Am 16. Dezember 1990 veröffentlicht das japanische Entwicklerstudio Quintet sein erstes Spiel – „ActRaiser“ für Nintendos SNES. Das Spiel gehört somit zu den Frühwerken für das 16-Bit-Gerät. Doch nicht nur das macht es besonders, es ist auch ein seltener Genre-Mix mit seiner einzigartigen Kombination von Action-Jump&Run-Teilen mit einer Göttersimulation.
Hier ist das Gespräch von Fabian und Gunnar dazu:
Credits:
Sprecher: Fabian Käufer, Gunnar Lott
Audioproduktion: Fabian Langer, Christian Schmidt
Titelgrafik: Paul Schmidt
Intro, Outro: Nino Kerl (Ansage); Trash80.com (Musik)
Community Manager: Christian Beuster
Infos zum Spiel:

Thema: ActRaiser, 1990 (in Japan: アクトレイザー Akutoreizā)
Plattform: SNES
Entwickler: Quintet
Publisher: Enix
Genre: Action & Göttersimulation
Designer: Masaya Hashimoto, Ayano Koshiro, Yasuhiro Fukushima, Tomoyoshi Miyazaki, Yuzo Koshiro
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Kommentare aus dem Archiv
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Die Bosse in ActRaiser hab ich immer als sinnbildliche Inkarnationen der paganen Religion gesehen, die man als Avatar des einen Gottes vernichtet.
Guter Gedanke!
Eher ein Mix aus mythologisch polytheistisch und pagan.
Der Werwolf: europäischer Mythos
Der Minotaurus: griechischer Mythos
Der Wyvern: nordischer Mythos
Der Pharao: altägyptischer Mythos, der dieser ja sozusagen gottgleich war
Kali: indische Gottheit
Feuerrad/Wanyudo: japanische Mythologie/Folklore
Der Meister ist somit Jehova und muss die Leute von seiner Allmacht überzeugen.
Quintet hat damals ja einige SNES Spiele mit dem Thema Glaube/Religion herausgebracht. Die Mischung Action/Aufbaustrategie bei Actraiser fand ich damals auch bemerkenswert, auch heute ist das noch ein sehr interessanter Titel. Besonders, weil der zweite Teil dann ja den Aufbauteil komplett über Board geworfen hat.
Schnell eine Anmerkung zum Namen: Das Wort "ActRaiser" basiert nicht auf einem japanischen Begriff - was man auch daran sieht, dass es auf der japanischen Packung (https://www.mobygames.com/game/actraiser/cover-art/gameCoverId,100138/) nicht in Hiragana/Kanji, sondern in Katakana geschrieben ist, der japanischen Schriftform für nicht-japanische Wörter. Katakana bilden quasi die Lautschrift westlicher Begriffe ab, von daher ist die von Gunnar angesprochene akustische Ähnlichkeit zwischen dem westlichen und japanischen Titel (アクトレイザー, "Akutoraizaa") ebenso normal wie gewollt.. Das legt sehr deutlich nahe, dass der Name zuerst in seiner westlichen Form entstanden ist (und vermutlich einfach, weil er irgendwie cool klang - das ist ja bis heute bei japanischen Spielen nichts Ungewöhnliches), und erst hinterher "verjapanisiert" wurde.
Dank dir für die Erläuterung :)
Sehr interessante Folge über ein Spiel, das ich (natürlich) nicht kannte. Vielen dank dafür!
Kleiner Hinweis, vermutlich ein sprachlicher Lapsus aber darüber bin ich dann doch gestolpert. Im Beitrag sagt ihr, dass die Monsterhöhlen mit einem Davidstern gekennzeichnet seien. Ich hab das spiel nun nie gespielt, da ihr aber an anderer Stelle auch von Pentagramm sprecht, gehe ich schwer davon aus, dass ihr letzteres meint und nicht den Davidstern. Beides sind sehr unterschiedliche Dinge. Davidstern: zwei verschränkte Dreiecke, also ein sechszackiger Stern. Pentagramm: ein fünfzackiger Stern.
Ok sorry, hab jetzt doch was gefunden und euch ist offenbar doch kein Fehler unterlaufen. " Graphical censorship transformed Monster Lairs from Stars of David to skull-like symbols" Quelle: https://wikivisually.com/wiki/ActRaiser . Ok, das finde ich dann doch ziemlich harter Tobak, dass die Entwickler*innen anscheinend in völliger Naivität und Blauäugigkeit eines er höchsten, wenn nicht das höchste Symbol jüdischen Glaubens als ein Kennzeichen für das Böse hielten.
Ich hoffe mal, dass die Entwickler*innen dann ein Pentagramm mit einem Davidstern "verwechselt" haben, aber dass so ein Fehler passierte... huiuiui