Grog und Nutten LIVE (SF 66)

4. Juni 2017 1 Std. 10 Min.

Grog und Nutten LIVE (SF 66)

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Es ist eine lieb gewordenen Tradition: Auf Einladung des grandiosen Computerspielemuseums treten Gunnar und Chris einmal pro Jahr live in Berlin auf. Immer in April, immer im Rahmen des Gamefests und zuletzt auch immer in der Alten Feuerwache in Friedrichshain. Es ist jedes Mal ein großer Spaß, rund 90 Minuten Programm vor tollem Publikum.

Thema diesmal: Grog und Nutten. Huh?

Einfach reinhören:

Hinweise: Die Folge gibt’s auch auf iTunes, zum Download oder gleich im Feed. Das Plakat stammt wie immer vom talentierten Paul Schmidt, die Shownotes hat Herr Anym geschrieben.

Wir danken zudem unserem sympathischen 💖 Sponsor 💖:

💖Digitalmindsoft ist der Entwickler des mächtigen 3D-Echtzeit-Strategiespiels Call to Arms und der Men of War-Reihe (schöner Trailer dazu drüben, bei YT). Offene Stellen haben sie auch.

Spiele:
Tyranny, Pillars of Eternity, Baldur's Gate, Grand Theft Auto IV, Grand Theft Auto V, Dungeons & Dragons, Ultima, Ultima II: The Revenge of the Enchantress, Grand Theft Auto III, Hitman: Absolution, Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards, Police Quest: In Pursuit of the Death Angel, Space Quest: The Sarien Encounter, Hero's Quest: So You Want to Be a Hero, Gabriel Knight: Sins of the Fathers, King's Quest III: To Heir Is Human, Dishonoured, The Elder Scrolls V: Skyrim, Gothic II, Gothic 3, Red Dead Redemption, Deus Ex, Ultima VI: The False Prophet, Wet: The Sexy Empire, Lula 3D, Wet Attack: The Empire Cums Back, Fallout 2, Redneck Rampage, Duke Nukem 3D, Indiana Jones and the Last Crusade, The Sims, The Sims 3, The Sims 3: Late Night, Drink and Drown, World of Warcraft, Fallout, Fallout 3, Bubble Bobble, Papo & Yo.

Organisationen:
Gamefest Berlin, International Games Week, Computerspielemuseum, Alte Feuerwache Friedrichshain, IO Interactive, Sierra On-Line, Starbucks, Rockstar Games, Interplay.

Personen:
Andreas Lange, Ithilian the Wench, Lecher, Jack the Ripper, Michael Graf, Angela Merkel, John Marston, Bibi & Tina, Gunnars Tochter, Andreas, Wanda, Metzger, Vic, Spider-Man, Lula, Lara Croft, Biff.

Kommentare aus dem Archiv

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Adrian76 4. Juni 2017

Das war mal wieder eine interessante Thematik, die ihr sympathisch und unterhaltsam analysiert habt. Ich habe wie immer gerne zugehört. Danke dafür.

Zur Umfrage am Anfang: ich glaube nicht, dass die Antworten betreffend der letzten Frage (bei 10:10) repräsentativ waren. Denn Alkohol zu trinken ist gesellschaftlich sowas von akzeptiert. Aber ins Bordell zu gehen? Wer würde sich dazu öffentlich bekennen, zumal wenn die Freundin daneben sitzt?

Daher ist die Folgerung von Christian bei 10:53 meines Erachtens nicht ganz richtig: viele kennen den Alkohol aus persönlicher Erfahrung, korrekt. Aber auch nicht wenige kennen das Bordell aus persönlicher Erfahrung, nur geben sie es nicht öffentlich per Handzeichen zu.

Interessant hätte ich an dieser Stelle daher noch den Blick auf die gesellschafltiche Wahrnehmumg der Themen "Grog und Nutten" gefunden. Gerade im internationalen Hinblick (vgl. die Akzeptanz von Gesellschaftsdamen im asiatischen Raum bei geschäftlichen Treffen von Managern).

Moralischer Zeigefinger: der abwertende Begriff "Nutte" wurde hier sicher nur aus dramaturgischen Gründen verwendet.

Jedenfalls nochmal danke für die Folge.

Berndm 4. Juni 2017

Oh nein. Stand es irgendwo dass ihr wieder hier seid? Da bin ich mal in Berlin und dann verpasse ich alles. Verdammt.
Seid ihr noch in Berlin? Oder tretet ihr noch einmal auf? Herrje... Die innere zerruettelung macht sich breit.

Buckaroo Banzai 5. Juni 2017

Ich fand die Folge phasenweise zu moralisierend. Natürlich sollten die angesprochenen Themen wie Prostitution (im weiteren Sinne die Darstellung von Frauen als bloßes Objekt) und Alkohol- bzw. Dorgenmissbrauch im Medium Computerspiel ernsthaft hinterfragt werden, aber andererseits müsste man in gleicher Weise das massenhafte Töten von Menschen oder auch Tieren hinterfragen.

Darf ich demnach in GTA keinen Spielspaß haben, wenn ich mit einer Prostituierten Sex habe, weil die Darstellung bzw. der Umgang damit zu undifferenziert ist, aber beim Umballern oder Überfahren hunderter NPCs brauche ich sozusagen kein schlechtes Gewissen zu haben?

Zeichnet sich das Medium des Computerspiels in erster Linie nicht dadurch aus, dass es eine interaktive Fantasie ist, die erstmals nichts mit der Realität zu tun hat und deshalb virtuelle Tabubrüche - wie das 'Töten' - erlaubt sind, schlicht weil es Spaß macht oder nicht zuletzt wie u.a. bei Call of Duty ein inheränter Teil der Mechanik sind? Mir kommt es jedenfalls fragwürdig vor, wenn in dem einen Fall von Spielern eher moralisierend argumentiert wird, aber in dem anderen Fall 'Killerspiele' gegenüber moralisierenden Nichtspielern recht vehement verteidigt werden.

Metfred 5. Juni 2017

Die Diskrepanz zur Gewaltdiskussion ist mir auch aufgefallen. Eventuell steckt aber just im Widerspruch ein Zusammenhang. Ich glaube, der moralisierende Blick auf sexuelle Angebote ist eine reputative Erblast der Killerspieldebatte. Neben weitreichenden Mutmaßungen zur gewaltbereitschaftsfördernden Auswirkungen des Mediums wurde der Spieler zudem als tumber Konsumklotz gezeichnet, der sich unreflektiert auf alles zuwälzt, was ihm das Medium vorsetzt. So ein Außenbild weckt Seriositätssehnsüchte, die sich über Abgrenzungen erfüllen können.

Warum erfolgt die Abgrenzung ausgerechnet über sexuelle Inhalte? Ist das überhaupt aus dem Medium Videospiel heraus zu beantworten oder ist Sex allgemein ein leichtes Ziel (geworden)? Generalisiert: Drückt sich in der gesuchten Absenz eine gewachsene Reife oder zunehmende Prüderie aus?

Ich habe mir für den Privatgebrauch eine "Abwärtstreppe" mit vier Stufen gebaut, die mir als Vergleich dient, wer in welchem Ausmaß Sex als feindseliges Element verdächtigt.
1. Gouvernantenhaftes Naserümpfen über Frivolität.
2. Erotisches Interesse wird per se problematisiert.
3. Durchgehend synonyme Verwendung der Begriffe Sexualität, Sexualisierung und Sexismus.
4. Verbotswunsch aller Inhalte unterhalb des obersten Hemdknopfes.

Und um nicht mit Weltuntergangsfantasien zu schließen, ein Sonnenschein zum Abschluss. "Stay forever" hat einfach zu wenig Verkniffenheit und zu viel vitales Interesse, um auf so eine Bahn zu geraten. Aber es ist eben auch keine abgeschiedene Insel, auf der die Diskussionsbewegungen im Medium so gar keinen Widerhall fänden.

Team SF 5. Juni 2017

Naja, mal ehrlich: https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism

Aus der Tatsache, dass wir gezielt und mit Ansage über Thema A sprechen, kann man ja wohl nicht folgern, dass wir Thema B gutheißen. oder relativieren wollen.

Manti 18. Juni 2017

Zitat Gunnar Lott über Duke Nukem:
Ich hab das meinen Bruder spielen lassen, als er noch keine 18 war und ich glaube auch noch keine 16, so heimlich durfte er das bei mir spielen und das war das einzige wo ich immer gedacht habe puh, das müsste er jetzt nicht spielen, wenn solche Szenen kamen.
Die Gewalt war mir völlig egal, da hatte ich auch ein klares Gefühl davon ob das richtig ist oder nicht, naja das wird ihm nicht schaden, die Gewalt ist ja auf parodistische Art und nicht auf die reale Welt übertragbar.
;)
Oder an anderer Stelle
Christian:
Wie sieht es mit der Brutalität aus
Gunnar:
Die gehört dazu.
Oder Christian später:
Wenn ich auf einen Gegner schieße, dann spritzt dessen Blutspritzer an der Wand dahinter... Das ist technisch einfach der Hammer.
Also nichts für Ungut, ihr seid in Bezug auf Gewalt sehr unkritisch^^

Schreckofant 20. Juni 2017

Ich habe dazu weiter unten schon was Geschrieben. Gewalt ist einfach leichter zu abstrahieren. Sexismus ist da eine andere Baustelle aber ich will mich da nicht wiederholen ;)

Manti 21. Juni 2017

@Schreckofant
"Gewalt ist leichter zu abstrahieren."
Zwei mal drei macht Vier. Widdewiddewitt und Drei macht Neune Ich mach' mir die Welt...
Sorry, aber das ist Bulls**t.

Schreckofant 21. Juni 2017

Vielen Dank für deinen konstruktiven Beitrag, du scheinst ja ein sehr angenehmer Gesprächspartner zu sein.

Marcus 5. Juni 2017

Meine Meinung dazu: In einem Spiel ist alles erlaubt, denn genau deshalb spielt man doch. Eben um Dinge zu tun, die in der Realität verboten wären und die man, zumindest als halbwegs moralisch gesunder Mensch, auch nicht tun würde.

Wenn mich was aufregt, dann sind es Menschen die mir mit erhobenem Zeigefinger vorschreiben wollen was ich spielen darf und was nicht. Natürlich liegen die Grenzen für jeden Menschen höher oder tiefer. Ich persönliche mag mir keine Gewaltdarstellungen ansehen, wo es einfach nur um die Gewalt an sich geht und sie quasi -soweit man das sagen kann- sinnlos wird bzw. der Grund der Gewalt nur noch die Freude an ihr ist. Ich weigere mich persönlich auch in einem Spiel zu foltern, weil ich das nicht einmal im Spaß tun möchte. Ich würde es aber niemandem verbieten wollen, der daran "Freude" hat. Allerdings wäre mir so eine Person sehr suspekt, wie ich zugeben muss!

Ranga Knet 5. Juni 2017

Sehe ich auch so. Für mich waren die Folterszenen in GTA5 mit Trevor ein Grund das Spiel zu beenden. Das hat meine persönliche Grenze überschritten. Das man diese Stelle auch anfangs nichtmal überspringen konnte finde ich einfach nur abartig. Später haben sie es reingepatcht so weit ich weiß.

Ranga Knet 5. Juni 2017

Was für ein seltsamer Vortrag. Da reden sie lang und breit darüber wie ärgerlich sie es finden das Prostituierte in Spielen oberflächlich und klischeehaft sind, doch schaffen es nicht ihre gesellschaftliche Kritik auf den Punkt zu bringen. Es klingt für mich nach dem Ansatz von Anita Sarkeesian nachdem die Objektivierung von Frauen als Ware oder Sexobjekt den scheinbar krankhaften Zustand unserer Gesellschaft widerspielgelt. Leider schaffen sie es auch nicht zu formulieren welche Veränderungen sie sich für die Zukunft wünschen würden.
Spiele als Kulturgut sind nur dann Solches, wenn sie sich selber so verstehen. Viele Spiele wollen einfach nur unterhalten, Geld einbringen oder zum E-Sport gehören. Ich brauche kein PTSD oder verstümmelte Kinder in Spielen um zu verstehen das Krieg schlecht ist. Genauso wenig brauche ich eine Nutte mit Lebenslauf um Vorurteile abzubauen. Eine Krankenschwester, ein Bauarbeiter, ein Müllmann usw. bleiben genauso eindimensional in Spielen, wenn sie überhaupt vorkommen.
Ich bin immer gerne in die Bordelle bei Spielen gegangen, auch wenn ich das nur ungern zugebe. Ja, es ist ein niederer Instinkt der mich da reingelockt ja, aber ich bin ja auch nur ein triebgesteuerter Mensch und kein Jesus, und meistens war es auch ganz unterhaltsam für dem Augenblick. Ausser bei dem neuen Deus Ex. Da gibt es zwar ein ganzes Rotlichtviertel aber von nackten Männern und Frauen keine Spur.

Prometheus 23. Juli 2017

"Spiele als Kulturgut sind nur dann Solches, wenn sie sich selber so verstehen. Viele Spiele wollen einfach nur unterhalten, Geld einbringen oder zum E-Sport gehören."

Wie kann das funktionieren?

Wenn es Geld einbringt und/oder unterhält wird es damit doch automatisch zum Kulturgut. Ähnlich wenn es sich um E-Sport handelt, der Fans hat.

Das soll keine Aussage über die Qualität oder das Niveau machen. Es kann auch "unterste Schublade" Kulturgut sein.

Aber ein Spiel, das kein Kulturgut ist, was wäre das ... naja, zumindest wenn jemand ein Spiel programmierte und dann nur selbst spielt, niemandem sonst zeigt oder davon erzählt. Vielleicht könnte man auch nen kleinen, isolierten Kreis zulassen, man merkt hoffentlich worauf es hinausläuft, irgendwo müsste man die Schwelle ziehen.

Aber was im Laden steht (und auch gekauft wird), oder was von vielen Leuten als unterhaltsam betrachtet wird (und die sich womöglich gar öffentlich darüber äußern), das kann unmöglich kein Kulturgut sein.