Master of Orion (SF 85)

17. Dezember 2018 1 Std. 48 Min.

Master of Orion (SF 85)

Ein Gespräch über die ruhmreiche Rundenstrategieserie

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Der bösartige Imperator Schmidt ist die Geißel des Alls: Wo er Kontakt aufnimmt, sind seine schwarzlackierten Todeskugeln nicht weit, schwer bewaffnete Weltraumschiffe, die keinen anderen Zweck haben, als zu zerstören, zu zertrümmern, zu verbrennen. Wer sich ihm in den Weg stellt, muss mit dem Schlimmsten rechnen, neben dem bedingungslosen Krieg auf Leben und Tod auch noch mit schlechten Witzen am Galaktofon "Hey, was ist flüssiger als Lava?! Ihr Sternenreich, das ist nämlich überflüssig! Muhahaha!".

Der liebenswerte weise Weltraumkönig Gunnar I. ist da ganz anders, stets lächelnd reisen seine Diplomaten auf den interstellaren Handelsrouten zu allen Völkern des Alls, trösten hier, singen dort ein Lied, knüpfen Handelsbeziehungen, gründen gemeinsame Fortbildungsinstitute und sind ganz generell gern gesehen. Und nur ganz, ganz selten stellt Gunnar I. ein mit Parkplatzbomben bewaffnetes Schiff im Orbit eines dicht besiedelten Planeten einer friedliebenden Alien-Rasse ab und fragt höflich nach, ob das ab jetzt mit einer Tributzahlung so okay wäre.

Ganz unterschiedliche Charaktere, zweifellos, aber manchmal, manchmal, da treffen sie sich in der Space-Bar auf Orion-Süd, trinken ein paar Donnergurgler und reden ganz privat über die Bürde des Herrschens und die Konstruktion eines Imperiums.

Wir haben sie heimlich belauscht.

Infos zum Spiel:

Thema: Master of Orion
Erscheinungsjahr: 1993
Genre: Rundenstrategie, 4X
Plattform: MS-DOS, Macintosh
Entwickler: Simtex
Publisher: MicroProse
Designer: Steve Barcia

Podcast-Credits:

Sprecher: Christian Schmidt, Gunnar Lott
Audioproduktion: Fabian Langer, Christian Schmidt
Titelgrafik: Paul Schmidt
Intro, Outro: Nino Kerl (Ansage); Chris Hülsbeck (Musik)
Chronist: Herr Anym
Community Management: Christian Beuster

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Kommentare aus dem Archiv

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Victor-Philipp 17. Dezember 2018

Eine ganz tolle Folge aus lebendigen Anekdoten und motivierenden Geschichten - so soll es sein :-)

'Master of Orion', ein Spiel mit unterschiedlichen Rassen als Teil des Schwierigkeitsgrades, dem RPG-Element des Einheitenbaus, immersiver und dramatischer Progressionsdarstellung durch Taktikkämpfe aus Konter und Gegenkonter, atmosphärischen Diplomatiedialogen, vielen kleinen Storys die sich aus dem Spiel heraus entwickeln, vielfältigen Lösungen für unterschiedlichste Problemstellungen, einzigartigen und verzahnten Mechaniken (wie bspw die Forschungsauswahl) die allesamt auf ein einziges - und auch friedlich erreichbarem - Spielziel als Höhepunkt führen...
Was für ein Spiel! 'Master of Orion' und 'Master of Magic' sind wahre Meilensteine!

Wieso so viele Menschen bis heute auf Civ als das bessere Spiel schwören, erschliesst sich mir in Anbetracht des drotigen seit Jahrzehnten erfolgenden Stillstandes nicht: Noch mehr Zählerstände als Spielziel, Grafikwechsel, noch mehr ablenkende Mechaniken und bunte Einheiten mit +1 Angriff/Bewegung/Verteidigung - bis heute regiert Ghandi dort 2000 Jahre seine Inder, startet ein Inselvolk ohne Seefahrt, sind Forschungsabfolgen ausanalysiert im Internet nachlesbar...

Was andere heutige '4X'-Spiele leider oft falsch machen ist der Verlust des Fokus vom Strategiespiel zu den Taktikkämpfen. Statt wie in MoO und MOM auf viele schnelle kleine Taktikkämpfe zu setzen, die dem Spieler seine Strategie überdenken und anpassen lassen und ihm eine große Vielfalt an Herausforderungen durch die viele Kombinationen von unterschiedlichen gegnerischen Armeen bieten, werden oft wenige große umfangreiche Kämpfe geboten - 'Total War' ist dabei die Spitze dieser Entwicklung.

Das Ur-MoO 'Star Lords' kann man übrigens auch online spielen: https://classicreload.com/star-lords.html
und von MoO1 gibt es auch ein aktuelles Fan-Remake mit neueren Grafiken namens 'Remnants of the Precursors': https://remnantsoftheprecursors.com/

Mullerkeks 17. Dezember 2018

Lieber Victor, ich stimme mit allem, was du sagst, überein. Aber das Civ seit Jahrzehnten Stillstand hat, ist leider falsch. Die Abschaffing der “Stacks of Doom” und die Reduktion auf einzelne Einheiten hat dem Spiel sehr gut getan.
Auch im aktuellen Civ wurde mit den Bezirken wieder etwas Interessantes geschaffen und Indien kann man mittlerweile auch ohne Ghandi führen.

BlackSun84 20. Dezember 2018

Da stimme ich zu. Gerade in Civ 6 gefällt mir das neue System der Bezirke wie auch der Bauarbeiter richtig gut.

Markus Holy 17. Dezember 2018

Ich persönlich finde Master Of Orion immer noch genial. Es dauerte etwas, bis ich in das Spiel einsteigen konnte, irgendwie habe ich sowas wie Alpha Centauri erwartet, aber "Moo" hat irgendwie dann doch viel mehr Spieltiefe.

Schöne Auswahl, Christian und Gunnar und wie immer sehr unterhaltsam von Euch beiden vorgetragen. Schönes Geschenk zu Weihnachten!

Ich wünsche hiermit dann auch gleich Christian, Gunnar, Fabian und halt dem ganzen Team von Stay Forever frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Das gleiche wünsche auch Eurer Community!

BlackSun84 17. Dezember 2018

Master of Orion 2 ist bis heute mein liebstes Spiel in dem Genre und eines, das ich nach wie vor gerne spiele. Nebenbei ist dieses Spiel die einzige Spieleheftvollversion (Gamestar 01/99), die jemals länger als eine Stunde gespielt habe. Teil 1 ging da an mir vorbei, Teil 3 schreckte mich durch die Tests ab und der neueste Teil ist ganz nett, aber irgendwie auch nicht so richtig packend. MoO 2 ist einfach in allen Genrebelangen fast perfekt, da geht auch ein modernes Stellaris, das mir viel zu tief geht, an mir vorbei.

Michael 17. Dezember 2018

Ich spiele jedes Jahr nach wie vor liebend gern ein oder zwei Partien MOO2. Was für ein grandioses Spiel!

Micromanagement stört mich überhaupt nicht. Von den "alten Spielen" zocke ich heutzutage z.B. auch Colonization mit großer Freude. Runde für Runde "stupide" ALLES optimieren mag ich. Da gibt's in der Hinsicht einige Parallelen zwischen den beiden Titeln.

Was ich noch nachtragen wollte ist, dass es für MOO2 einen Fan-Patch (mit Bugfixes!) gibt: http://moo2mod.com/
Der wird regelmäßig aktualisiert (die aktuelle Version 1.50.13 ist vom Dezember 2018).
Neben den "Classic" Regeln gibt es auch noch versch. (optionale) Mods mit angepassten Schwierigkeitgraden/KIs/Tech-Trees usw. Das ganze läuft problemlos mit der GOG-Version des Spiels und die Installation ist gut in der Readme beschrieben. Macht echt Laune. Kann nur jedem MOO2-Fan empfehlen, da mal vorbei zu schauen.

Das Remake von Wargaming hat mich irgendwie nicht so vom Hocker gehauen. Ich wäre glücklicher gewesen, wenn Sie das Gameplay 1:1 kopiert hätten und lediglich die Grafik modernisiert hätten. Aber so: naja, ganz ok - aber nee.

Vielen Dank für die (wie immer!) klasse Folge und macht weiter so mit Eurem großartigen Podcast!

Jochen Baumberge 17. Dezember 2018

@Gunnar & Christian: Tolles Podcast-Thema, aber ... die Erläuterungen zu "Star Lords" kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann soll Microprose das Spiel in "Master of Orion" umbenannt haben, weil man Rechtsstreitigkeiten mit Marvel befürchtet hat. Aber Microprose hat 1993 doch nicht nur "Master of Orion" (siehe Tests: http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/176/ ) veröffentlicht, auch "Starlord: The Game of Galactic Domination" erschien in jener Zeit (siehe Tests: http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/1359/ ). Dieses "Starlord" basiert auf dem gleichnamigen Play-by-Mail-Game von Mike Singleton - und der hat auch (zusammen Peter Barnett) das Computerspiel programmiert. Hätte Microprose tatsächlich Rechtsstreitigkeiten mit Marvel befürchtet, dann hätte man dieses Spiel sicherlich ebenfalls umbenannt. Ich behaupte mal: Microprose wollte nicht, dass zwei Computerspiele (fast) identische Namen haben... ;-)

Felix 21. Dezember 2018

Da bin ich auch drüber gestolpert.
Das Problem, zwei PC-Spiele zur gleichen Zeit mit demselben Namen und ähnlicher Thematik durch den selben Publisher zu veröffentlichen, dürfte der weitaus naheliegendere Grund für eine Umbenennung sein..