann doch mit über 50 anstrengender. Naja.
Chris:
[1:05:21] Ich habe gerade schon wieder so ein Jugend-Flashback, weil ich hatte als Kind Subliminal-Kassetten. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber das sind so Kassetten gewesen, da hast du Naturgeräusche eine halbe Stunde zugehört. Und jenseits der Hörbarkeitsspelle haben dir Stimmen dann Sachen eingeflüstert. Sowas wie, du kannst alles erreichen, was du dir vorgenommen hast. Rezept für Pfannkuchen, keine Ahnung. Und das habe ich eine ganze Weile lang richtig religiös benutzt. Und ich glaube, das hat die Grundlage gelegt für alles, was ich erreicht habe in meinem Leben. Aber es ist ein Thema für einen anderen Tag.
Gunnar:
[1:05:56] Hörst du die denn noch?
Chris:
[1:05:58] Nee. Nein, ich habe sie auch leider gar nicht mehr. Ich glaube, die sind heute Gold wert.
Chris:
[1:06:03] So und dann kommen wir zur achten und letzten Frage für heute und die kommt von Marian und lautet Bei welchem Moment, Ereignis oder Zeitraum der Spielegeschichte hättet ihr gerne Mäuschen gespielt, um einen legendären Moment direkt mitzuerleben oder auch um eine bestimmte Phase, Szene oder Atmosphäre selbst zu erfahren, die man heute nur noch aus Erzählungen kennt? Ich zum Beispiel, sagt Marian, würde gerne wissen, wie es bei id Software während der Entwicklung von Doom zuging oder hätte gern bei der gesamten Entwicklung und Entstehungsgeschichte von Tetris heimlich über die Schultern geschaut. So, wie schaut’s bei euch aus? Gunnar, wo wärst du gern dabei gewesen?
Gunnar:
[1:06:37] Ach, da gibt es ja tausend Sachen und das Doom-Beispiel finde ich auch ein sehr gutes. Das hätte mich auch interessiert, aber viel naheliegender ist, man kann ja die Geschichte der deutschen Spielezeitschriften und damit auch der deutschen Redakteure in so Generationen einteilen. Wenn man vielleicht Boris Schneider und Heinrich als so die erste Generation nimmt, theoretisch gab es ja noch Leute davor, aber jetzt nehmen wir mal die als die erste Generation, dann die zweite vielleicht, dann so die Leute, Jörg Langer zu der Zeit und dann vielleicht wir die dritte, vielleicht schon großzügig, vielleicht sind wir auch erst die vierte oder so. Aber da bei der ersten Generation dabei gewesen zu sein, das hätte mich schon interessiert. Ich lese ja auch viel alte Zeitschriften. Ich habe hier so eine Sammlung von alten Powerplays und finde das super interessant, wie die damals an diese Sachen rangegangen sind. Das ist ein ganz anderes Verständnis vom Spieltesten und von Spielen überhaupt, als das, wie es sich später entwickelt hat. Und ja, ich habe dann eine eigene Erfahrung in diesem Bereich machen dürfen bei der GameStar, Gott sei Dank. Aber eigentlich hätte ich die Bereiche, die Zeit davor auch gern gehabt oder wäre da auch gern dabei gewesen.
Chris:
[1:07:39] Super, da würde ich direkt mitkommen.
Gunnar:
[1:07:41] Ja, dann zeigen wir denen mal, wie das nämlich geht, ey.
Chris:
[1:07:45] Dann zeigen wir mit dem Finger auf Sachen und lachen.
Fabian:
[1:07:48] Also ich finde auch, dass das eine Frage ist. Da wäre mir im Gegensatz zu vielen anderen Fragen heute richtig viel für eingefallen, weil es natürlich wahnsinnig viele tolle Spiele oder Themen gibt, wo man gern dabei gewesen wäre, so hinter den Kulissen das alles mitverfolgt hätte. Ich habe mich dann für ein Spiel entschieden namens Chrono Trigger für das Super Nintendo aus dem Jahr 1995. Das haben wir auch schon mal in einer relativ frühen Folge von Super Stay Forever besprochen. Und falls ihr das nicht kennt, dieses Spiel, das war so ein bisschen damals die Kulmination aus all den Sachen, die 16-Bit-Rollenspiele damals groß gemacht haben. Und für dieses Projekt, und das macht es so spannend und potenziell, glaube ich, auch sehr interessant, was so die Ereignisse im Hintergrund angeht, da kamen ja die wichtigsten Köpfe dieses Genres zusammen. Also da war der Sakaguchi involviert, der damals für Final Fantasy verantwortliche Mensch, aber auch Yuji Hori von Dragon Quest von Enix. Und dann war da noch Akira Toriyama dabei. Das ist der Mann hinter dem Look von Dragon Quest, aber auch der Erfinder von Dragon Ball. Und die Firmen, die hier zusammengearbeitet haben, also Square mit Final Fantasy und Enix, das Studio von Dragon Quest, die waren ja so riesige Konkurrenten. Und der Hori von Enix wurde quasi ausgeliehen an Square. Das ist ein bisschen so, wenn man mal genauer drüber nachdenkt, als hätte Nintendo damals gesagt, ah hier Miyamoto, du gehst jetzt mal vier Wochen zu Sega und machst da mal Sonic 3 mit.
Fabian:
[1:09:12] Und gleichzeitig bei diesem Spiel, was dann da entstanden ist, bei dem Chrono Trigger, die Menschen, die das gemacht haben, die haben auch mit so vielen Konventionen dann gebrochen, die sie selber, etabliert und auch über die Jahre so zementiert hatten, also es gab dann keine separaten Kampfbildschirme mehr, sondern die Kämpfe fanden direkt in der Spielwelt statt und man hat die Feinde vorher gesehen und es war so toll für mich, der damals nicht von westlichen, sondern von japanischen Rollenspiel kam, wo dann immer einfach diese Zufallskämpfe passiert sind, das war hier nicht mehr so und es gab eine super spannende und tolle Zeitreise-Story und es sah ganz toll aus und die Musik war schön und ich hätte das schon gerne miterlebt, wie diese kreativen Menschen damals sich zusammen gefunden haben und sicherlich teilweise auch zusammen raufen mussten, um dieses Spiel gemeinsam zu kreieren und es ist ein bisschen schade aus heutiger Perspektive, dass das eben so spät passiert ist. Also 1995 war ja schon die Playstation dann da und das Super Nintendo war wirklich so auf dem Weg nach draußen. Aber um das nochmal zu betonen an der Stelle, Falls ihr das Spiel nicht kennt, holt das gerne mal nach. Und ich glaube, dass das eben auch eine wirklich im Hintergrund sehr, sehr spannende Geschichte war, zu der man noch sehr viel mehr selbst hätte erleben können, als wir jetzt heute nachlesen können und nachempfinden können in so einer Besprechung des Spiels. Also ich glaube, dass da nach außen dann immer sehr viel höflicher und positiver kommuniziert wurde, als es tatsächlich im Hintergrund war. Also ich denke, man konnte hier eine sehr, sehr spannende Spieleentwicklung sehen.
Gunnar:
[1:10:36] Es hätte natürlich nur Sinn gehabt, wenn du vorher noch dein Geheimprojekt wahrgemacht hättest, fließend Japanisch zu lernen. Sonst hättest du ja da bloß gesessen und gedacht, oh, jetzt schreien sie alle, oh, jetzt weinen sie alle, oh, jetzt arbeiten sie alle. Keine Ahnung, was hier los ist, aber aufregend.
Fabian:
[1:10:52] Das hätte ich dann auch immer so in mein Tagebuch abends geschrieben. Heute haben wieder alle viel geweint.
Chris:
[1:11:01] Sehr schön. Ach Mensch, da hätte ich auch Lust mitzukommen. Nachdem Marian ja explizit auch die Möglichkeit aufgemacht hat, dass man die Atmosphäre mitbekommen kann, gibt es da unendlich viele Zeitpunkte, die ich gerne erleben wollen würde. Zum Beispiel damals bei Lucasfilm Games, als sie noch auf der Skywalker Ranch waren und da einfach in die Bibliothek rübergegangen sind von George Lucas, um sich inspirieren zu lassen. Und da wäre ich so gern mal einen Tag dabei gewesen, einfach Kreativsitzungen für Manic Mansion oder Monkey Island miterleben. Oder bei Infocom in Cambridge, als da Stephen Retzky und Mark Blank und Dave Lapling und so an ihren Spielen gearbeitet haben. Wie war das da vor Ort? Das wäre super faszinierend. Oder wir haben ja schon mal erzählt von den frühen Tagen von Bullfrog, als Peter Molyneux und Co. Zu viert oder fünft in dieser engen Obergeschosswohnung in Guildford da steckten und Kettle geraucht haben und an Populus gearbeitet. Hätte ich gern miterlebt und hätte den Molyneux auch auf seine ersten Pressetermine gern begleitet, um mal zu sehen, wie war der da? War der wirklich so schüchtern, wie er behauptet hat am Anfang? Aber wenn es um einen ganz bestimmten Moment geht, dann glaube ich, wäre ich besonders interessiert an Momenten von großer Emotionalität. Wir haben ja vorhin schon die Entwicklung von Doom erwähnt. Ich wäre liebend gern im Zimmer gewesen in dem Moment im Jahr 1996, als John Carmack John Romero zu sich bittet und ihm mitteilt, dass er gefeuert ist. Was wurde da genau gesagt? Wie wurde da reagiert? Das wüsste ich doch zu gern. Solche Sachen halt.
Chris:
[1:12:23] Aber ganz grundsätzlich, also wäre toll, wenn es so eine Zeitreisefähigkeit gäbe, weil als Recherchetool gibt einfach so viele Lücken in der Spielegeschichte, da wäre es toll, wenn man einfach zurückreisen könnte und sich das angucken. Also Marian, falls du da irgendwas parat hast, melde dich bitte bei uns.
Chris:
[1:12:38] Ja, das war’s von uns. Aber wir haben auch hier noch jemanden, der die Frage beantwortet, nämlich den Henner, der sich die rausgesucht hat. Und ich hab das Gefühl, das könnte irgendetwas mit der Entwicklung von C&C Alarmstufe Rot zu tun haben. Schauen wir mal. Henner, bitte.
Rahel / Christian / Henner:
[1:12:53] Ja, das wäre die naheliegende Antwort. Natürlich wäre ich gern Zeuge der Entwicklung meines Lieblingsspiels gewesen, C&C Alarmstufe Rot, das ja passenderweise auch von Zeitreisen handelt. Besonders die Arbeit an Teil 2 hätte ich zu gern miterlebt, um zu sehen, wie das Kirov-Luftschiff und meine anderen Lieblingseinheiten geboren wurden. Vor allem aber, um all die verworfenen Einheiten und Ideen und Spielmechaniken ausprobieren zu können.
Rahel / Christian / Henner:
[1:13:19] Interessant war sicher auch die Entwicklung von C&C 4, bei der allen Ernstes irgendwer in irgendeinem Meeting mal gesagt haben muss, ja, so machen wir das. Eines der großen Mysterien der Spielegeschichte. Aber vergesst all das wieder, denn meine eigentliche Antwort ist eine andere. Mich führte die Zeitmaschine zu einem viel früheren Moment in der Geschichte, ohne jedes Mysterium dafür klar eingegrenzt auf Montag, den 9. Dezember 1968 um 15.45 Uhr Ortszeit, Naja, und für die folgenden 90 Minuten im Civic Auditorium, einem Veranstaltungsgebäude in San Francisco. Um Spiele ging es da gar nicht, sondern natürlich um Technik, denn dort präsentierte Douglas Engelbart das Computersystem der Zukunft, das in weiten Teilen das Computersystem unserer Gegenwart ist.
Rahel / Christian / Henner:
[1:14:08] Grafische Oberfläche mit Fenstern, Maussteuerung, Hyperlinks, Copy und Paste, Videokonferenzen, kollaboratives Arbeiten über vernetzte Computer. All das wurde erstmals der Weltöffentlichkeit gezeigt. Wohlgemerkt 1968, quasi in der Kreidezeit, während die Menschen noch Lochkarten mit dem Faustkeil ausgestanzt haben, wurde bei Engelbarts Vorführung die Maschine von der Rechenhilfe zum Instrument geistiger Resonanz. Das hätte ich einfach gern live verfolgt. Denn was später bekannt wurde als Mother of All Demos, war nicht weniger als der PC-Urknall. Der heilt bis heute nach, etwa in der modernen Maus, die ich brauche, um Kirovs zu steuern.
Fabian:
[1:14:53] Ja, vielen Dank, Henne, für deinen Beitrag. Und damit sind wir auch für heute durch. Also vielen Dank wie immer auch an euch, Chris und Gunnar.
Gunnar:
[1:15:01] Danke dir.
Fabian:
[1:15:02] Und vielen Dank wie immer auch an euch da draußen für das Einsenden dieser vielen, vielen Fragen, die wir wieder bekommen haben. Nochmal der Reminder an der Stelle. Ich habe es einleitend schon gesagt. Ihr könnt immer schreiben an fabian.stayforever.de. Müsst da nicht auf einen Aufruf von uns warten. Da geht nichts verloren. Wir gucken in alle Mails rein, die dann vor der nächsten Folge angekommen sind. Und etwa in einem halben Jahr gibt es dann hier die nächste Episode ausgefragt von Stay Forever. Bis dahin vielen Dank und tschüss.
Chris:
[1:15:29] Danke auch dir, Fabian, für die Vorbereitung und bis zum nächsten Mal.
Gunnar:
[1:15:32] Tschüss auch von mir. Bis zum nächsten Mal.
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