REVIEW | The 7th Guest Remake
Schön war’s ja schon immer. Aber wird aus The 7th Guest 33 Jahre nach seinem Debüt im Remake endlich auch ein inhaltlich starkes Spiel? Fabian spielt den siebten Gast im Anwesen.

1993 wollte The 7th Guest vor allem eins: Menschen von den Vorzügen der tollen, neuen CD-ROM-Technologie überzeugen. Dank vorgerenderter 3D-Grafiken und vieler Filmsequenzen mit echten Schauspielern gelang das auch: Das Spiel sorgte für Aufsehen, verkaufte sich gut. Wer allerdings einen kritischeren Blick ins Gruselhaus des Spiels wagte, schmunzelte über theatralisches bis albernes Schauspiel und ärgerte sich über krude Rätsel, die dummerweise das komplette spielerische Fundament bildeten. Dennoch nahm sich das französische Studio Exkee dreißig Jahre später dieses CD-Blenders an und entwickelte für Vertigo Games eine Neuauflage in VR. Diese erschien 2023 – und sie war gut! Statt vorgerenderten Hintergründen gab’s Echtzeit-Grafik, vor allem aber wurden die vielen Denkaufgaben logischer, unterhaltsamer und machbarer. Womit meine Ausgangsfrage im Grunde schon beantwortet ist, denn was nun mit dem Namenszusatz “Remake” erschienen ist, entspricht im Grunde der im Vergleich zum Original viel besseren VR-Version von 2023, nur eben ohne VR.

Am Grundprinzip hat sich nichts verändert: Man landet im Anwesen des verschrobenen Spielzeugbauers Henry Stauf, über eine Geisterlampe interagiert man nicht nur mit der Umgebung, sondern stößt immer wieder auch auf geisterhafte Nacherzählungen der Erlebnisse von sechs Menschen, die es vorher in das Haus verschlagen hat. Physisch anwesend sind weder dieses halbe Dutzend noch Herr Stauf. Oder vielleicht doch? Man selbst ist nun auf jeden Fall der namensgebende siebte Gast.

Im Spielverlauf erkundet man gut 20 Räume, darin gibt es neben erzählenden Sequenzen, für die neue Schauspieler ein überarbeitetes Skript vortragen, immer auch mehrere Rätsel. Das sind meist Variationen bekannter Knobelklassiker, in denen gedrückt, gedreht, verschoben und sortiert wird. Bekanntermaßen ist mein Talent für anspruchsvollere Denkaufgaben in Spielen limitiert, ich fand einige der Rätsel durchaus knifflig, auch wenn die grundsätzlichen Aufgabenstellungen oft nicht zu komplex sind. Über ein Geisterbrett, das es im Original so nicht gab, kann man mit sammelbaren Münzen aber Hinweise kaufen, wenn mal gar nichts mehr geht.
Nicht nur dieses Kaufen von Hinweisen hat mich an Professor Layton erinnert. Klar, das Setting und die Inszenierung sind anders, aber als mit Story-Bits zusammengeklebte Rätselsammlung sind die Spiele einander ähnlich. Und so wie ich Professor Layton mag, so mochte ich auch meine Zeit mit The 7th Guest Remake. Es ist sehr lobenswert, wie es dem Studio mit viel sinnvollem Aufwand gelungen ist, den Kern des Spiels zu verbessern, ohne dabei den Geist des Originals auszulöschen.

The 7th Guest Remake ist für PC, PlayStation und Xbox erschienen, der Preis liegt bei je 20 Euro. Eine Version für Switch und Switch 2 soll folgen. Besitzer der VR-Version von 2023 erhalten das Remake umsonst, gleichermaßen bekommen Käufer von Letzterem natürlich auch Zugriff auf die VR-Fassung.
AUS DEM STAY-FOREVER-INSIDER
Dieser Beitrag erschien zuerst im Insider vom 1. Juli 2026. Der Insider ist unser monatliches, kostenloses E-Mail-Magazin.
Fabian Käufer
Fabian war viele Jahre Redaktionsleiter bei Rocket Beans TV, wo er heute noch als Freelancer das wöchentliche Format Game Talk moderiert und redaktionell betreut. Früher war er unter anderem Redaktionsleiter bei IGN und redaktionell sowie konzeptuell an vielen Gaming-Printmagazinen beteiligt.
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