Schleim oder nicht Schleim, das ist hier die Frage – so bringt Rahel gleich zu Beginn auf den Punkt, worum es in dieser Ausgabe der Monster Menagerie geht. Christian gesteht, dass ihm zu diesem Thema „nur ganz eklige Sachen" einfallen, und verschiebt sein Bibelzitat lieber auf später, weil es zu unappetitlich für den Einstieg wäre. Denn Schleim ist überall: von der antiken Vier-Säfte-Lehre über Lovecrafts Shogotten bis zum Kino-Klassiker „The Blob" zieht sich die glibbrige Spur durchs kulturelle Gedächtnis – bevor sie sich in den 80ern in den Dungeons der ersten Rollenspiele festsetzt.

Und da wird es für Christian und Rahel richtig interessant: Wo genau lässt sich der erste Videospiel-Schleim verorten, und warum hat ausgerechnet dieses formlose Etwas zum Kult-Maskottchen einer der größten Rollenspielserien Japans werden können? Die beiden nähern sich der Sache mit einer pragmatischen Arbeitsdefinition – „was aussieht wie Schleim und sich verhält wie Schleim, das akzeptieren wir als Schleim" – und begeben sich von da aus auf eine Tour durch Dungeons, Monsterhandbücher und Popkultur, die zeigt, wie viel erzählerisches und spielmechanisches Potenzial in einem Klumpen Gallert stecken kann.

Fach- und Sachliteratur:
Wedlich, Susanne (2019): Das Buch vom Schleim

Romane und Kurzgeschichten:
Rud, Anthony M. (1923): „Ooze“. In: Weird Tales, März 1923.
Smith, Clark Ashton (1931): „The Tale of Satampra Zeiros“. In: Weird Tales, November 1931.
Lovecraft, H. P. (1936): Berge des Wahnsinns
Brennan, Joseph Payne (1953): „Slime“. In: Weird Tales, März 1953.
King, Stephen (1978): „Graue Masse“. In: Nachtschicht.
Koontz, Dean (1983): Unheil über der Stadt

Filme und Serien:
The Blob (1958). Regie: Irvin S. Yeaworth Jr.
Das Grauen schleicht durch Tokio (1958). Regie: Ishirō Honda.
„Die schwarze Seele“ (1988). Star Trek: The Next Generation.